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Nord Bauwagen-Bewohner ziehen neben Kleingärtner
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Bauwagen-Bewohner ziehen neben Kleingärtner
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14:09 12.05.2015
Von Bärbel Hilbig
Der erste Bauwagen ist angekommen - unter Beobachtung der Nachbarn. Quelle: Michael Wallmueller
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Hannover

Am vergangenen Freitag rollte der erste Trecker mit Bauwagen an. Maximal zwölf Bauwägler und 14 fahrbare Behausungen sind vorgesehen.

Die meisten Gartennachbarn hatten zunächst ablehnend reagiert, einige sind bei ihrer skeptischen Haltung geblieben. „Wir haben viel mit den Anliegern gesprochen“, betont Stadtbezirksmanagerin Astrid Schepers. Den Sorgen vor Lärm, Müll oder freilaufenden Hunden versucht die Stadt mit verschiedenen Mitteln zu begegnen. Eine Nutzungsvereinbarung zwischen der Stadt und den jungen Punkern ist geschlossen. Die Stadt hat die rund 3200 Quadratmeter große Parzelle entrümpeln und einen Container mit Sanitäranlage aufstellen lassen, auch Wasser- und Elektroanschlüsse sind gelegt.

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Streit um Absperrzaun

Doch ausgerechnet eine Vorbedingung, die der Bezirksrat Nord im Sinne der Anlieger gestellt hat, ist nicht erfüllt. Gewünscht war ein stabiler, zwei Meter hoher Zaun mit blickdichter Folie, er soll Abstand und Sichtschutz gewährleisten - und auch die Hunde der Punks auf dem Gelände halten. Rechts vom Grundstück und dahinter steht mittlerweile der Doppelstabgitter-Zaun. Links indes ist der Maschendrahtzaun der Nachbarn im Weg. „Ein Mitarbeiter der Stadt wollte meinen Zaun einfach abreißen. Wie kann das sein, dass die Stadt ihren Zaun auf mein Gelände stellen will?“, beklagt Anlieger Andreas Nordmeyer, dem mit einer Erbengemeinschaft ein Gartengrundstück direkt neben der städtischen Parzelle gehört.

Die Stadt will den kleineren Zaun kostenfrei durch das deutlich teurere Doppelstabgitter ersetzen. Doch Nordmeyer und auch seine Pächter fordern, dass die Stadt ihren Zaun auf dem eigenen Gelände parallel zum Maschendraht zieht. „Ich verstehe nicht, warum die Stadt nicht in der Lage ist, den Zaun zu setzen“, beharrt Nordmeyer. Die Verwaltung wiederum will keinen Streifen Niemandsland entstehen lassen. „Wir möchten keinen Doppelzaun mit einer Lücke dazwischen, in der Müll landet und das Gras nicht gemäht werden kann“, erklärt Stadtbezirksmanagerin Schepers. Die Stadt hat Nordmeyer nun aufgefordert, Lücken im Maschendraht zu schließen und Stacheldraht zu entfernen. Sie selbst will einen zwei Meter hohen Bauzaun aufstellen. Pächter Peter Walter ärgert es auch, dass die Stadt Wohnen auf den Gartenparzellen untersagt, für die transportablen Behausungen der Bauwagen-Bewohner die Vorschriften jedoch anders auslegt.

Bezirksrat will nicht zahlen

Im Bezirksrat Nord hat die Stadtverwaltung vorgeschlagen, zur Finanzierung der Arbeiten an der Parzelle die ungebundenen Mittel des Bezirksrats aus dem vergangenen Jahr zu verwenden. Die CDU-Fraktion will dagegen mit den gut 8100 Euro lieber Outdoor-Fitnessgeräte für Erwachsene im Volkspark Vinnhorst aufstellen lassen. Das Geld solle der Allgemeinheit zugute kommen, argumentiert Fraktionschefin Angelika Jagemann. Die Erschließung des Gartengeländes für die Bauwägler sei zudem baurechtlich bedenklich.

Der Antrag fand im Bezirksrat keine Mehrheit. „Die Idee ist schön und spannend. Aber wir wissen bisher nicht, ob das Geld in dieses Haushaltsjahr übertragen wird“, erklärt SPD-Fraktionschef Yasin Herar.

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