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Nord Trampelpfad über die Schienen ist gefährlich
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Trampelpfad über die Schienen ist gefährlich
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08:17 05.06.2015
Von Bärbel Hilbig
Viele nehmen den Weg über die Gleise. Quelle: Rainer Surrey
Hannover

Rund um den Bau des Hochbahnsteigs Schaumburgstraße gibt es ein neues Problem. Zahlreiche Fahrgäste gehen einige Meter auf den Stadtbahngleisen, um zur stadtauswärts verlegten Ersatzhaltestelle zu gelangen oder von dort wegzukommen. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis dort ein Unfall passiert“, befürchtet Anwohner Hartmut Dornow. Auch Fahrer der Stadtbahn haben die problematische Situation an der Herrenhäuser Straße längst erkannt. „Wir müssen sehr aufpassen. Die Absperrung des Bahnsteigs ist merkwürdig gemacht“, sagt ein Fahrer.

Es reichen ein paar Minuten Beobachtung vor Ort, um die Brisanz der Situation zu erkennen. Direkt an der Ersatzhaltestelle hindert ein solider Zaun aus Baken die aus der Bahn gestiegenen Fahrgäste daran, sofort auf die Fahrbahn der Herrenhäuser Straße zu treten. Die Baken sperren das stadteinwärts gelegene Ende der Haltestelle komplett ab, denn die Fahrgäste sollen so zur weiter stadtauswärts gelegenen Ampel an der Böttcherstraße geleitet werden. Das Problem: Die meisten wollen gar nicht dorthin. Ihr Ziel liegt meist stadteinwärts, wo sich Berufsschule, Uni-Gebäude, EKD und Schaumburgstraße mit Geschäften und Wohngebiet befinden. Den Umweg wollen viele Fahrgäste offensichtlich nicht in Kauf nehmen.

Und so suchen sie sich über die Gleise einen Weg um die Baken herum, gehen über Erdhügel zwischen den Alleebäumen und treten von dort auf die Fahrbahn. Dort ist bereits ein kleiner Trampelpfad sichtbar. Für den Weg zurück zur Haltestelle wählen sie die gleiche Route - egal, ob Frauen mit Pumps, Senioren, Berufsschüler oder Studenten. „Bei Regen können sie in dem Matsch richtig abrutschen und vor der Bahn oder einem Auto landen“, sagt Anwohner Henning Voges. Nachbar Hartmut Dornow hat an anderer Stelle nahe der Baustelle sogar schon eine Seniorin mit Gehstock beobachtet. „Sie ist unter einer Bake durchgekrabbelt und dann auf den Schienen entlanggegangen.“

Bei der Infrastrukturgesellschaft Region Hannover (Infra) ist das Problem bekannt. „Es ist leider richtig, dass einzelne Fahrgäste den Umweg über den gesicherten Übergang nicht nutzen und die Haltestelle auf kürzestem Weg verlassen“, räumt Infra-Prokurist Martin Vey ein. Auch durch weitere Absperrungen ließe sich das nicht verhindern. Eine zweite Ampel am anderen Ende der Ersatzhaltestelle ist angedacht, aber verworfen worden, um den Verkehr auf der Herrenhäuser Straße nicht noch mehr zu behindern.

Henning und Timon Voges hatten Mitte Mai ihr ganz eigenes Erlebnis an der Baustelle. Beide wohnen in einem Gebäude zwischen Herrenhäuser und Alter Herrenhäuser Straße. Als sie vor drei Wochen aus dem Ausgang zur Herrenhäuser Straße traten, kamen sie nicht weit. Die Bauarbeiter hatten den Fuß- und Radweg in beide Richtungen abgesperrt. „Das ist sehr rabiat. Wir wurden nicht informiert und wissen nicht, warum das gemacht wurde“, berichtet Henning Voges. Auch Timon Voges ist verärgert. „Ich finde das problematisch. Man hätte uns doch einen Zettel in den Briefkasten werfen können.“ Seit Kurzem ist der Bauzaun zumindest in Richtung Ersatzhaltestelle ein Stück geöffnet. Und dieses Mal haben das wahrscheinlich nicht einfach genervte Nachbarn gemacht, denn nebenan steht nun ein Schild „Zugang frei bis Haus Nr. 18“.

Die Situation für Stadtbahnkunden und andere Fußgänger ändert sich voraussichtlich ab Montag: Dann soll der Gehweg zwischen Ersatzhaltestelle und Kreuzung Schaumburgstraße/Herrenhäuser Straße wieder freigegeben werden. Dort gibt es eine Ampel. Ebenfalls Montag wird die Zufahrt zum Wohnviertel Am Großen Garten für vier Wochen komplett gesperrt. Eine Umleitung führt rund um die Graft. Zusätzlich wird die Straße In der Steintormasch geöffnet.

Bauarbeiten dauern bis Dezember

Die Infrastruktursgesellschaft Region Hannover will die Hochbahnsteige für die Stadtbahnhaltestelle Schaumburgstraße bis zum Ende des Jahres fertigstellen lassen. Sie sollen aller Voraussicht nach im Dezember in Betrieb gehen. Die Haltestelle ist die letzte der Linie 4 Roderbruch–Garbsen, die noch nicht barrierefrei ausgebaut ist. Die Gesamtkosten für den Bau liegen bei 3,1 Millionen Euro. Die neue Haltestelle soll etwa an der Stelle der alten liegen. Die beiden Bahnsteige sind jeweils 70 Meter lang und etwa 82 Zentimeter hoch. An den Enden führen Rampen auf den Gehweg. Für Menschen mit Sehbehinderung werden Signalanlagen an den Übergängen installiert. Am Zugang Richtung Osten ist zusätzlich ein Überweg mit einer Bedarfssignalanlage für Fußgänger geplant. Dort wird auch die Bushaltestelle 136 barrierefrei ausgebaut.

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