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Mitte, Hannover Gibt es zu viele Raser in der Brüderstraße?
Hannover Aus den Stadtteilen Mitte, Hannover Gibt es zu viele Raser in der Brüderstraße?
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08:10 21.01.2017
Die Polizei hält die Autotuner-Szene in der Innenstadt für nicht gefährlich. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

Dem Bezirksrat Mitte sind die getunten Autos, die zu allen Zeiten durch die Innenstadt fahren, schon lange ein Dorn im Auge. „Das Rowdytum im Bereich der Brüderstraße durch rasende und lärmende Kraftfahrzeuge hat ein unerträgliches Ausmaß angenommen“, beklagte das Gremium im vergangenen Herbst und forderte: „Die Verkehrssicherheit muss umgehend wiederhergestellt werden durch engmaschige Kontrollen des fließenden und des rasenden Verkehrs.“

Tempoverstöße sind selten

Die Polizeiinspektion Hannover-Mitte sieht das anders. Anfang November hatten die Beamten eine einwöchige, verdeckte Geschwindigkeitsmessung an der Brüderstraße 2 durchgeführt, bei der 13 352 Fahrzeuge erfasst wurden. Das Fazit der Polizei: „Die maßgebliche Geschwindigkeit, die 85 Prozent der Fahrzeuge nicht überschreiten, lag bei 32 Stundenkilometern und stellt mithin einen unauffälligen Wert dar.“

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Die Beamten verweisen auch auf eine Kontrollmaßnahme „in den relevanten Abendstunden“ am 19. August 2016. Bei den 23 Fahrzeugen, die kontrolliert wurden, lag die Spitzengeschwindigkeit bei 43 Stundenkilometern. „Der im Antrag der Bezirksratsfraktion formulierte ,rasende Verkehr’ kann nicht bestätigt werden“, schreibt die Polizei.

Auch die Unfallstatistik ist unauffällig. Insgesamt 74 Unfälle hatten sich 2013 bis 2015 in Brüderstraße, Herrenstraße, Goseriede und Odenstraße ereignet. 60-mal habe es beim Ein- oder Ausparken gekracht. Die anderen 14 Unfälle sind laut Polizei beim Vorbeifahren oder Ausweichen von parkenden Autos entstanden. Es sei nur eine Person leicht verletzt worden, als ihr ein Fahrzeug über den Fuß fuhr. „In keinem Fall wurde nicht angepasste oder überhöhte Geschwindigkeit als Unfallursache festgestellt“, berichtet die Polizei.

„Anlieger frei“ bringt nichts

Die vom Bezirksrat geforderten Kontrollen für die „Anlieger frei“-Zone in dem Bereich halten die Beamten für wirkungslos. Weil sich hier auch Geschäfte, Lokale und eine Packstation befinden, könne sich jeder Verkehrsteilnehmer ohne Weiteres als Anlieger ausgeben und die Sperrzone befahren. „Eine diesbezügliche Überwachung wäre im Hinblick auf die angestrebten Ziele nicht zielführend“, lautet das Fazit der Polizeiinspektion Mitte.

Von Christian Link

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