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Bemerode 470 Kinder feiern ihre sanierte Schule
Hannover Aus den Stadtteilen Bemerode 470 Kinder feiern ihre sanierte Schule
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00:15 29.02.2016
Lehrer und Schüler freuen sich über ihre sanierte Schule.
Lehrer und Schüler freuen sich über ihre sanierte Schule. Quelle: Kutter
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Hannover

„Seit heute ist die Welt wieder in Ordnung“, sagt Christine Baumgart, Schulleiterin der Grundschule Am Sandberge. Denn nach einem halben Jahr können nun wieder alle Schüler in ihren Klassenräumen unterrichtet werden. In den vergangenen Sommerferien hatte ein Schüler Feuer gelegt und damit einen Schaden von mehr als 600.000 Euro verursacht. Neun Klassenräume waren so stark beschädigt worden, dass die Schüler monatelang im Werkraum, der Aula oder dem Computerraum lernen mussten. „Eine Klasse musste sogar in der Mensa unterkommen“, sagt Baumgart. Die Lehrerin habe mit Stellwänden ein Ersatz-Klassenzimmer vom restlichen Raum abgegrenzt. „Man musste eben kreativ werden.“

Am Montag konnten die Klassen dann in ihre neuen, alten Räume umziehen und feierten das mit einer Party in der Turnhalle. Einige Klassen zeigten dazu kleine Aufführungen - die 2a sang zum Beispiel ein Lied darüber, wie dankbar sie für die sanierten Räume sind.

„Am Anfang hieß es, dass bis zu den Herbstferien wieder alles gut ist. Dann bis Weihnachten“, erzählt die Schulleiterin. Schließlich dauerten die Bauarbeiten 21 Wochen. „Eine Klasse musste auf zwei kleine Räume aufgeteilt werden - das war ein Chaos“, sagt Baumgart. „Die vierten Klassen waren zum Glück so nett, ihre Klassenzimmer an die neuen Erstklässler abzugeben, damit die nicht gleich in den Noträumen starten mussten“, sagt Baumgart stolz.

Bei der „Sanierungs-Party“ am Montag waren auch Bauleiter Andreas Heit und Einsatzleiter Stephan Iversen von der Firma Belfor dabei. Auch wenn das Unternehmen schon viele Schulen wegen Brandschäden saniert habe, bleibe die Arbeit doch immer etwas besonderes, sagten sie. „Bei Kindern muss man besonders aufpassen und die Sicherheit gewährleisten“, sagt Iversen, der selbst Vater von zwei Kindern ist. Sein Kollege ergänzt: „Jeder Brandschaden ist ganz individuell. Es ist nie das Gleiche.“

Im Neubau der Grundschule hatten die Bauarbeiter viel zu tun: Die Wände mussten aufbereitet und neu gestrichen, Decken und Fußboden erneuert werden. Der ehemals graue Boden erstrahlt jetzt in leuchtendem Orange. Und auch Elektronik und Abluftanlage mussten erneuert werden, dazu kamen neue Türverstärkungen. „Wie ein Rohbau sah es hier aus“, sagt Baumgart. „In unserer schönen Schule.“ Da ohnehin schon vor der Brandstiftung geplant war, den Brandschutz zu verbessern, wurden zwei Gruppenräume außerdem zu einem zusätzlichen Flur als Fluchtweg umgebaut. Im Altbau, der keine Schäden vom Brand davon getragen hat, wurden Flure und Türen neu gestrichen. „Also bitte keine Fußbälle gegen die Wände schießen“, ermahnt Baumgart die Kinder.

Bis auf ein paar Kleinigkeiten ist die Schule jetzt fertig saniert. „In den Osterferien müssen wir noch die Türen lackieren“, sagt Bauleiter Heit.

Von Johanna Stein