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Nord 2100 Unterschriften für den Erhalt der Sparkasse
Hannover Aus den Stadtteilen Nord 2100 Unterschriften für den Erhalt der Sparkasse
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12:47 28.01.2015
Von Bärbel Hilbig
Gerhard Eibach (rechts) übergibt die Unterschriften an Stefan Schostok.
Gerhard Eibach (rechts) übergibt die Unterschriften an Stefan Schostok. Quelle: Jan Philipp Eberstein
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Hannover

Das wichtige Päckchen war liebevoll mit einer roten Kordel verziert. 99 Blätter mit insgesamt 2105 Unterschriften gegen die Schließung der Sparkasse im Harzer Viertel durfte Oberbürgermeister Stefan Schostok vergangene Woche im Rathaus in Empfang nehmen. 14 jüngere und ältere Bürger erläuterten dem Oberbürgermeister und zugleich Verwaltungsratsvorsitzenden der Sparkasse, warum sie für den Erhalt der Filiale eintreten. Zahlreiche Ehrenamtliche im Stadtteil Burg hatten die Unterschriften gesammelt, einige harrten dafür an einem Sonnabend acht Stunden lang vor einem Supermarkt im Viertel aus.

„Die Sparkasse ist eine öffentlich-rechtliche Bank. In ihrer Satzung steht, dass die Gewinnorientierung nicht das Hauptanliegen ist“, sagt Gerhard Eibach, Kirchenvorstandsvorsitzender der Zachäusgemeinde. Angesichts der zahlreichen älterer Bewohner in Burg sei eine Bankfiliale mit Beratung und Service vor Ort dringend notwendig, betont Eibach.

Viel Hoffnung machte Schostok der Delegation nicht. Die Sparkasse müsse auch betriebswirtschaftlich handeln, und das Konzept zur Schließung mehrerer Filialen sei auf der Grundlage eines umfassenden Vergleichs in Stadt und Umland erfolgt. Er versprach aber, Unterschriften und Argumente an den Sparkassenvorstand weiterzugeben.

Vereinbart ist inzwischen ein Gespräch mit dem Vorstandschef der Sparkasse, Heinrich Jagau. „Wir erwarten Alternativvorschläge zu einer Schließung, damit das Dienstleistungsangebot aufrechterhalten wird“, betont Eibach. Die Einwohner des Viertels denken dabei zum Beispiel an eine eingeschränkte Öffnung an zwei oder drei Tagen. Ob eine komplette Schließung abgewendet werden kann, steht allerdings in den Sternen. „Wir prüfen noch ergebnisoffen diverse Varianten“, sagt Sparkassen-Sprecherin Renate Schmidt-Temmelmann. Die Filiale in der Harzburger Straße sei allerdings unrentabel, das habe der Vergleich der Standorte ergeben.

„Wir können nicht wegdiskutieren, dass Schließungen zu Einschränkungen führen“, räumt die Sparkassen-Sprecherin ein. Schmidt-Temmelmann bekräftigt den öffentlich-rechtlichen Auftrag der Sparkasse. „Wir dürfen aber die Wirtschaftlichkeit nicht aus den Augen verlieren. Im Vergleich zu anderen Banken bieten wir immer noch eine enorme Filialdichte.“ Besonders in Hannover seien die Zweigstellen der Sparkasse nicht so weit voneinander entfernt. Die Einwohner im Umland lebten mit viel größeren Distanzen.

Das Gebäude in der Harzburger Straße, in dem die Filiale sich befindet, gehört in Teilen der Sparkasse. Bisher ist offen, was damit passiert. „Wenn wir ein attraktives Angebot bekämen, würden wir unseren Anteil aber verkaufen,“ sagt die Sprecherin.

Susanna Bauch 24.01.2015
22.01.2015