Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nord Von Hand fürs Herz
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Von Hand fürs Herz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:00 19.03.2014
Von Susanna Bauch
Dorothee Lehnen verarbeitet Filz zu Taschen in verschiedenen Größen, Schnitten und Farben, zu Kissen und Accessoires. Quelle: Rainer Surrey
Nordstadt, Mitte

Zu jeder ihrer Kollektionen hat Dorothee Lehnen ein ganz persönliche Geschichte. Da geht es mal um ihren schönen, blühenden Garten in der Wedemark, mal um Alltagserlebnisse beim Gemüseanbau mit der Familie. „Ich brauche den individuellen Ansatz für eine neue Idee“, sagt die studierte Textildesignerin. Erst daraus entwickelten sich Konzepte für neue Farben, Drucke, Muster und Formate. Und zwar pünktlich zweimal pro Jahr.

Hell und freundlich ist ihr Atelier im Edwin-Oppler-Weg in der Nordstadt. Wo einst die Grammophonfabrik Schallplatten zum Klingen brachte, entstehen heute individuell gestaltete Taschen mit persönlicher Geschichte. 2007 ist Lehnen hierhergezogen. Selbstständig hat sie sich allerdings bereits 2001 gemacht, vier Jahre nach dem Abschluss ihres Studiums. „Schon meine Diplomarbeit habe ich mit dem Material Filz gemacht. Ich liebe es bis heute“, sagt sie. Filz sei haltbar, leicht, ökologisch und sehr hochwertig.

Dorothee Lehnen verarbeitet Filz zu Taschen in verschiedenen Größen, Schnitten und Farben, zu Kissen und Accessoires. Sie kombiniert Filz mit Leder, im Sommer kommt Leinen dazu. Oftmals werden die Stoffe individuell bedruckt. „Jedes Teil, dass aus dieser Werkstatt kommt, ist ein Original“, betont die Textildesignerin. Allein die herzförmigen Wärmflaschen, die mittlerweile in einer fünfstelligen Jahresauflage hergestellt und seit Kurzem auch bei Porzellan-Weitz in Hannovers Innenstadt vertrieben werden, werden von vier Mitarbeiterinnen in deren Privaträumen gefilzt.

In ihren privaten Räumen am Schneiderberg hatte Dorothee Lehnen angefangen mit der professionellen Filzverarbeitung. Ihre Taschen verkaufte sie zunächst in einer Ateliergemeinschaft in Linden-Mitte, bevor die Nachfrage diesen Rahmen sprengte und eine größere Werkstatt nötig wurde. Und auch die platz schon wieder aus allen Nähen. Die 220 Quadratmeter große Halle mit Keller dient zum Zuschneiden, Fertigen, Nähen sowie als Show- und Verkaufsraum für die rund 300 verschiedenen Produkte. „Wir stoßen hier an unsere Grenzen“, sagt Lehnen. Zehn Mitarbeiterinnen sind für sie tätig, die einzelnen Schritte bis zum fertigen Produkt begleitet die Designerin persönlich. „Ich kann auch alles selbst, außer nähen. Seit fünf Jahren habe ich quasi Nähmaschinenverbot.“ Die nach außen sichtbaren Nähte ihrer Taschen fielen komplett in die Kompetenz ihrer Mitarbeiterinnen.

Dorothee Lehnen und ihr Team arbeiten lange an einer Kollektion. „Ich möchte mich abheben von Dingen, die andere machen. Ich drucke zum Beispiel sehr gerne. Bei diesem Teil der Gestaltung kommt mir mein Textildesignstudium sehr zugute.“ Auch beim Siebdruck verwendet Dorothee Lehnen ausschließlich Naturfarben.

Jede Tasche, jeder Sitzhocker, jeder Schlüsselanhänger entsteht in der Nordstädter Werkstatt, bevor die Ware im Handel oder im Internet angeboten wird. Lehnen und ihr Team produzieren auf Bestellung, im Atelier können aber auch Privatkunden shoppen gehen. Der Großteil der Produktion aber wird verschickt. Deutschland und das europäische Ausland sind bereits gut mit Dorothee-Lehnen-Taschen und Accessoires aus Hannover versorgt, demnächst gehen bestellte Lieferungen auch nach Japan, Taiwan und die USA. „Eigentlich lief es von Anfang an ganz gut mit unserer Idee“, sagt die zweifache Mutter, die mit ihrer Familie mittlerweile in der Wedemark lebt. Zunächst stellte sie ihre Produkte auf Messen wie der Infa und bei Händlerausstellungen vor, dann in der eigenen Werkstatt. Ganz offensichtlich ist in puncto Nachfrage nach individuellen Filzprodukten kein Ende in Sicht. Dafür sorgen nicht zuletzt die immer neuen Kollektionen. „Meine Lieblingstasche ist irgendwie immer eine aus der aktuellsten Serie. Die hat dann alles, was ich mir gerade wünsche“, sagt Dorothee Lehnen. So vielseitig die Designerin auch ist, eines wird sie vermutlich nie produzieren: „Rucksäcke sind einfach nicht mein Ding.“

Dorothee Lehnen Textildesign

Edwin-Oppler-Weg 5 in 30167 Hannover

Montags bis Donnerstags von 9 bis 17 Uhr sowie Sonnabends bis 15 Uhr

Telefonnummer 16 13 164 oder im Internet unter www.dorotheelehnen.de

Am Sonnabend wurde ein betrunkener 55-Jähriger lebensgefährlich verletzt, als er absichtlich gegen eine Stadtbahn sprang. Er schlug mit dem Kopf auf den Schienen auf. Ein Rettungswagen brachte ihn in eine Klinik.

Jörn Kießler 16.03.2014

Bei einer Open-Air-Party am Leineufer wurde ein 17-Jähriger bedroht und ausgeraubt. Die Polizei bittet nun Zeugen um Hinweise zum Täter.

16.03.2014

Im „Anna-Shop“ verkaufen Schülerinnen der BBS 7 Produkte, die sie im Unterricht angefertigt haben - von der selbstgemachten Marmelade bis zur Maßschneiderei. Dabei erlernen sie den Kontakt zum Kunden und Kommunikationsfähigkeit.

15.03.2014