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„Wir müssen uns neu sortieren“

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14:05 29.04.2020
Quelle: iStockphoho.com/ OvsiankaStudio
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Abstand halten. Inzwischen gehören Videokonferenzen zum Arbeitsalltag, dabei ist das Theater eigentlich auf Nähe angewiesen. Das gilt umso mehr für die professionellen kleinen Theater, die sich zum Freien Theater Hannover (FTH) zusammengeschlossen haben und unter dieser Dachmarke auch gemeinsam in der Öffentlichkeit auftreten. „Wir waren gerade in einem sehr regen Austausch über die Situation der freien Theater in Hannover, aber mit dem Shutdown während der Corona-Krise sind diese Planungen schlagartig zum Erliegen gekommen. Nichts wird so sein wie Vor-Corona-Zeiten. Wir müssen uns neu sortieren“, sagt Inka Grund vom Theater Erlebnis. Sie ist eine der beiden Sprecherinnen der freien Theater und Ensembles, die von der Stadt Hannover gefördert werden. „Dabei geht es auch um Fördergelder und Förderstrukturen, die wir für alle Beteiligten transparenter machen wollen“, bestätigt FTH-Sprecherin Lena Kußmann vom Theater an der Glocksee.

Beben

Das Theater Erlebnis entwickelt ein Theater-Film-Projekt nach dem Theaterstück „Beben“ von Maria Milisavljevic. Rund 40 Leute arbeiten gemeinsam an einem Drehbuch. Wer mitmacht, bekommt eine Text-Passage, muss sie  vortragen und sich dabei filmen. Am Ende setzt das Theater-Team aus den Videoschnipseln einen Film zusammen. Premiere ist am 23. Mai – auf dem Youtube-Kanal. Aktuelle Informationen unter www.theater-erlebnis.de

Auch im Normalbetrieb arbeiten die Künstlerinnen und Künstler oft für wenig Geld. „Die Corona-Krise trifft uns deshalb umso härter“, betont Kußmann. Auf der gemeinsamen Homepage hat das Freie Theater Hannover daher einen „Brandbrief“ veröffentlicht, mit dem Appell an die Förderer, die Mittel nicht zu kürzen, selbst wenn geplante Projekte verschoben werden müssen oder sogar ausfallen. „Wir sind Künstler, wir wollen unsere Kunst auch zeigen.“ Die freien Theater sind erleichtert, dass die Stadt inzwischen damit einverstanden ist, dass sie ihre geplanten Projekte auch im kommenden Jahr präsentieren dürfen. Schließlich lässt sich nicht alles ins Netz verlagern. „Theater zweidimensional – das ist super schwierig“, weiß Lena Kußmann. Aktuelle Videoclips oder gestreamte Vorstellungen können das Live-Erlebnis zwar ergänzen, aber nicht ersetzen: „Die Produktionen im Netz können jedoch eine Brücke zu unseren Zuschauerinnen und Zuschauern sein“, betont Inka Grund. 

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Plantkingdom

Mit ihrem mehrteiligen Projekt „Plantkingdom. Fremde Welten“ wollen Lena Kußmann und Jonas Vietzke das Pflanzenreich theatral beackern. Zum Auftakt gibt es die Face-to-Face-Performance „Connection“. Hier werden sich pro Vorstellungen nur zwei Menschen gegenübersitzen, mit dem vorgeschrieben Abstand.  Gespielt werden soll vom 5. bis 24. Mai, auch tagsüber und im Stundentakt, mit reservierten Zeitfenstern. Das Theater an der Glock-see möchte auch digital mit dem Publikum in Verbindung bleiben. „Plantkingdom“ wird bis Ende des Jahres mit unterschiedlichen Aktionen veranstaltet. www.theater-an-der-glocksee.de

Inzwischen gibt es mit FTH.tv ein gemeinsames Videoportal für die freie Szene, an dem sich alle freien Ensembles, die etwas produzieren wollen, mit eigenen digitalen Beiträgen beteiligen können. Ein nachhaltiges Projekt, das auch in Nach-Corona-Zeiten bestehen bleiben soll. „Das kann die Kreativräume der Theater erweitern“, meint Inka Grund. In der freien Szene sei man im Augenblick kreativ und erschöpft zugleich. „Es gibt Phasen, in denen sprudeln wir vor Ideen, und gleichzeitig sind wir ausgebremst. Wir müssen an die Zukunft denken und an die Stücke, die wir in den vergangenen Wochen hätten proben müssen. Man schwebt im luftleeren Raum und man möchte den Kontakt nicht verlieren – weder zum Publikum noch zum Ensemble.“ Dennoch bleiben die beiden Sprecherinnen der freien Szene optimistisch. „Wir sind dankbar, wenn die Besucherinnen und Besucher ihr Eintrittsgeld für die abgesagten Vorstellungen nicht zurückfordern, wir freuen uns, wenn Kulturgutscheine gekauft und verschenkt werden“, betonen Inka Grund und Lena Kußmann. „Wir alle vermissen die direkte Nähe zu unserem Publikum. Doch der Zuspruch und die Solidarität machen uns Mut. Gerade in Zeiten wie diesen.“

Dz

Aktuelle Informationen unter www.freies-theater-hannover.de oder auf Facebook und Instagram unter freiestheaterhannover.

Die neue Onlinebühne Aufführungen, Livestreams, (Live-)Tanztrainings und weitere digitale Angebote aus der freien Tanz- und Theaterszene Hannovers sind ab sofort auf FTH.tv zu sehen unter vimeo.com/freiestheaterhannover.

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