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List So soll der neue Moltkeplatz aussehen
Hannover Aus den Stadtteilen List So soll der neue Moltkeplatz aussehen
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11:30 22.06.2017
Von Susanna Bauch
So soll der Moltkeplatz künftig aussehen. Quelle: Visualisierung: Frauwallner
Hannover

Der historische Schmuckplatz mitten im Gründerzeitquartier in der List an der Ferdinand-Wallbrecht-Straße wurde um 1903 mit den umgebenden Gebäuden angelegt. Das Areal wird mithilfe des Stadtplatzprogramms aufgewertet, die Verwaltung stellt dafür rund 1,25 Millionen Euro zur Verfügung. „Der Moltkeplatz gehört zu den schönsten und wichtigsten Plätzen im Stadtbezirk – nicht zuletzt wegen der vielfältigen Nutzung und den Wochenmärkten“, betont Stefan Knuffmann vom Fachbereich Umwelt und Stadtgrün, der die Pläne am vergangenen Montag dem Gremium präsentierte. Er werde sehr gut angenommen, sei aber ein bisschen in die Jahre gekommen. „Wir wollen vor allem durch die Betonung der Platzränder und Eingänge über die Platzecken die innere Gestaltung als Einheit stärken“, so Knuffmann.

Seit 1945 ist der Moltkeplatz mehrmals verändert worden. Mitte der Siebzigerjahre wurde er mit Bolzplatz und Kinderspielangeboten ausgestattet, als reiner Schmuckplatz hatte er damit ausgedient. Die Planer wollen – genauso wie die meisten Bürger – mit der Gestaltung möglichst viele Generationen ansprechen. „Ein Grünzug ist genauso wichtig wie Möglichkeiten für Spiel und Sport sowie Angebote für Kinder und Senioren“, sagt Knuffmann.

Kein Radstreifen mehr an der Voßstraße

Nach den Plänen wird es Kinderspiel- und Ballflächen an der Längsachse geben, der innere Platz erhält eine Schalenform. Damit verbunden ist eine Öffnung der östlichen Platzseite unter Einbeziehung des WC-Kioskbereichs. Diese Platzseite soll zudem mit Sitzmauern und Drehstühlen ausgestattet werden. Viele Anlieger hatten sich bei der Bürgerbeteiligung hier ein Café gewünscht. „Das Potenzial zur gastronomischen Aufwertung können wir steigern, allerdings gehört die Finanzierung eines Kiosk-Umbaus nicht zum Stadtplatzprogramm“, erklärt der Planer. Der Sandspielbereich kommt in die Mitte des Platzes, die gesamte Ausstattung mit Spielgeräten wird erneuert, der Innenraum durch viele Sitzgelegenheiten geprägt, und der Bolzplatz erhält die gewünschte Ballfang-Einzäunung.

Für neues Grün sorgen 15 Bäume, die wilden Sträucher an den Rändern werden entfernt, diese Fläche wird mit einem Heckensaum aufgebaut. Auch die angrenzenden Bürgersteige und Radwege werden generalüberholt. Dabei soll der Radstreifen auf dem Fußweg an der Voßstraße verschwinden, Radfahrer müssen dann künftig auf die Straße – einer der wenigen Kritikpunkte an den Plänen. „Auf dem Radweg sind viele Kinder und Kinderanhänger unterwegs. Diese zu den Bussen auf die Straße zu leiten, halte ich für gefährlich“, sagt Swantje Michaelsen (Grüne). Auch an der provisorisch anmutenden Bushaltestelle der Ringlinie 100/200 an der Voßstraße soll sich wenig ändern. „Das ist ärgerlich, denn hier kommt es immer wieder zu Rückstaus auf den Kreuzungsbereich“, erklärt Lars Pohl (CDU). Neue Schrägparkplätze an der Westseite wird es nicht geben, auch Taxistand und Carsharing-Plätze bleiben, wo sie sind. Unterm Strich wurden viele Bürgerwünsche bei den Plänen berücksichtigt – die Stadtteilpolitiker votierten denn auch einstimmig für die zeitnahe Umsetzung.

Prima Platz mit Bürgern

Hannover schafft Platz – und was für einen. Der Moltkeplatz im Herzen der List bekommt ein neues, offenes Gesicht, und das haben vor allem Anlieger, Jugendliche und Kinder mitgestaltet. Gleich mehrere Bürgerbefragungen und eine Wunschliste vor Ort für Kinder hatte die Stadt organisiert, um allen Nutzern und Generationen bei der Planung gerecht zu werden.

Das hat offenbar prima geklappt, allein die Radwegeführung an der Voßstraße missfällt Bezirksratspolitikern sowie Anwohnern. Radler sollen hier künftig auf die Straße, werden aber vermutlich dann den breiten und sicheren Gehweg nutzen. Diese Entscheidung gehört zu den wenigen Kritikpunkten an einem stimmigen Konzept mit gelebter Bürgerbeteiligung. Im Fall des Wedekindplatzes hätte es auch anders laufen können – wenn auch hier die Anlieger in die Pläne miteinbezogen worden wären. Vielleicht klappt das dort ja beim nächsten Anlauf.

Ein Kommentar von Susanna Bauch

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