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Döhren Anlieger protestieren gegen Wasserkraftwerk
Hannover Aus den Stadtteilen Döhren Anlieger protestieren gegen Wasserkraftwerk
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00:15 22.07.2017
Von Conrad von Meding
Idyll am Wasser: Das Leinewehr wurde erst 2005 teuer saniert, jetzt soll dort ein Wasserkraftwerk entstehen.  Quelle: Michael Thomas
Hannover

Anwohnerin Susanne Wachhaus moniert: „Nach Jahren des Dialogs“ hätten es die Behörden offenkundig „nun nicht mehr abwarten können“ und erschwerten so die kritische Bürgerbeteiligung. Bei der Region widerspricht Sprecher Klaus Abelmann allerdings: Man sei durch gesetzliche Vorgaben dazu gezwungen, Fristen einzuhalten. Beim Döhrener Wasserkraftwerk läuft die Frist vom 3. Juli bis zum 2. August. Danach können noch bis 16. August Einsprüche angemeldet werden.

Seit Jahren ein Zankapfel

Das geplante Wasserkraftwerk ist seit Jahren ein Zankapfel. Die Stadt treibt die Planungen voran, weil sie sich verpflichtet hat, für ihre Nullemissionssiedlung in Wettbergen einen CO2-Ausgleich zu schaffen. Sowohl die Anlieger als auch Naturschützer laufen aber Sturm gegen das Projekt, Naturschutzverbände wie der Fischereiverein haben bereits Klage angekündigt, weil sie das Leben von Wassertieren gefährdet sehen.

Die Steittafel verweist auf die lange Geschichte des historischen Wehrs.  Quelle: Thomas

Das Konzept des Unternehmers Fritz Eberlein aus dem bayerischen Adelshofen sieht vor, in das Wehr ein Kraftwerk mit zwei Turbinen einzubauen. Im Vorvertrag mit der Stadt vereinbart ist eine Durchschnittsleistung von 3000 MWh. Er verpflichtet sich, jährlich rund 1300 MWh Strom als bilanziellen Ausgleich für die Null­emssionssiedlung, den Zero-E-Park, zu produzieren. Dafür schließt die Stadt mit ihm einen Vertrag über 30 Jahre ab.

Was die Anwohner außer der Angst vor neuen Hochwasserproblemen besonders ärgert, ist etwa, dass das Döhrener Leinewehr gerade erst 2005 für 2,7 Millionen Euro Steuergeld komplett erneuert wurde. Sie kritisieren zudem, dass die Stadt dem Investor das Risiko minimiert. Er erhält einen Investitionszuschuss von 300 000 Euro, bezahlt von den Hauseigentümern des Zero-E-Parks als Ökoausgleich, zudem verzichtet die Stadt 30 Jahre lang auf ein Entgelt für die Nutzung des Wehrs und der Wasserrechte.

Kaum Risiko für Investor

Zusätzlich bekommt der Investor die Zusage, dass die Stadt bei wirtschaftlichem Misserfolg den Betrieb des Wasserkraftwerks übernimmt. Sie würde ihm laut Vorvertrag, den die Stadt im Internet veröffentlicht hat, 75 Prozent des Marktwerts der Anlage erstatten und diese danach selbst bewirtschaften - obwohl die zuerst gefragten Stadtwerke 2010 den Betrieb der Anlage als unwirtschaftlich abgelehnt hatten. Stadtsprecherin Konstanze Kalmus stellt klar: „Von einem wirtschaftlichen Scheitern wird nicht ausgegangen - eine Wirtschaftlichkeitsberechnung ist Teil der Planfeststellungsunterlagen.“

Die Anwohnerinitiative will am Sonntag ab 11 Uhr an der Steinbastion des Wehrs über ihre Kritik am Projekt informieren und zum Protest animieren.

Ökoausgleich für Nullemissionssiedlung

Seit 2010 wächst am Südrand Wettbergens eine europaweit ungewöhnliche Siedlung. Der Zero-E-Park mit gut 300 Häusern gilt als größte Nullemissionssiedlung. Dort sollen die Häuser nicht nur im Betrieb keine Rohstoffe verbrauchen, sondern auch einen Ausgleich für die beim Bau genutzte Energie leisten. Das Projekt entstand als Klimaschutzbeitrag unter Hannovers ehemaligem Umweltdezernenten Hans Mönninghoff.

Den Restenergiebedarf der Siedlung haben Ingenieure mit 1300 Megawattstunden (MWh) pro Jahr berechnet. Diese sollen nun von der Wasserkraftanlage am Leinewehr als CO2-frei produzierter Strom erzeugt werden. Die Hauseigentümer in der Siedlung haben ihren Beitrag bereits entrichtet. Seit sieben Jahren aber herrscht Stillstand in dem Projekt.

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