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Mitte Umbau des Klagesmarktes wird teurer
Hannover Aus den Stadtteilen Mitte Umbau des Klagesmarktes wird teurer
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06:15 08.10.2012
Baustelle am Klagesmarkt. Quelle: Droese
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Hannover

Doch die von Politikern geäußerte Hoffnung, die enormen Umbaukosten durch Verkauf von Baugrundstücken auf dem südlichen Teil zu refinanzieren, zerschlägt sich. Grund ist ein 85 Meter langer und 21 Meter breiter Bunker unter der Parkplatzfläche. 5850 Kubikmeter stahlbewehrten Betons und zusätzlich etwa 850 Kubikmeter Ziegelmauerwerk müssen abgebrochen, ausgegraben und entsorgt werden.

Interne Berechnungen haben jetzt ergeben, dass der notwendige Abbruch des Tiefbunkers unter dem Platz 2,6 Millionen Euro kosten wird. Selbst bei einer erhofften EU-Förderung von gut einer halben Million Euro werden die Erlöse aus dem späteren Grundstücksverkauf die Kosten nicht auffangen können.

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Mit der Bebauung der südlichen Flächen des Klagesmarkts will die Stadt vor allem neuen Wohnraum in Innenstadtnähe schaffen. Genossenschaften und Baugemeinschaften sollen den Zuschlag erhalten, damit keine Luxuswohnungen entstehen.

Weil die in Aussicht gestellte Förderung aus EU-Geld aber einen Abschluss des Projekts vor Ende 2013 vorsähen, solle im Mai 2013 mit dem Abriss begonnen werden. Ob der Zeitplan eingehalten werden kann, darf als fraglich gelten. Denn möglicherweise steht in der Sache ein Streit um Baulärm bevor. Im Zooviertel hatte jüngst der Abbruch eines viel kleineren Hochbunkers die Anwohner über Monate genervt, das Verwaltungsgericht erklärte schließlich die Belästigung der Nachbarn für nicht zumutbar erklärt.

Protest erwartet

Die Verwaltung will nun zunächst bei den Kommunalpolitikern ein Meinungsbild zu der Planung einholen. Dabei ist mit Protest zu rechnen. Ein Bündnis hat mehr als 1000 Unterschriften gegen die Bebauung des historischen Marktplatzes gesammelt und Klage angedroht. Der pensionierte Planer Friedrich Londenberg will den Politikern von ihm entworfene Konzepte für den Bau eines Freizeitheims vorstellen: „Wenn man den Klagesmarkt schon bebaut, dann sollte wenigstens die ganze Öffentlichkeit etwas davon haben, nicht nur die Bewohner einiger Neubauten.“

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