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Bothfeld Kirchengemeinden empfangen Gäste aus Südafrika
Hannover Aus den Stadtteilen Bothfeld Kirchengemeinden empfangen Gäste aus Südafrika
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14:00 29.10.2015
Wiedersehen in Hannover: Christian Kohn zeigt den Gästen einen Artikel aus der HAZ von 2012, in dem über den letzten Austausch berichtet wird.
Wiedersehen in Hannover: Christian Kohn zeigt den Gästen einen Artikel aus der HAZ von 2012, in dem über den letzten Austausch berichtet wird. Quelle: Moers
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Bothfeld

Sie sind mit guten Nachrichten aus Südafrika nach Hannover gekommen. Die gemeinsamen Hilfsprojekte im Osten des Landes hätten sich sehr gut entwickelt, berichteten die Mitglieder der sechsköpfigen Delegation aus den beiden Partnergemeinden aus Eshowe und Empangeni bei ihrer Ankunft am Donnerstag. In den kommenden drei Wochen hoffen die Gäste, bei zahlreichen Besuchen in den Partnergemeinden vertraute Gesichter wieder zu treffen. Der ehemalige Pastor der Nathanaelgemeinde Christian Kohn hat für die Reisegruppe ein umfangreiches Programm zusammengestellt. Unter anderem sind Fahrten in die Lutherstadt Wittenberg und auf die Marienburg sowie eine VW-Werksbesichtigung geplant. Bereits am kommenden Sonnabend treffen die Südafrikaner den evangelischen Landesbischof Ralf Meister in der Marktkirche. „Wir sind gespannt, was uns hier erwartet“, sagte Mandlenkose Clifford Ndawonde, der Dekan aus Eshowe, erfreut.

Für das Gelingen des 19. Gemeindeaustausches und die Kommunikation mit den Gästen sorgt der 78-jährige Christian Kohn. Der Pastor im Ruhestand leitete früher zur Zeit der Apartheid eine Bibelschule in dem afrikanischen Land. Zurück in Deutschland, initiierte er 1979 die Gemeindepartnerschaft mit den Kirchenkreisen in Eshowe und Empangeni. „Zum Glück versteht Herr Kohn unsere Sprache und wie die Kirche in Afrika funktioniert“, sagte Dekan Ndawonde.

Als Zeichen der Verbundenheit zwischen den Partnergemeinden verteilte Kohn zur Begrüßung Anstecker an die Gäste. Sie zeigen das Symbol des Austauschs: Ein weißer und ein schwarzer Pfeil zeigen aufeinander, gleichzeitig bilden sie dabei ein Kreuz. Bei der kleinen Begrüßungsfeier im Gemeindehaus der entweihten Johanneskirche füllte das halbe Dutzend Gäste den kleinen Raum mit einem so lebendigen, mehrstimmigen Gesang, wie er hierzulande nur selten bei einem großen Gottesdienst zu hören ist. Zur Feier des Wiedersehens trugen die Afrikaner die traditionelle farbenfrohe Kleidung ihrer Heimat.

Die Partnergemeinden Eshowe und Empangeni liegen beide in der Provinz KwaZulu-Natal im Osten Südafrikas. Dort leben hauptsächlich Angehörige des Volksstammes der Zulu. Auch in den christlichen Kirchen ist der Einfluss der traditionellen afrikanischen Religionen bis heute deutlich bemerkbar.

Südafrika-Abend in Bothfeld

Jedes Jahr feiern die beteiligten hannoverschen Gemeinden die Südafrika-Partnerschaft. Am 5. November wird der Info- und Festabend ab 19 Uhr in der ev.-luth. Nathanaelkirchengemeinde in Bothfeld, Einsteinstraße 45, organisiert.

2012 hatte eine Gruppe aus Hannover unter glühender Sonne tatkräftig bei dem Wiederaufbau eines sanierungsbedürftigen Gemeindezentrums in Südafrika mitgeholfen. Zuvor hatten Jugendliche in den Gemeinden 12.000 Euro für das Projekt gesammelt. „Dort findet jetzt unter anderem regelmäßig die Sonntagsschule statt“, berichtet Velisiwe Tholakele Ndlovu, die sich für die Gemeinde um das Gebäude kümmert. Auch das zweite gemeinsame Entwicklungsprojekt gedeiht nach Auskunft der Besucher prächtig. Eine von den Hannoveranern angelegte Baumschule hat die ersten Ernten eingefahren. Das Projekt wurde inzwischen in eine Firma umgewandelt. Ein Teil des Gewinns fließt an die afrikanischen Gemeinden.

von Mario Moers