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Mitte Stadt macht Friederikenplatz sicherer
Hannover Aus den Stadtteilen Mitte Stadt macht Friederikenplatz sicherer
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21:18 16.11.2011
Von Conrad von Meding
Verwirrend gefährlich: Radfahrerüberweg am Friederikenplatz. Quelle: Martin Steiner
Hannover

Ampeln, Blinklichter, Markierungen oder ein Komplettumbau der Abbiegespuren: Baudezernent Uwe Bodemann sagte am Mittwoch im Bauausschuss zu, dass die Stadt am Friederikenplatz alle denkbaren Optionen „im Nachgang zu den tragischen Ereignissen der vergangenen Woche sehr kritisch diskutiert und hinterfragt“. Damit reagierte er darauf, dass sowohl in der Bürgerfragestunde als auch von Politikern drängende Nachfragen zu der Problemkreuzung laut wurden.

Ende vergangener Woche hatte es zwei schwere Unfälle am Friederikenplatz gegeben. Ein Radfahrer starb, tags drauf wurde ein anderer schwer verletzt. Bodemann sagte, die Stadt warte zwar vor der endgültigen Entscheidung über Konsequenzen noch das Votum der Verkehrsunfallkommission ab. Klar sei aber, dass sehr bald gehandelt werde.

An zwei Stellen sind Radfahrer besonders gefährdet: dort, wo Autofahrer aus der Karmarschstraße auf den Friederikenplatz abbiegen, und dort, wo Autofahrer im weiteren Verlauf in Richtung Leibnizufer fahren und dabei die in Richtung Lavesalle führende Radspur kreuzen. An letzterer Stelle hatte sich einer der schweren Unfälle ereignet. Bei der Aussprache im Bauausschuss am Mittwoch wurde erneut klar, dass kaum jemand weiß, welcher Verkehrsteilnehmer wo Vorfahrt hat. SPD-Ratsherr Jürgen Mineur kritisierte, dass die Situation für Auto- und Radfahrer verwirrend sei. Ohnehin sei unlogisch, dass abbiegende Autofahrer Vorfahrt hätten gegenüber Radfahrern, die quasi geradeaus fahren: „Das gibt es sonst nirgendwo.“

CDU-Ratsherr Felix Blaschzyk machte den Vorschlag, als kostengünstige Sofortmaßnahme die drei Überwege – einer für Fußgänger, zwei für Radfahrer, und alle mit verschiedenen Vorrangberechtigungen – zu einem kompakten Weg zusammenzulegen. Dieser müsse deutlich markiert und vielleicht auch mit Blinklicht versehen werden.

Zustimmung erhielt er von Dirk Hillbrecht von der Piratenpartei. Nicht nötig sei eine Ampel, weil diese den Radfahrern den Verkehrsfluss nähme, was zu Akzeptanzproblemen führe. Auch Michael Dette (Grüne) sprach sich für eine Regelung aus, die zu Rücksichtnahme anhalte. Keinesfalls aber dürften die Wege für Fußgänger länger werden – „sonst suchen die sich wieder den kürzesten Weg über die Straße“. Oliver Förste (Linke) mahnte, die Stadt dürfe nicht zu lange warten: „Es besteht dringender Handlungsbedarf.“ Auch Wilfried Engelke (FDP) rügte scharf, dass die Verwaltung nicht gehandelt habe, obwohl aus der Bevölkerung und dem Bezirksrat immer wieder Warnungen gekommen seien: „Dort gab es sogar schon einen Ortstermin.“

Baudezernent Bodemann wies darauf hin, dass die Vorfahrtsregelungen zwar eindeutig seien, die Stadt aber den Handlungsbedarf erkenne. Beide problematischen Kreuzungen seien für das Programm zum Rückbau ampelfreier Rechtsabbiegespuren vorgesehen, die als unfallträchtig gelten.

Die Stadt prüfe, ob der Rechtsabbieger aus der Karmarschstraße mit „geringem Bauaufwand“ provisorisch umgebaut werden könne, um auch dort die Situation zu entschärfen. Langfristig sollen beide Knotenpunkte im Zuge der City-2020-Planung zu einer Doppelkreuzung mit deutlich weniger Fahrspuren umgebaut werden. Gutachten hatten ergeben, dass der Verkehr trotzdem gut rollen werde. Die gewonnenen Freiflächen sollen als neue Stadträume genutzt werden.

Kindersicherheit: Die Stadt setzt auch ihr Programm für mehr Kindersicherheit im Verkehr fort. Tiefbauchef Gerhard Kumm-Dahlmann berichtete am Mittwoch im Ausschuss, dass 22 Gefahrenpunkte seit 2010 umgebaut wurden. An 15 Punkten laufen Arbeiten noch, an acht weiteren starten die Arbeiten 2012. 400.000 Euro gibt die Stadt jährlich dafür aus.

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