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Mitte Künstler stellen an der Leine aus
Hannover Aus den Stadtteilen Mitte Künstler stellen an der Leine aus
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06:15 15.04.2012
Von Michael Zgoll
Bildhauer Michael Zwingmann hat „Plastische Annäherungen an das Phänomen der schwarzen Löcher“ aus Gussasphalt geschaffen. Quelle: Michael Zgoll
Mitte

Innehalten und Ruhe tanken: Unter dem Motto „Die Entdeckung der Langsamkeit“ stellen derzeit elf Künstler ihre Werke an der Leine nahe dem Maschsee-Nordufer aus. Zwischen dem Clara-Zetkin-Weg und der Culemannstraße im Stadtteil Mitte ist die Freiluftausstellung „Flusswärts 2“ bis zum 21. März 2013 zu sehen, also noch knapp ein Jahr. Das Kunstprojekt wird vom Kulturbüro der Stadt und der Region Hannover gefördert.

Anders als die auf Fernwirkung angelegte Kunst zwischen Königsworther Platz und Friedrichswall setzt das Projekt „Flusswärts 2“ darauf, den Betrachter zur „Entdeckung der Langsamkeit“ zu bewegen. „Der Skulpturenweg versteht sich als Angebot, sich auf Kunst innerhalb der vom Menschen gestalteten Natur einzulassen“, erläutert Michael Zwingmann, Mitinitiator der Ausstellung. Die Grünfläche am Clara-Zetkin-Weg solle durch die Kunst von einem Durchgangsbereich zu einem Ort werden, an dem man sich gerne aufhalte. Derzeit wird dies allerdings ein wenig erschwert, weil südlich des Skulpturengartens Baumaschinen rattern: Auf dem Gelände eines ehemaligen Betriebshofs pflanzt die Stadt mehr als 200 neue Bäume sowie Büsche und verlängert den Spazierweg. Die Begrünung ist ein Teil der Ausgleichsmaßnahmen für die Fällung Hunderter Bäume am Ihme-Zentrum, die dort dem Hochwasserschutz zum Opfer gefallen waren.

Unter dem Motto „Die Entdeckung der Langsamkeit“ stellen derzeit elf Künstler ihre Werke an der Leine nahe dem Maschsee-Nordufer aus.

Generell gilt: Das Anfassen der Kunstwerke ist erlaubt. Die Exponate beschäftigen sich allesamt mit dem Material oder der Formengebung von Wasser - manchmal auch nur unscheinbar. So sind drei der verwendeten Gesteinssorten durch Ablagerungen im Wasser entstanden: der rote Wesersandstein, der aus dem südlichen Niedersachsen stammende Thüster Kalkstein und der vor 140 Millionen Jahren entstandene Oberkirchner Sandstein.

Das verbindende Element der Ausstellung ist die Leine. Der Fluss führt gewissermaßen automatisch zu den einzelnen Standorten der Skulpturen - und setzt das Vorgängerprojekt fort. Unter dem Titel „Flusswärts“ wurden schon 2005 in den Leineauen zwischen Hannover, Hemmingen und Laatzen verschiedene Skulpturen auf Zeit aufgestellt. Vier Künstler aus der Gruppe „Bildhaueratelier Hemmingen“ - Fokko Brants, Burkhard Bumann-Döres, Paul Hoffmann und Michael Zwingmann - geben am Clara-Zetkin-Weg erneut einen Einblick in ihr Werk. Auch unter den übrigen Künstlern wie Roger Bischoff, Helmut Hennig, Jürgen Scholz, Michael Steup, Harald Thomas und Kwanho Yuh sind etliche ehemalige Absolventen des Fachbereichs „Bildende Kunst“ der früheren Fachhochschule Hannover vertreten; der Bildhauer Makoto Fujiwara hat dort sogar gelehrt.

Führungen durch den Skulpturengarten von „Flusswärts 2“ finden an den Sonntagen 6. Mai, 3. Juni, 1. Juli, 5. August, 2. September, 7. Oktober und 4. November 2012 statt. Treffpunkt ist jeweils um 11 Uhr vor „Loretta’s Kleinem Milchhäuschen“ in der Culemannstraße 14. Auch planen Stadt und Region Führungen für sehbehinderte Menschen.

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