Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Mitte Unternehmerin kommt auf den Hund
Hannover Aus den Stadtteilen Mitte Unternehmerin kommt auf den Hund
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:05 29.09.2014
Von Simon Benne
Literaturkarriere mit „Mopsgeschwindigkeit“: Tina Voß.
Literaturkarriere mit „Mopsgeschwindigkeit“: Tina Voß. Quelle: Alexander Körner
Anzeige
Hannover

„Ein bisschen aufgeregt bin ich schon“, gestand sie. Schließlich war es ihre erste Lesung. Tina Voß, sonst erfolgreiche Unternehmerin, ist unter die Schriftstellerinnen gegangen: Bei einer HAZ-Lesung in der ausverkauften Schalterhalle des Anzeiger-Hochhauses präsentierte sie am Montag ihr Romandebüt „Ex & Mops“ (Dryas Verlag, 288 Seiten, 10,50 Euro). In dem Frauenroman - unterhaltsame Story, temporeich erzählt - geht es um die junge Kay, die den Mann fürs Leben sucht und parallel dazu einen Pflegehund betreut. Für den Romanmops Bernd hat der Realmops Herr Karlsson Pate gestanden, der bei Tina Voß lebt. Zur Lesung nahm Frauchen ihn aber nicht mit: „Er hätte gebellt - das hätte gestört“, sagt die 44-Jährige.

So brachte sie das Tier um ein kurzweiliges Vergnügen. Denn Tina Voß las bei ihrer Lesung nicht einfach. Sie plauderte witzig über ihr Buch und das Leben - und sie zelebrierte eine kleine Multimediashow: Passend zu einzelnen Textstellen hatte sie einen Ochsenziemer oder eine Bullenkastrationszange mitgebracht, dazu wurden auf einer Leinwand Bilder von Möpsen oder Möhren eingeblendet. Teile ihres Vortrags gerieten temperamentvoll: „Ich habe extra ein zweitätiges Lesungscoaching gemacht. Jetzt weiß ich, warum Sprecher ein Lehrberuf ist“, sagt sie. Schließlich präsentierte sie Krawatten, Loops und Babywäsche im Mops-Design, das ihre Freundin Daniele Gencalp vom Label Lillestoff passend zum Buch auf den Markt gebracht hat.

 Die gut 100 Besucher goutierten die Lesung mit Applaus. Comedian Dietmar Wischmeyer, nach Eigenauskunft „wenig bewandert in hundebegleitender Frauenliteratur“, zollte Tina Voß Respekt: „Das Buch hätte ich selbst auch gern geschrieben.“

Jörn Kießler 21.09.2014
15.09.2014