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Bothfeld Schlechte Chancen für Supermarkt
Hannover Aus den Stadtteilen Bothfeld Schlechte Chancen für Supermarkt
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19:46 11.05.2016
Der ehemalige Edeka-Markt im Erdgeschoss steht seit September 2014 leer.Foto: Link
Bothfeld

Die Frage, ob es am Prinz-Albrecht-Ring wieder einen Supermarkt geben wird, wird in der Bundeshauptstadt entschieden. Die Gemeinschaft Bothfelder Kaufleute (GBK) hat zwar einen Nachmieter für den seit September 2014 leer stehenden Edeka-Markt gegenüber der Freien Evangelischen Schule (FESH) auftreiben können, der dort Lebensmittel verkaufen will. Doch Miteigentümer Berlinovo - ein Immobilienunternehmen des Bundeslands Berlin - hat mit der Gewerbefläche im Erdgeschoss andere Pläne: Obwohl ein Aushang in der Ladentür noch um eine Vermietung wirbt, hat sich das Unternehmen nun für einen Verkauf entschieden.

„Die weitere Immobilienstrategie für unser Eigentum sieht einen zeitnahen Verkauf vor“, sagt Berlinovo-Sprecherin Claudia Holler, „das entsprechende Bieterverfahren läuft derzeit.“ Nach Informationen des Stadt-Anzeigers war für die 1108 Quadratmeter große Gewerbefläche zeitweise ein Kaufpreis von 590 000 Euro im Gespräch. Es gibt offenbar mehrere Interessenten, vor allem jedoch aus dem Non-Food-Bereich.

Die Edeka-Nachfolge ist mittlerweile schon zum Politikum geworden. „Für die Bewohner der zahlreichen Senioren- und Behinderteneinrichtungen auf dem ehemaligen Kasernengelände steht keine fußläufig erreichbare Einkaufsmöglichkeit mehr zur Verfügung“, beklagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Florian Spiegelhauer jüngst im Bezirksrat Bothfeld-Vahrenheide. Durch den Wegfall des Supermarkts sei den Quartierbewohnern auch „ein Stückchen Lebensqualität“ verloren gegangen. „Meine Mutter wohnt im Prinz-Albrecht-Ring im Betreuten Wohnen, und die Einkaufssituation ist eine absolute Katastrophe“, bestätigte eine Bürgerin.

Von der Stadtverwaltung wollte Spiegelhauer deswegen wissen, wie die Chancen für die erneute Ansiedlung eines Nahversorgers neben dem Sportkindergarten stehen. „Die Verwaltung hat keinen Versuch unternommen, Einzelhändler zu suchen, denn sie übt keine Maklerfunktion aus“, antwortete Bezirksratsbetreuerin Martina Raab. Stattdessen verwies sie auf die GBK. Die hat nach eigenen Angaben gleich mehrere Interessenten gefunden.

„Wir sind vor einem Vierteljahr in die Suche eingestiegen und haben zwei Interessenten eingebracht - dann sind die Verhandlungen ins Stocken geraten“, sagt GBK-Chef Hans-Jürgen Wittkopf. Bei den beiden Interessenten handele es sich um einen Non-Food-Händler und einen türkischen Lebensmittelhändler, der bereits zwei Niederlassungen in Hannover hat. „Bei einer Miete wäre er interessiert, aber Berlinovo ist ja auf Verkauf festgelegt“, sagt Wittkopf. Ob es tatsächlich zum Verkauf kommt, hält er aber noch für unsicher, weil das Haus einer Eigentümergemeinschaft gehört. Wittkopf: „Und bei einem Verkauf müssen alle Eigentümer Ja sagen.“ Von Christian Link

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