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Nord Bund bietet Bunker Bömelburgstraße an
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Bund bietet Bunker Bömelburgstraße an
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12:29 25.02.2010
Der Bunker an der Bömelburgstraße hat zwei Meter dicke Wände. Quelle: Zgoll
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Der Hainhölzer Bunker an der Bömelburgstraße steht sehr wahrscheinlich vor dem Verkauf. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben – das frühere Bundesvermögensamt – will sich von 13 hannoverschen Bunkern trennen, die nicht länger der „Zivilschutzbindung“ unterliegen, also nicht länger als Schutzräume für den Katastrophenfall vorgehalten werden müssen. Dazu zählt auch das Bauwerk an der Ecke von Voltmer- und Bömelburgstraße. Derzeit wird der 1943 gebaute Koloss von der Feuerwehr Hannover als Lagerraum genutzt.

Der Hainhölzer Bunker ist einer der besterhaltenen seiner Art in der Stadt. Auf vier Etagen weist er eine Nutzfläche von rund 1500 Quadratmetern auf, Schleusen, Toiletten und Treppenhäuser nicht eingerechnet. Die Außenwände sind nach Auskunft von Gerd Deyle von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zwei Meter dick, Baumängel seien nicht verzeichnet. Im Vorfeld eines geplanten Verkaufs werde die Bundesbehörde in Abstimmung mit der Stadt Hannover festlegen, ob eine Nutzung zu Wohnzwecken oder zu gewerblichen Zwecken infrage komme. Um den möglichen Verkaufserlös des Bunkergrundstücks zu ermitteln, werde dieses in den örtlichen Zeitungen angeboten – mit der Bitte, ein Kaufangebot abzugeben. „Selbst eine grobe Planung des Verkaufserlöses“ sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich, da die künftige Nutzung ja noch gar nicht klar sei, hält sich Deyle bedeckt.

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Die Feuerwehr Hannover verwaltet derzeit 34 Bunker in Hannover, von denen 14 dem Bund und 20 der Stadt gehören. Drei von ihnen (Hauptbahnhof, Herrenhausen, Oberricklingen) sind nach Angaben des zuständigen Feuerwehr-Experten Volker Kentrat noch mit Betten, Bänken und anderen Utensilien für den Katastrophenfall ausgestattet, eine Etage der Opernhaus-Tiefgarage kann im Ernstfall dementsprechend umgerüstet werden. Zwei Tiefenbunker unter dem Klagesmarkt und unter dem Vahrenwalder Spielplatz an der Ecke Philipsborn-/Ritterstraße gelten als nicht mehr nutzbar, da sie vollkommen marode sind. Zwei Bunker – in der Bömelburgstraße und der Badenstedter Hagenbleckstraße – nutzt die Feuerwehr selbst als Lager, einen weiteren in der Mecklenheidestraße benötigt sie zu Schulungszwecken. Die restlichen Bunker sind vermietet. „Wir haben ständig neue Anfragen von Interessenten, die diese Räumlichkeiten mieten wollen, aber es ist derzeit einfach nichts frei“, sagt Kentrat.

Eine der Institutionen mit ausgeprägtem Interesse an dick gemauerten und schalldichten Wänden ist das Vahrenwalder Musikzentrum. „Auch der Bunker Bömelburgstraße käme sicherlich infrage“, meint Geschäftsführer Holger Maack. Seit gut einem halben Jahr sei die Nachfrage nach Übungsräumen für Bands deutlich gestiegen, ein Trend, den es seit 15 Jahren nicht mehr gegeben habe. „Möglicherweise liegt das an dem Studiengang ,Popular Music’, der jüngst an der Musikhochschule eingeführt wurde“, spekuliert Maack.

Ob das Musikzentrum den Hainhölzer Bunker allerdings kaufen könne und wolle, sei sehr fraglich. Der letzte Verkauf eines bundeseigenen Bunkergrundstücks war 1999 über die Bühne gegangen: Damals hatte die von Maack mitbegründete „Deutsche Rockmusik Stiftung“ den Luftschutzbau an der Oststädter Friesenstraße gekauft und zum Übungszentrum umgebaut. Ansonsten hat das Musikzentrum derzeit Räume in fünf weiteren Bunkern im Stadtgebiet angemietet: in der Sandstraße (Nordstadt), der Rotermundstraße (Vahrenwald), am Friedrich-Ebert-Platz (Ricklingen) sowie an Buchenhain und Kleinertstraße (Misburg). Wann die Trutzburg an der Bömelburgstraße zum Verkauf steht, kann das Bundesamt derzeit noch nicht sagen: Derzeit sei noch nicht einmal klar, in welcher Reihenfolge die hannoverschen Bunkergrundstücke zum Verkauf angeboten würden.

Michael Zgoll

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