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Kleefeld So rechtfertigt die Verwaltung den blockierten Radweg
Hannover Aus den Stadtteilen Kleefeld So rechtfertigt die Verwaltung den blockierten Radweg
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00:30 18.11.2017
Von Gabi Stief
50 Abstellbügel stehen am Schweriner Platz in Reih und Glied. Hat es einen Radweg nie gegeben? 
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Hannover

Es gibt kritische Geister, die meinen, Hannover müsse noch einiges tun, um eine fahrradfreundliche Stadt zu werden. In Kleefeld, am Schweriner Platz, hat sich die Stadt nun bemüht zu beweisen, dass dies nichts als üble Nachrede ist. Nach dem Motto „Klotzen statt kleckern!“ hat das Tiefbauamt Ende Oktober vis-à-vis der dortigen Grundschule 50 neue Fahrradabstellbügel installiert; akkurat aufgereiht, als stünde ein Zwergen-Hindernislauf bevor. Nicht nur die Menge, auch die Wahl des Standorts sorgt allerdings für heftige Debatten: Radler, die auf dem Radweg neben dem Dohmeyer Weg aus Richtung Pferdeturm kommen, müssen nun am Schweriner Platz ohne Vorwarnung auf die Straße oder den Gehweg ausweichen, weil die Bügel den Weg versperren.

Das Tiefbauamt hat damit kein Problem. Als kürzlich von Anwohnern des Viertels im Bezirksrat beklagt wurde, dass Radfahrer jetzt mehr gefährdet seien als vorher, betonte die Vertreterin der Verwaltung erneut, dass es einen Radweg an dieser Stelle angesichts fehlender Beschilderung nie gegeben habe. Anders gesagt: Ohne Schild kein Radweg!

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Auf haz.de merkt dagegen ein Leser unter dem Pseudonym „dampfdomi“ an, dass die Straßenverkehrsordnung sehr wohl auch Radwege ohne Beschilderung kenne - markierte Asphaltabschnitte wie jener am Dohmeyer Weg firmierten als „andere Radwege“. Diese müssten laut StVO von Hindernissen frei gehalten werden. Das bedeute, dass das Bauamt im Kleefelder Fall gegen Gesetze verstoße. Jenseits des Streits gibt es auch wohlwollende Stimmen im Netz, die die neuen Fahrradbügel als wichtigen Beitrag zur Schulwegsicherheit in höchsten Tönen loben.

Google Street View zeigt, dass hier auch vor der Installation der Bügel ein Radweg war.  Quelle: Screenshot/Google Street View

Auch Bezirksbürgermeister Henning Hofmann hält die Anschaffung für eine gute Sache; allerdings vermisst er „Augenmaß“ und eine Klarstellung für die Radler. Gemeinsam mit dem Tiefbauamt will er nun nach einer preiswerten Lösung suchen. Im Gespräch ist der Einsatz weißer Farbe, mit der eine Radspur auf der Straße oder auf dem Gehweg markiert wird. Dies könnte allerdings für neue Probleme sorgen, wie ein Kommentator im Netz vorsorglich anmerkt: Sollten tatsächlich irgendwann einmal 50 Schüler ihre Räder abstellen, dürfte es auf einem zwei Meter breiten kombinierten Fuß- und Radweg Gedrängel geben.

Saskia Döhner 10.11.2017
Tobias Morchner 28.10.2017