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Mitte Azubis des BBZ verschönern Hof von Kinderkrippe
Hannover Aus den Stadtteilen Mitte Azubis des BBZ verschönern Hof von Kinderkrippe
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06:15 20.10.2012
Die Azubis vom Stephanstift bei der Arbeit im Hof der Lotus Kinderkrippe. Quelle: Dimi Anastassakis
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Dass sie scheinbar mühelos anwenden, was sie bisher in ihrer Ausbildung gelernt haben, ist keine Selbstverständlichkeit. Die jungen Menschen, die hier arbeiten, sind psychisch beeinträchtigt und teilweise lernbehindert. Für sie ist das Berufsleben in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung.

Davon ist in diesen Tagen im Innenhof der Lotus Kinderkrippe, die früher einmal ein Reifenlager der Conti war, kaum etwas zu spüren: Seit einer Woche arbeiten zwölf angehende Gartenbauer, Maler und Landschaftsbauer daran, aus dem eher tristen Areal der Kita ein Spielparadies für Kleinkinder zu machen. Drei Wochen nehmen sie sich Zeit, um Beete und Pflasterflächen anzulegen, Wege zu ebnen und die Mauern des Außenbereiches mit kindgerechten Motiven zu bemalen. Auch einen Parcours für Bobbycars werden sie bauen.

Den Zeitrahmen für die Arbeiten hat die Lotus Kinderkrippe etwas großzügiger als sonst üblich ausgelegt. „Viele Auszubildenden ermüden schnell, haben Schwierigkeiten am Ball zu bleiben und Misserfolge auszuhalten“, sagt Ingetraut Steffenhagen vom Stephansstift.

Die jungen Menschen machen im BBZ eine Ausbildung, weil sie dort die Unterstützung bekommen, die sie benötigen. Oft können sie nur schlecht lesen, haben mangelhafte Rechtschreibkenntnisse und Schwierigkeiten in Mathe. Viele sind verhaltensauffällig. Manche haben eine seelische Krankheit. Daher werden sie während ihrer Ausbildung von Psychologen, Ergotherapeuten und Ausbildern mit sonderpädagogischen Zusatzausbildungen betreut.

Projekte wie die Innenhofgestaltung in der Lotus Kinderkrippe sind für die Auszubildenden von immenser Bedeutung: Sie erleichtern ihnen den Übergang von der Schule ins Berufsleben und geben ihnen die Möglichkeit, den Arbeitsalltag in einem geschützten Rahmen außerhalb der Bildungseinrichtung kennenzulernen. „Unsere Auszubildenden sollen ja später in regulären Betrieben arbeiten, da ist es wichtig, dass sie das auch schon in der Ausbildung kennenlernen“, sagt Steffenhagen. Es sei schließlich etwas anderes, ob die jungen Menschen in der Schule oder für einen realen Kunden arbeiteten.

Für das Stephansstift ist es schwierig, ihren Azubis Aufträge bei privaten Kunden zu verschaffen. „Die zeitlichen Vorgaben sind manchmal zu eng“, sagt Steffenhagen. Schließlich könne es schon einmal passieren, dass die angehenden Garten- und Landschaftsbauer plötzlich ausfallen. „Private Kunden würden solche Verzögerungen kaum tolerieren. Bei der Kinderkrippe hatten wir einen entsprechenden Zeitrahmen zur Verfügung“, sagt Steffenhagen.

Steffenberg ist sich sicher, dass die meisten ihrer Azubis später in der Lage sind, in einem regulären Betrieb zu arbeiten. Zur Ausbildung im BBZ gehört ein längeres Betriebspraktikum in einem anerkannten Ausbildungsbetrieb der freien Wirtschaft. „Die meisten der jungen Menschen brauchen einfach Zeit - und wenn man ihnen diese gibt, schaffen sie es auch“, sagt Steffenberg.

Stefanie Nickel

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