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Linden Wirtschaftsforum legt Termin für "Blaues Wunder" fest
Hannover Aus den Stadtteilen Linden Wirtschaftsforum legt Termin für "Blaues Wunder" fest
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00:15 18.03.2017
Linden feiert sein Blaues Wunder in diesem Jahr am 2. April. Im Bild sind Sarah Schroeder (22) als blaue Fee und Ulli Kiehm (43) von der Band Marshmallows bei einer Vorjahresveranstaltung. Quelle: Martin Steiner
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Hannover

Einkaufen, feiern, meditieren - das Programm am 2. April

Meditierende Yogis in der Stephanusstraße, Chicago-Blues in der Weberstraße und ein Blumenfest am Küchengarten: Am Sonntag, 2. April, ist wieder einiges los, wenn das „Blaue Wunder“ halb Linden in ein einziges Stadtteilfest verwandelt. Kombiniert mit dem Scilla-Blütenfest auf dem Lindener Berg und dem verkaufsoffenen Sonntag soll der Stadtteil von 13 Uhr bis in die frühen Abendstunden kopfstehen. 14 Bühnen und Aktionsplätze zwischen Limmerstraße und Jazzclub sorgen für so viel Abwechslung und Unterhaltung, dass die Veranstalter auch in diesem Jahr mit prall gefüllten Straßen rechnen. „Das ‚Blaue Wunder‘ soll ein Gemeinschaftserlebnis des ganzen Stadtteils sein“, hofft Peter Hoffmann-Schoenborn vom Wirtschaftsforum des Vereins Lebendiges Linden auf ähnlich viele Besucher wie 2016. Der Verein organisiert erstmals das ursprünglich von der Standortgemeinschaft Lindengut initiierte Stadtteilfest.

Auf der Limmerstraße treten unter etwa die Coverband The Bigos und die Hip-Hop-Truppe Betriebsblind am Lindenstübchen auf. Am Stubenwechsel findet eine Bluessession statt, das Jugendzentrum Glocksee backt Muffins und lädt Besucher zum spontanen Lindy-Hop-Tanzkurs. Auf dem Küchengartenplatz wird wieder ein Kinderparadies mit Bungeetrampolin, Wasserbällen und Irrgarten aufgebaut. Straßenmusikanten sorgen für die musikalische Untermalung, vermutlich elektronisch verstärkt.

Eine Besonderheit ist, dass die Stephanusstraße zwischen den zentralen Festplätzen am Küchengarten und Lindener Marktplatz zum ersten Mal autofrei bleibt. Statt Fahrzeugen haben Kunst-Happenings Vorfahrt. Das Kundalini-Yoga-Zentrum Bliss plant eine Meditationsperformance. Noch basteln die Veranstalter am endgültigen Programm. In einigen Tagen soll es auf der Internetseite www.facebook.com/dasblauewunderlinden erscheinen.

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Scilla-Blüte und „Blaues Wunder“ - das sind zwei Ereignisse, die nun wieder zu einem großen Ganzen werden sollen. Vor einigen Jahren schien im Stadtteil ein Streit zwischen den Standortgemeinschaften der Kaufleute und dem Verein Quartier auf dem Lindener Berg zu schwelen, weil man sich nicht auf einen gemeinsamen Termin einigen konnte. Einen, der sowohl das botanische Ereignis auf dem Berg - samt den zahlreichen Aktionen der lokalen Kulturszene - als auch die Wünsche der Einzelhändler berücksichtigt. Es habe eigentlich nie wirklich Streit gegeben, sagt Peter Hoffmann-Schoenborn vom Wirtschaftsforum im Verein Lebendiges Linden bei dessen jüngster Sitzung. Und Jonny Peter von Quartier begründet die Probleme vor allem mit der Tatsache, dass die Scilla kaum nach Terminkalender blüht. „Es gab dann zweimal das ‚Blaue Wunder‘, das was schon etwas verwirrend.“

Nun hoffen die im Wirtschaftsforum versammelten Standortgemeinschaften und Quartier e.V. auf einen gemeinsamen Termin. Am 2. April startet das „Blaue Wunder“ als verkaufsoffener Sonntag und wird von Linden-Nord bis zur Deisterstraße in Linden-Süd viele Flaniermeilen und Plätze einbeziehen. Ob tatsächlich auf dem Berg und unten in den Stadtteilen gleichzeitig gefeiert wird, muss aber noch offenbleiben. Quartier will sein Fest dann begehen, wenn die Blüte da ist. „Wir gehen aber erst einmal vom 2. April aus“, sagt Peter.

