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Nord Architektinnen bekommen Preis für Trattoria Piu
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Architektinnen bekommen Preis für Trattoria Piu
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14:00 23.07.2014
Von Christian Link
Wirtin Gabriella „Mama“ Piu und Architektin Irina Kresic kennen sich schon seit Jahrzehnten (l). Dort sehen sie sich oft, seit Kresic das Interieur mitgestaltet hat. Quelle: Christian Link
Calenberger Neustadt

Man muss kein Fachmann sein, um das Entree der Trattoria Piu in der Goethestraße schick zu finden. Trotzdem haben jetzt auch die Experten bestätigt, dass der Laden seit seiner Umgestaltung im Jahr 2010 zu einem Schmuckstück geworden ist. Für den Umbau und die Sanierung der Trattoria wurden Tatjana Sabljo und Irina Kresic kürzlich vom Bund der Architekten Niedersachsen mit dem Nachwuchspreis „max 45“ ausgezeichnet. Dass der Preis etwas spät verliehen wurde, ist in diesem Fall verzeihlich: Den landesweiten Förderpreis für junge Architekten gibt es erst seit diesem Sommer.

„Die Planerinnen wissen sehr gut mit Materialien umzugehen und können auf kleinstem Raum Funktionen generieren“, lobte die Jury unter dem Vorsitz von Stadtbaurat Uwe Bodemann den Trattoria-Umbau. Damit sind etwa die Stehtische gemeint, die zwar in der Wand verankert sind, aber sich mit wenigen Handgriffen aushängen lassen. Dadurch kann in dem nur 50 Quadratmeter großen Lokal kurzfristig Platz geschaffen werden - etwa für Feste. „Ich habe hier meine Hochzeit mit 40 Gästen gefeiert“, erzählt Kresic. Trotz der vielen Besucher konnte gleichzeitig gesessen, getanzt und ein Büfett aufgebaut werden.

Während der normalen Öffnungszeiten ist an das Aushängen der Tische aber gar nicht zu denken. Dicht an dicht drängen sich vor allem mittags die Gäste im Piu. „Wenn hier Mittagstisch ist, ist es so voll wie in der Markthalle - und so wollten wir das auch“, sagt die Architektin Kresic.

Die Fenster zur Goethestraße sind ebenfalls multifunktional. Weil der Fußweg für eine Außenbewirtschaftung zu schmal ist, ist die Holzverschalung der Fenster gleichzeitig eine Sitzfläche. So können Gäste bei schönem Wetter draußen ihren Kaffee genießen und vor dem Hintergrund der Marktkirche das Treiben auf der Kreuzung zum Leibnizufer beobachten. Von drinnen ist das Geschehen durch riesige Glasscheiben gut zu sehen. „Wir wollten den Laden nach Außen öffnen und alles mehr als Schaufenster definieren“, beschreibt Kresic. Ihr Ziel war es, dem schlichten deutschen Reihenhaus aus der Gründerzeit etwas mediterranen Flair zu verleihen. „Es fehlen nur noch die italienischen Mopeds, die vorbeiknattern.“

Vor dem Umbau war die Trattoria 30 Jahre lang nicht saniert worden. „Wir mussten die Arbeiten minutiös planen, damit in acht Wochen alles fertig wird“, sagt Kresic. Anfang März wurde das Lokal für die Bauarbeiten geschlossen, zum Tanz in den Mai sollte es wieder öffnen - alle Stammgäste waren persönlich eingeladen worden. Obwohl eine Wand unerwarteterweise in sich zusammenfiel und neu gemauert werden musste, wurde der Umbau pünktlich fertig.

Für die beiden Architektinnen war die Sanierung der erste Auftrag, den sie nach ihrer Existenzgründung selbstständig durchführten. „An diesem Projekt werden wir immer gemessen“, sagt Kresic. Die lange Planungszeit von gut zwei Jahren habe sich ausgezahlt. „Wir haben dabei zwar wenig verdient, aber es hat uns für weitere Aufträge geholfen.“ Außerdem sei die Sanierung ein Herzensanliegen gewesen. Den Trattoria-Betreiber Luca Piu und seine Mutter Gabriella - die von den Gästen nur liebevoll „Mama Piu“ genannt wird - kennt Kresic, die nach ihrer Heirat den Mädchennamen Keferstein abgelegt hat, schon seit ihrer Schulzeit.

Seit der gelungenen Premiere hat sich das Architekturbüro der beiden Frauen gut entwickelt. Fünf Diplom-Architektinnen arbeiten jetzt unter dem Firmennamen Keferstein und Sabljo in der Südstadt zusammen unter einem Dach. Ihre Bandbreite ist groß: Wohn- und Ferienhäuser, Ladenlokale, Büroräume, Restaurants, Schulen - es gibt kaum etwas, das sie noch nicht entworfen haben. „Wir haben so viel zu tun, wir können gar nicht alle Projekte auf unserer Homepage aktuell halten.“ Ein wichtiger Meilenstein war auch die Sanierung des Hannover-96-Fanshops am Kröpcke. „Es ist wichtig, eine Referenz in der Sportbranche zu haben“, sagt die 35-jährige Kresic. Dadurch wurden nicht nur andere Vereine auf die Hannoveranerinnen aufmerksam, sondern auch der DFB. In der Frankfurter Zentrale bauten sie für den Fußballverband einen Showroom, in dem der DFB sich wichtigen Sponsoren und Vertragspartner präsentiert. Mittelpunkt des Raumes, der wie eine kleine Fußballarena gestaltet ist, ist eine Vitrine für den Fußballweltpokal. Hier wird die Trophäe zu besonderen Anlässen ausgestellt.

Das nächste Großprojekt in Hannover könnte die Stadionbad-Sanierung werden. Der Entwurf eines neuen Eingangsbereiches für das größte Hallenbad der Stadt liegt seit 2012 vor, muss aber noch von der Politik abgesegnet werden. „Für öffentliche Entscheidungsprozesse braucht man einen langen Atem“, sagt Kresic. An Ausschreibungen nehme das kleine Büro deswegen in der Regel nicht teil. „Da wird man meistens von den großen Büros erdrückt.“

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