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Nord Das Ende der Feuerwache schreckt auf
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Das Ende der Feuerwache schreckt auf
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09:40 30.01.2015
Von Bärbel Hilbig
Als neuer Standort für das Jugendzentrum Nordstadt im Gespräch: Vordere Schöneworth Nr.14. Quelle: Rainer Surrey
Hannover

Die Nachrichten über die ungewisse Zukunft des Jugendzentrums Feuerwache haben Menschen aufgeschreckt, die schon lange keinen Fuß mehr in solche Einrichtungen setzen. Doch als das „Juzi“ 1973 in der historischen Feuerwache Am Kleinen Felde eröffnete, gehörten Tim Rykel, Sabine Thomas und Bettina Wittenberg bald zu den Stammgästen. „In den ersten Jahren bin ich fast jeden Tag hingerannt“, erinnert sich Sabine Thomas. Die Schule endete mittags, Ganztagsschulen waren noch kaum ein Thema und beide Eltern berufstätig. Die damals Zwölfjährige merkte schnell, dass sie selbst ohne Verabredung in der Feuerwache jederzeit auf Freunde aus der Schule traf. Und die zuerst skeptischen Eltern waren bald sanft gestimmt. „Sie wussten so immer, wo ich bin. Es gab ja noch keine Handys.“

Für die drei Freunde, die langsam dem Kinderalter entwuchsen, bot das „Juzi“ eine behütete und zugleich unglaublich aufregende Welt. Wo vorher hinter den großen Holztoren die Feuerwehrautos gestanden hatten, gab es in der großen Halle nun eine Theke und eine gestufte Empore mit Sitzmöglichkeiten. Jede Woche liefen Kinderdisko und Kino, die jungen Besucher übernahmen abwechselnd den Thekendienst. „Die Kinder haben sich selbst organisiert“, erinnert sich Tim Rykel - wie es den pädagogischen Ideen in den siebziger Jahren entsprach. Der heute 54-Jährige fühlte sich damals von den Sozialpädagogen ernst genommen. „Sie haben uns wie vollwertige Menschen behandelt.“ Selbstverständlich war das im Umgang zwischen Kindern und Erwachsenen in dieser Zeit bei weitem nicht. Es gab einen gemütlichen Raum zum Teetrinken und Lesen, wo immer eine Sozialarbeiterin für Gespräche bereit war.

Und selbstverständlich kamen auch ältere Jugendliche in die Feuerwache, die von den Kindern respektvoll-bewundernd aus der Ferne beäugt wurden. Die Großen schraubten an ihren Mopeds oder palaverten vor den Werkstätten. „Sie waren mit sich selbst beschäftigt und haben uns in Ruhe gelassen“, erinnert sich Rykel. Sabine Thomas ist noch im Rückblick froh darüber. „Wir konnten uns auch mit zwölf Jahren schon in die Feuerwache trauen.“

Sabine Thomas, heute Inhaberin eines Geschenk- und Einrichtungsgeschäfts, machte damals einen Filmvorführschein und baute später in der Werkstatt selbst einen Schrank für ihr Zimmer. Ihre Freundin Bettina Wittenberg bewunderte sie dafür sehr. „Mädchen wurden damals sonst meist nicht an Werkzeuge herangeführt. Mich hat das sehr beeindruckt“, sagt Wittenberg, die heute als Personalcoach arbeitet.

Die aktuelle Situation in der Feuerwache ist mit den Anfangsjahren nicht zu vergleichen. Der ebenerdige Partyraum ist seit Jahren gesperrt, Nebengebäude sind in schlechtem Zustand. Auch im Haupthaus der historischen Feuerwache von 1900 wird nur noch ein Teil der Räume genutzt - schon allein, weil die nur noch zwei Mitarbeiter nicht alles im Auge behalten könnten.

Es gibt für die Jugendlichen noch Gelegenheit zum gemeinsamen Kochen, Krökeln, Fahrradreparieren, Fußballspielen und -gucken. Theoretisch ist täglich geöffnet. Doch bei Krankheit und Urlaub der beiden Mitarbeiter lässt sich das nicht einhalten. Die Stadtverwaltung will kein Geld mehr in das Gebäude stecken. Rykel, der später Goldschmied wurde, hat kein Verständnis dafür, dass die Stadt den denkmalgeschützten Fachwerkbau nicht besser gepflegt hat.

Die Suche nach neuen Räumen hat begonnen

Das Jugendzentrum Feuerwache gehört zu den ältesten Einrichtungen dieser Art in Hannover. Der um 1900 als städtische Feuerwache II errichtete Fachwerkbau steht unter Denkmalschutz – befindet sich aber in schlechtem Zustand. Die Stadt will sich in absehbarer Zeit von dem Gebäude trennen, eine Projektprüfungsgruppe hat die Sanierung im vergangenen Jahr als unwirtschaftlich eingestuft. Vorher hatte die Stadtverwaltung erwogen, in der Feuerwache ein Mädchenzentrum mit stadtweitem Einzugsgebiet einzurichten. Die Kosten für einen Umbau sollten nach Berechnungen aus dem Jahr 2013 rund 3,9 Millionen Euro plus Teuerungsaufschlag betragen. Dafür wäre das alte verwinkelte Gebäude saniert und behindertengerecht gestaltet worden. Aktuell will der Fachbereich Jugend und Familie die Feuerwache voraussichtlich bis Ende 2015 weiter nutzen. Die Suche nach einem anderen Standort für das Jugendzentrum Nordstadt läuft. In einem Bürogebäude in der Straße Vordere Schöneworth, das bisher vom Fachbereich Recht und Ordnung genutzt wurde, gab es bereits eine Begehung. Mitarbeiter des städtischen Gebäudemanagements, des Fachbereichs Kinder- und Jugendarbeit und der Naturfreundejugend haben das Haus besichtigt. Die Runde hält die Lage innerhalb der Nordstadt für sehr gut geeignet. Der Gebäudekomplex, den die Stadt bisher von einem privaten Eigentümer angemietet hatte, ist jedoch zu groß für eine Jugendeinrichtung. Nun soll geprüft werden, ob sich Teile des bisherigen Verwaltungsgebäudes herrichten lassen.

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