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Bothfeld Jugendliche wollen unbeobachtet sein
Hannover Aus den Stadtteilen Bothfeld Jugendliche wollen unbeobachtet sein
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15:20 11.11.2015
Von Conrad von Meding
Eigene Projekte machen, nicht ständig unter Beobachtung sein – das wollen die Jugendlichen laut Umfrage. Hier besprühen sie eine Fassade am Jugendzentrum Sahlkamp.
Eigene Projekte machen, nicht ständig unter Beobachtung sein – das wollen die Jugendlichen laut Umfrage. Hier besprühen sie eine Fassade am Jugendzentrum Sahlkamp. Quelle: Schwarzenberger
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Bothfeld-Vahrenheide

Bothfeld-Vahrenheide. Fragt man die Jugendlichen im nördlichen Stadtbezirk Hannovers nach ihren Wünschen, dann ergeben sich offenbar relativ klare Antworten. Sie wollen mehr Fußballplätze, am besten mit Kunstrasen und frei zugänglich, und mehr kostenlose Fitnessangebote in ihrer Nachbarschaft. Und sie wollen auch mehr Plätze „ohne pädagogische Begleitung“, zum Chillen, wie es auf Neudeutsch heißt. Will meinen: wo sie unbeobachtet unter sich sein können. Das sind einige der Ergebnisse des monatelang erarbeiteten Konzepts für einen Neustart der Kinder- und Jugendarbeit, das in der jüngsten Bezirksratssitzung vorgestellt wurde.

Von Dezember bis April haben Vertreter der zehn wichtigsten Jugendeinrichtungen im Stadtbezirk zusammengesessen und überlegt, was sie gemeinsam künftig besser machen können als alleine. Ganz freiwillig geschah das nicht: Der Rat hat beschlossen, dass überall in Hannover die Kinder- und Jugendeinrichtungen enger zusammenarbeiten sollen, um bei gleichem Aufwand mehr Nutzen für die Zielgruppen zu erreichen. Doppelarbeit solle vermieden werden, Synergien seien angestrebt, sagt Michael Kiklas, Leiter der städtischen Jugendbildung, vergangene Woche im Bezirksrat: „Freie und öffentliche Träger an einen Tisch zu bringen, das ist schon ein Kulturwandel.“

27 Seiten umfasst das Ergebnis der zahllosen Besprechungen und zwei Befragungen. Bezirksratsfrau Imke Knoll (Grüne) fand es allerdings „dann doch wenig konkret“ und fragte sich zudem, ob die aufsuchende Jugendarbeit nicht zu kurz komme und wer eigentlich die aufgebrachten Wünsche nun finanzieren werde. Kiklas bestätigte, dass sich vieles zunächst eher um organisatorische als um inhaltliche Fragen gedreht habe - aber im Stadtvergleich sei „das in Bothfeld-Vahrenheide erarbeitete Konzept schon eines der konkreteren“. Einsparungen - immerhin - seien akut nicht geplant, sagte Kiklas auf Nachfrage von Heval Yilmaz (Linke), aber derzeit auch keine nennenswerten Budgeterhöhungen. Über eine beantragte Erhöhung des Budgets für den Stadtteilbauernhof müsse der Rat entscheiden.

Als entscheidend wird in dem Konzept dargestellt, dass die Heranwachsenden beim Übergang von Kinder- in Jugendeinrichtungen besser begleitet werden. Selbst formuliertes Ziel ist zudem, dass an jedem Werktag mindestens eine Einrichtung freie Angebote offen hält. Als nötig wird erachtet, endlich für den Kids-Club Vahrenheide eigene Räume zu finden - er wird mittlerweile 20 Jahre alt. Und auch der Pfadfinder-Jugendtreff des VCP solle sein Budget um 10 000 Euro erhöht bekommen, um das auf vier Wochentage reduzierte Angebot wieder auf fünf erhöhen zu können.

Das Konzept soll kontinuierlich weiterentwickelt werden. Die gesamte Übersicht ist im Internet über das Internet-Sitzungsmanagement der Stadt mit dem Suchbegriff Stadtteilkonzept Bothfeld-Vahrenheide einzusehen.