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„Wir fördern Aktionen wie diese“, sagt Wirtschaftsdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette. Denn verkaufsoffene Sonntage sind heuer nicht nur in Hannover eine Seltenheit, seit das Bundesverwaltungsgericht 2015 entschied, dass diese nur in Verbindung mit einem besonderen Ereignis zu genehmigen sind. Die traditionsreiche Scilla-Blüte bietet genau das. „Linden hat da einen echten Vorteil“, sagt Tegtmeyer-Dette.

Förderung des Einzelhandels

Die Wirtschaftsdezernentin kündigt zudem ein neues Einzelhandelskonzept für Hannover an. Bis auf die Stadtteile wird heruntergebrochen, wie es dem Einzelhandel derzeit geht. Die Qualität der Nahversorgung und die Konkurrenz durch den Onlinehandel werden untersucht. „Mitte 2018 liegen die Ergebnisse vor.“ Das Wirtschaftsforum wolle sich an der Arbeit daran beteiligen, sagt Sprecher Hoffmann-Schoenborn.

Der frühere Bezirksratsherr Jörg Schimke hat dafür eine Idee parat: eine Stadtteil-Genossenschaft. So nennt Schimke einen möglichen Zusammenschluss von Anwohnern, Gewerbetreibenden und anderen Interessierten, um die lokale Ökonomie zu stärken. „Diese gehört dann auch den Nachbarn“, sagt Schimke. Klassische Wirtschaftsfördermaßnahmen seien wenig auf kleinere Quartiere zugeschnitten. Die Standortgemeinschaften kämpften zudem gegen Kaufkraftverlust und das Schwinden von kleineren Gewerbeflächen. Und die großen Ketten kümmerten sich kaum um örtliche Befindlichkeiten, sagt Schimke. Eine Genossenschaft könnte sich hingegen um einzelne Ladenzonen und Quartiere kümmern.

Zeitplan für Hochbahnsteige

Forumsprecher Hoffmann-Schoenborn zeigt sich unter anderem unzufrieden mit sich andeutenden Verzögerungen beim Bau der Hochbahnsteige in Linden-Limmer. Noch immer gibt es keine Beschlüsse für die Haltestellen auf der Limmerstraße, es liegen allenfalls vage Zeitpläne vor. „Wir wollen nicht noch Jahre warten“, betont Hoffmann-Schoenborn.

Von Marcel Schwarzenberger

Unzuverlässige Scilla-Blume

Die Scillablüte ist für Linden eine Zier. Jedes Jahr zwischen Ende März und Mitte April lockt die kurze Blüte des Blausterns tausende Besucher zum Blütenfest des Heimatvereins Quartier auf den malerischen Bergfriedhof. Stünde es an, dem Stadtteil ein neues Wappen zu verpassen, wäre die „Scilla siberica“ womöglich des Herolds erste Wahl. Lindens Geschäftsleute sehen die unzuverlässige Blume dagegen mit gemischten Gefühlen. Brauchen sie doch sechs Monate Planungszeit, um ihr verkaufsoffenes „Blaues Wunder“ zu organisieren. Zu gerne würde man das werbewirksame Einkaufserlebnis zusammen mit dem Scilla-Blütenfest planen. Doch das echte blaue Wunder bleibt nun mal ein Naturereignis, dessen Unplanbarkeit der Heimatverein seit Jahren betont. Ohne Blüte kein Blütenfest, so die klare Ansage des Vereins, der gern den widerspenstigen Charakter Lindens propagiert.

In der Bult etwa steht der Termin für das jährliche Kirschblütenfest (23. April) im Hiroshima-Hain längst fest. Ob die weiße Blüte sich bis dahin zeigt, ist unklar. Egal. Im schleswig-holsteinischen Husum können Bürger über eine Webcam beobachten, ob ihre berühmte Krokusblüte rechtzeitig zur vorbereiteten Kür der Krokus Königin aus dem Boden sprießt. Einen pragmatischen Ansatz vertritt das Forstamt Hameln. Das spektakuläre Aufblühen der Märzenbecherblüte am Schweineberg wird zwar touristisch beworben, ein Fest gibt es aber wegen der bekannten Schwierigkeiten nicht.

Der Quartier e.V. entscheidet nächste Woche, ob das Scilla-Fest mit dem Blauen Wunder am 2. April zusammenfällt; die Chancen stehen gut, prognostiziert der Vorstand.

Ein Kommentar von Mario Moers

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