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Mitte Nachfahr wird Pate für Ramberg-Grab
Hannover Aus den Stadtteilen Mitte Nachfahr wird Pate für Ramberg-Grab
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17:50 15.04.2012
Von Juliane Kaune
Mit Urkunde: Bürgermeister Bernd Strauch, neuer Pate Jürgen Behrens. Quelle: Martin Steiner
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Mitte

Es sei etwas Außergewöhnliches, einen berühmten Verwandten zu haben, meint Jürgen Behrens. Seit 25 Jahren beschäftigt sich der 51-Jährige Lübecker mit dem Stammbaum seiner Familie - so lange ist es her, dass er zum ersten Mal vor dem Grab seines Urururgroßvaters Johann Heinrich Ramberg (1763-1840) auf dem Gartenfriedhof in Hannover stand. Am Sonnabend besuchte er wieder die Ruhestätte des Kunstmalers und Satirikers - dieses Mal in ganz besonderem Rahmen: Behrens hat die Patenschaft für das Grabmal seines Ahnen übernommen und wird sich für dessen Erhalt einsetzen. In einer Feierstunde mit Bürgermeister Bernd Strauch erhielt er die offizielle Urkunde der Stadt Hannover, der Eigentümerin des Friedhofs.

Der Verein „Renaissance Gartenfriedhof“ unter Vorsitz des früheren Landessuperintendenten Dieter Zinßer bemüht sich seit einiger Zeit, die Grünanlage an der Marienstraße aufzuwerten - unter anderem mit der Suche nach Paten für die 36 historischen Gräber, von denen etliche prominente Namen tragen. Behrens ist der Sechste, der eine Patenschaft übernommen hat. Den Anfang hatte im September 2011 die Stiftung Ahlers Pro Arte mit dem Grab von Lotte Kestner gemacht, es folgten die Gräber von Heinrich Tramm, Johann Christoph Salfeld, Heinrich Andreas Jakob Lutz und Adolph Hansing.

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Die Lebensleistung Rambergs, nach dem eine Straße in der Oststadt benannt ist, würdigte Kunsthistorikerin Alheidis von Rohr. Sie berichtete über die vielfältigen Talente des Hannoveraners, der als Hofmaler, Theaterdekorateur, Zeichner, Grafiker und Buchillustrator arbeitete. „Das Landesmuseum und das Historische Museum besitzen noch Werke des Künstlers“, erklärte sie, kritisierte aber auch, diese würden nicht angemessen präsentiert.

„Ich habe leider keine künstlerisch Ader“, bedauerte Urururenkel Behrens. Der Postzusteller ist jüngst von Lübeck nach Seelze umgezogen und kann die Ahnenforschung nun direkt in der Heimatstadt seines berühmten Vorfahren betreiben.

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