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Nord Anlieger wehren sich gegen Sanierung
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Anlieger wehren sich gegen Sanierung
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02:15 13.06.2015
Von Bärbel Hilbig
Andreas Nehm (l.), Susanne Schwabedissen (Mitte), Heinz-Georg Otschimke (r.) und ihre Familien ärgern sich. Quelle: Michael Wallmueller
Hannover

Mehrere Hauseigentümer in der Straße Auf dem Loh sind in Sorge. Die Stadtverwaltung hat ihre kleine Straße zur Sanierung im Sonderprogramm Grunderneuerung im Bestand vorgeschlagen. Rund 450 000 Euro sollen ein neuer Aufbau der Fahrbahn, Regenwasserablauf, Platten für den Fußweg und Fahrradbügel kosten. Wie viel davon die einzelnen Hausbesitzer zahlen müssen, wird sich erst nach einer Sanierung verlässlich sagen lassen.

Andreas Nehm befürchtet, dass er und seine Ehefrau mit rund 20.000 Euro zur Kasse gebeten werden könnten. „Das können wir nicht aufbringen“, sagt Nehm. Seine Frau hat das Mietshaus von 1902, das seit Anbeginn in Familienbesitz war, gemeinsam mit ihrem Bruder geerbt. Erst vor Kurzem hat sie ihn ausgezahlt und dafür Kredite aufgenommen. „Aus den Mieteinnahmen zahlen wir das ab. Und es bleibt ein bisschen für die Instandhaltung“, erklärt Nehm.

Die Besonderheit an der Straße: Nur eine Seite ist mit Mehrfamilienhäusern in privater Hand bebaut. Auf der anderen Straßenseite liegen Grundschule, Bahngelände und ein großer Kinderspielplatz. In einer Anliegerstraße - als solche ist Auf dem Loh eingestuft - tragen die Grundstückseigner 75 Prozent der Sanierungskosten. Die Hauseigentümer argwöhnen nun, dass sie den Kostenanteil für die öffentlichen Flächen mittragen müssen. Das trifft zum Teil zu. Die Stadt ist mit dem Grundschulgelände selbst Anlieger und wird ebenso wie die Deutsche Bahn an den Kosten beteiligt, diese allerdings nur mit den Liegenschaften, die nicht Gleisanlage sind. Und die machen nur einen kleineren Teil des Bahngeländes aus. Für den Spielplatz ist keine Beitragspflicht vorgesehen.

Sanierungen auf Eis gelegt

„Wir verstehen nicht, warum das Bahngelände nur zum Teil und der Spielplatz gar nicht einbezogen wird. Für uns ist das eine elementare Frage“, kritisiert Susanne Schwabedissen. Normale Straßen seien schließlich von beiden Seiten bebaut. Die 44-jährige Lehrerin lebt mit ihrem Mann und vier Kindern in einem Mehrfamilienhaus, das sie von ihrem Vater bekommen hat. Die Mieteinnahmen steckt sie bisher komplett in die schrittweise Sanierung des Gebäudes, ein Altbau wie alle 19 Häuser in der Straße. „Wir wollten auch Balkone anbauen. Das haben wir jetzt erst mal auf Eis gelegt.“

Die Hauseigentümer fühlen sich von der Stadtverwaltung außerdem nur unzureichend informiert. Im März lagen Infobriefe in den Briefkästen, die auf die erste Bezirksratssitzung zum Thema hinwiesen. „Ich habe das nur durch Zufall bekommen, weil wir selbst in dem Haus wohnen“, kritisiert Andreas Nehm. „Die Information der Mieter per Postwurfsendung ist eine freiwillige Leistung der Stadt“, sagt Stadtsprecher Alexis Demos. In dem Schreiben an die Anlieger stand allerdings auch, dass diese, falls sie Mieter sind, die Hauseigentümer benachrichtigen sollten.

Ein zuverlässiger Weg sei das nicht, bemängelt Nehm. Er geht davon aus, dass manche Hausbesitzer bis heute nicht wissen, dass eine Entscheidung über die Sanierung der Straße ansteht. „So lehnen sich nicht so viele auf“, schätzt Susanne Schwabedissen. Die Stadtverwaltung hat jetzt angekündigt, die Eigentümer nach einem positiven Ratsbeschluss informieren zu wollen. Zuvor entscheidet Ende Juni der Bezirksrat Nord, der den Vorschlag auch kippen könnte.

Die Straßen, die in die zweite Runde des Sonderprogramms zur Grunderneuerung aufgenommen werden, sind in den Jahren 2016 und 2017 an der Reihe. „Die Anlieger bekommen mit Sicherheit nicht im gleichen Jahr die Rechnung. Und es ist auch möglich, über Ratenzahlung zu sprechen“, betont Stadtsprecher Demos.

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