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Badenstedt Im Baugebiet Benther Blick zeichnet sich schon jetzt ein Lärmproblem ab
Hannover Aus den Stadtteilen Badenstedt Im Baugebiet Benther Blick zeichnet sich schon jetzt ein Lärmproblem ab
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00:16 08.04.2019
Das neue Quartier Benther Blick aus der Vogelperspektive. Im Westen verläuft die Hermann-Ehlers-Allee, im Osten die Bahntrassen der Güterumgehungsbahn und der S-Bahnlinie Hannover-Hameln. Quelle: ViSU-L
Badenstedt

Im Zuge der städtischen Wohnbauoffensive nehmen die Pläne für das Neubaugebiet Benther Blick an der Stadtgrenze zu Empelde Gestalt an. Frühestens ab 2020 soll auf dem Gelände des seit 25 Jahren ungenutzten früheren Zentralinstituts für Versuchstierzucht in Badenstedt ein vollständiges Quartier mit etwa 400 Wohnungen entstehen. In der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Ahlem-Badenstedt-Davenstedt wurde der Bebauungsplan vorgestellt. Dabei spielten Bedenken hinsichtlich des Lärmschutzes eine besondere Rolle. Denn das Neubaugebiet ist eingekesselt zwischen drei Bahntrassen, der B 65 und der stark befahrenen Hermann-Ehlers-Allee.

Ein Stadtteil im Stadtteil

In dem Neubaugebiet sollen sich Wohnen und Gewerbe so vermischen, dass bestenfalls ein kleiner Stadtteil im Stadtteil entsteht, samt eigenem Bäcker, Kita und kulturellen sowie gastronomischen Angeboten. Umgesetzt wird das Großprojekt von dem kommunalen Wohnungsbauunternehmen KSG Hannover in Kooperation mit der Hannover Region Grundstücksgesellschaft (HRG).Der fast 60 Seiten umfassende Bebauungsplan enthält zahlreiche Leitlinien für die künftigen Bauherren. So sind etwa begrünte Dächer für den überwiegenden Teil der Gebäude Pflicht, Autos werden weitgehend in die Tiefgarage verbannt, und der Müll soll unterirdisch gesammelt werden.

Das Konzept sieht ein Quartier vor, das Nachhaltigkeit mit dem Anspruch verbindet, in einem lebendigen Teil der Stadt zu wohnen. Das scheint ein anspruchsvoller Spagat zu sein – berücksichtigt man die eher isolierte Lage der Fläche in der Nähe der S-Bahn-Haltestelle Bornum. Die dort geplanten Einfamilienreihenhäuser und bis zu sechsstöckigen Wohnhäuser sollen sowohl urbanes Lebensgefühl vermitteln als auch den idyllischen Charakter einer Siedlung im Grünen. Durch ein Wäldchen im Süden, unterschiedlich hohe Gebäude und viele Grünflächen soll der Benther Blick zur attraktiven Adresse werden. Ein städtebaulicher Vertrag zwischen Stadt und Bauherren regelt dabei, dass die KSG mindestens 30 Prozent der Wohnungen als geförderten Wohnraum für Mieter mit geringem Einkommen zur Verfügung stellt.

Die Bauarbeiten für das neue Quartier am Stadtrand zu Empelde laufen bereits. Auf dem Gelände östlich der Hermann-Ehlers-Allee befand sich das Zentralinstitut für Versuchstierzucht.

Lärm überschreitet Grenzwerte

Zu einem großen Problem könnte sich allerdings der Lärm der umliegenden Schienen und Straßen entwickeln. Laut einer Untersuchung des TÜV Nord werden die Grenzwerte der Verkehrslärmschutzverordnung am Tag und in der Nacht deutlich überschritten. So verursacht etwa die Güterumgehungsbahn nachts einen Pegel von 94,8 Dezibel – erlaubt sind in sogenannten Mischgebieten 47 Dezibel. Eine drei Meter hohe und 450 Meter lange Schallschutzwand auf der Ostseite soll das Baugebiet abschirmen. Der Plan regelt zudem, dass Schlaf- und Kinderzimmer im gesamten Gebiet nur auf den Lärm abgewandten Gebäudeseiten zulässig sind. Schallschutzfenster, verglaste Terassen und Wintergärten sollen weiteren Schutz vor Lautstärke bieten. Angesichts der bereits bestehenden Lautstärkeproblemen entlang der Güterumgehungsbahn könnte sich das Thema zur Achillesferse des neuen Quartiers entwickeln.

„Es wird wahrscheinlich zum Problem werden“, sagte CDU-Bezirksratsherr Volker-Udo Höhne. Linken-Bezirksratsfrau Julia Grammel beantragte eine Lärmmessung, die schon im Bebauungsplan dokumentieren soll, wie der Lärmpegel mit den vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen aussieht. „Stehen die Gebäude, ist es schwer, nachträglich etwas zu verbessern“, sagte sie. „Man kann dort regelrecht spüren, wie der Boden bei durchfahrenden Zügen vibriert.“ Ihr Änderungsantrag wurde jedoch mehrheitlich abgelehnt. „Wir können das Ansinnen nachvollziehen, aber stimmen dagegen, weil es eine Verzögerung des Projekts bedeuten würde“, erklärte Höhne. „Es eilt, dass wir bauen, um Wohnraum zu schaffen“, begründete SPD-Vertreter Thomas Alfermann die Entscheidung. Beide Parteien stimmten allerdings für einen Antrag der Grünen. Er sieht eine Lärmmessung nach dem Bau der Schutzwand vor. „Wer sich für eine Wohnung dort interessiert, sollte besser nicht an einem ruhigen Sonntag zur Besichtigung kommen, sondern sich ein umfassendes Bild von der Situation machen“, riet Höhne.

Von Mario Moers

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