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Linden Lindener Fischhändler Hampe muss schließen
Hannover Aus den Stadtteilen Linden Lindener Fischhändler Hampe muss schließen
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19:59 17.03.2017
Von Conrad von Meding
Andrang: An den letzten Tagen herrscht dichtes Gedränge im kleinen Geschäft. Quelle: Samantha Franson
Linden-Nord

Am Sonnabendmittag ist Schluss. Ingmar Hampe schließt dann seine Ladentür, wischt die Theke, räumt die Auslagen auf. Zum letzten Mal. Fisch Hampe am Lindener Schmuckplatz schließt, nur den Partyservice will seine Schwester Martina Kreinhacke weiterbetreiben. „Fast 20 Jahre andauernder Ärger“ mit Stadtverwaltung und Bezirkspolitik fänden jetzt ein Ende, sagt Hampe. „Wir haben genug Kundennachfrage - aber die Stadt hat uns immer wieder Steine in den Werg gelegt.“

„Hätten nicht schließen müssen“

Es sind ohnehin schwere Zeiten für den kleinteiligen Lebensmittelfachhandel. Frischen Fisch gibt es in jedem größeren E-Center, bei Real, bei Nordsee und in den Lebensmittelabteilungen der Kaufhäuser. Und vielen Kunden reicht ohnehin auch Tiefkühlfisch. Kein Wunder, dass die Zahl der Fischfachgeschäfte abnimmt. Thürnaus Fischhalle in der Lister Meile hält sich gut, an der Podbi gibt es noch Kunzes Fisch-Feinkost, in der Markthalle gibt es noch etwas Frischfisch - aber der Rückgang des Fischhandels ist kaum zu übersehen. „Wir aber hätten nicht schließen müssen“, sagt Ingmar Hampe.

In dem 1906 erbauten Eckhaus am Kötnerholzweg ist seit 110 Jahren ein Fischgeschäft ansässig, seit 59 Jahren im Besitz der Familie Hampe. Man fühle sich dort eigentlich wohl, sagt Betreiber Ingmar Hampe. „Als aber 1996 der Schmuckplatz umgestaltet wurde, begann der Leidensweg für die Familie Hampe“, hat er auf einem Brandbrief am Schaufenster geschrieben.

Viel Ärger um Parkplätze

Verkehrsberuhigung und Parkplatzvernichtung hätten dazu geführt, dass viele Kunden entnervt von Besuchen im Geschäft abgesehen hätten. In Bezirksrat, Sanierungsgremien und Stadtrat säßen zu viele „Leute, die nicht verstehen, dass ein Geschäft von Kundschaft lebt, die nicht nur aus dem Stadtteil kommt“. Die Zahl der Parkplätze war damals zugunsten einer besseren Gestaltung arg dezimiert worden, jetzt gingen beim Umbau des Kötnerholzweges noch mehr Stellplätze verloren. Weil immer wieder Kurzzeitparker und Lieferanten Fußweg und Radstreifen versperrten, ließ die Stadt zunächst zahlreiche Fahrradbügel und zu Weihnachten zusätzliche Poller installieren. „Man müsste mal Real, Aldi oder Lidl die Parkplätze und Lieferantenzufahrten wegnehmen - nach einer Woche müssten die schließen“, sagt Hampe. „Mit uns Einzelhändlern aber geht man genau so um und wundert sich dann, wenn die Geschäfte schließen.“ Es seien „Geisterdiskussionen hier im Stadtteil“.

Platz wirkt oft trist

Der umgebaute Platz wirkt heute oft trist und leer. Jahrelang hatten Anlieger wie Hampe versucht, die Attraktivität des Platzes zu steigern. 1999 wurde eine Steinskulptur vom Bildhauer Wolfgang Supper gestiftet, bis 2016 gab es Feste auf dem Platz. Jetzt aber habe er endgültig genug, sagt Hampe. Genug von „pöbelnden Autohassern“ vor dem Geschäft, genug von städtischen Gebührenbescheiden für Umbauten, die seine Kunden fernhielten, und genug von „massiven Beleidigungen“ in Bezirksratssitzungen.

„Wieder richtig schlafen“

Wie es für den 49-Jährigen selbst weitergeht, das weiß er noch nicht. „Ich will erst mal wieder ruhig schlafen können“, sagt Hampe. Der Ärger um das Geschäft und die Verkehrssituation habe ihn viele Nerven gekostet. Erst diese Woche sei er von einem Kunden des benachbarten Glückspielgeschäfts bedroht worden, als er einen Wagen beladen habe. „Das hält man nicht lange aus“, sagt Hampe. In den nächsten Wochen will er zunächst das Geschäft auflösen und seine Schwester beim Partyservice unterstützen.

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