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Mitte Zustand der City-Wache wird gefährlich
Hannover Aus den Stadtteilen Mitte Zustand der City-Wache wird gefährlich
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19:34 13.11.2013
Von Tobias Morchner
Marodes Gebäude: Die Wache in der Herschelstraße 
gerät wieder und wieder wegen ihres schlimmen 
Zustandes in die Schlagzeilen. Quelle: Dillenberg
Mitte

Das Gerüst soll Beamte, die ihr Revier über den Hinterausgang verlassen, vor herabfallendem Mörtel schützen. Doch auch Passanten, die vor der Polizeistation entlanggehen, leben offenbar gefährlich: Vor knapp zwei Wochen wurde eine 37-Jährige beinahe von einer herabfallenden Fensterscheibe verletzt. Die Scheibe war herausgefallen, als ein Beamter im zweiten Stock des Gebäudes ein Fenster schloss. Dabei löste sich das Glas, fiel auf den Gehweg und verfehlte die Frau nur knapp.

Die Behörde reagierte auf das Beinaheunglück. Der Gehsteig entlang der Herschelstraße bleibt bis auf Weiteres gesperrt. Ein Glaser dichtete alle alten Fenster auf der betroffenen Seite des Gebäudes von innen mit Silikon und von außen mit Fensterkitt ab. Polizeipräsident Volker Kluwe will ein Kataster anlegen lassen, in dem alle von der Polizei genutzten Gebäude nach dem Grad ihrer Sanierungsbedürftigkeit aufgelistet werden sollen. Wie viel Zeit das in Anspruch nehmen wird, ist unklar.

Doch um festzustellen, wie marode insbesondere die Wache in der Herschelstraße ist, bedarf es eigentlich keiner neuen Auflistung. Bereits im Mai 2012 geriet die Inspektion in die Schlagzeilen, als ein Mann in einer Zelle im Keller des Gebäudes ein Stück einer Fliese aus der Wand herausbrach und sich damit verletzte. Einen Monat später ergaben Messungen des Gesundheitsamtes in dem Dienstgebäude, dass sowohl der Blei- als auch der Eisengehalt des Leitungswassers erhöht war, das in den Teeküchen und Toiletten aus den Hähnen kam. Vorsorglich wurden die rund 200 Beamten, die ihren Dienst in der Herschelwache versehen, mit Wasser aus Kanistern und Plastikflaschen versorgt. In den Teeküchen wurden Warnhinweise mit der Aufschrift: „Kein Trinkwasser“ aufgehängt.Aufgefallen war das Problem, weil aus einem Wasserhahn plötzlich braunes Wasser herauslief.

Nach HAZ-Informationen sind die zuständigen Stellen, das Landesliegenschaftsamt und das Innenministerium, regelmäßig über die zum Teil unhaltbaren Zustände in der Wache informiert worden. Lediglich die maroden Zellen im Keller der Dienststelle wurden saniert. Ansonsten ist bislang nichts geschehen – angeblich fehlt es dafür an Geld.

Auch die rund 40 Jahre alten Fenster der Polizeistation, deren Rahmen verzogen sind und die nicht mehr richtig schließen, werden wohl nicht ersetzt. Ein Austausch würde knapp 500.000 Euro kosten. „Die Wache erinnert an einen Gebrauchtwagen, bei dem es teurer ist, ihn zu reparieren als ihn zu verschrotten“, sagt ein Beamter, der nicht genannt werden will.

Doch ein Neubau der aus einsatztaktischer Sicht enorm wichtigen Polizeiwache in der Innenstadt wird sich ebenfalls aus Kostengründen nicht realisieren lassen. Dabei liegen die Ideen für einen neuen Standort bereits auf dem Tisch. Martin Prenzler, der Chef der City-Gemeinschaft, hatte vorgeschlagen, die neue Polizeiinspektion Mitte auf dem östlichen Teil des Parkplatzes Am Marstall entstehen zu lassen. Der marode Dienstsitz in der Herschelstraße könne dann aufgegeben werden. Die rund 200 Beamten der City-Wache könnten den neuen Standort in unmittelbarer Nachbarschaft des Rotlichtviertels und der Fußgängerzone beziehen. Sowohl die Stadt als auch die Polizei haben diesen Vorschlag bislang abgelehnt.

Hoher Sanierungsbedarf

Der Sanierungsbedarf der von der Polizei genutzten Gebäude ist enorm. Einige Räumlichkeiten sind in jüngster Vergangenheit bereits erneuert worden, doch die Liste der maroden Dienststellen ist lang. Freuen konnten sich die rund 285 Ermittler des Kriminaldauerdienstes, der Kriminaltechnik sowie der Fachinspektion für Wirtschafts- und Betrugsdelikte. Im Juni konnten sie ihre neuen Büros auf dem Hanomag-Gelände beziehen. Die Sanierung des Gebäudes, das die Behörde im Jahr 1987 bezogen hatte, war unumgänglich geworden. Beamte klagten über Feuchtigkeit in den Wänden, Zugluft im Winter und überhitzte Räume im Sommer. In der Zeit des Umbaus mussten die Ermittler zum Teil in Container umziehen, die auf dem Parkplatz des Geländes aufgestellt worden waren.

Auch das Kommissariat in Stöcken ist in diesem Jahr runderneuert worden. Im Februar konnten die 32 Beamte das sanierte Gebäude an der Stöckener Straße beziehen. Das umfangreichste Bauprojekt in der jüngeren Geschichte der Polizei fand im Oktober 2011 seinen Abschluss. Damals zogen die 215 Beamte der Polizeiinspektion West, die unter anderem für die Koordinierung sämtlicher Fußballeinsätze im Stadion zuständig sind, von der Gartenallee in die neue Dienststelle in die Wunstorfer Straße.

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