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Nord Edeka-Markt bald nicht mehr auf dem Engelbosteler Damm
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Edeka-Markt bald nicht mehr auf dem Engelbosteler Damm
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11:10 06.10.2011
Ein Bild mit ablaufendem Haltbarkeitsdatum: Der Edeka-Markt am Engelbosteler Damm wird im kommenden Jahr einem anderen Geschäft Platz machen. Quelle: Link
Nordstadt

Der Edeka-Markt am Engelbosteler Damm wird spätestens am 31. Januar 2012 schließen. Dann läuft der Mietvertrag aus. Der Inhaber des Marktes, Andre Schnobl, nennt den schlechten Zustand der Verkaufsräume als Grund, den Vertrag auslaufen zu lassen. Der Vermieter weist diese Vorwürfe zurück.

Schon seit mehreren Wochen wird in dem Edeka-Markt am E-Damm kein Frischfleisch mehr angeboten, denn Inhaber Schnobl will kein Risiko eingehen. „Es ist Feuchtigkeit in den Wänden“, sagt er. Fleisch und Käse werden daher nur noch abgepackt verkauft, alles andere könne der Marktbetreiber aus hygienischen Gründen nicht mehr verantworten. Die Feuchtigkeit sei aber nur einer von mehreren Mängeln in den Verkaufsräumen: „Die Liste ist lang, darum habe ich die nächste Mietoption nicht wahrgenommen.“ Somit muss das Unternehmen das Gebäude spätestens zum 31. Januar 2012 geräumt haben, denn an diesem Tag läuft der Mietvertrag aus. Es stehe noch nicht fest, ob der letzte Tag des Mietvertrags auch der letzte Verkaufstag sein wird, sagt Andreas Laubig von der Edeka-Handelsgesellschaft Minden-Hannover.

„Ich hatte eigentlich gedacht, ich könnte mit dem Laden in Rente gehen“, sagt Andre Schnobl. Doch dazu müsste sich der Zustand der Räume grundlegend ändern. Laut Mietvertrag müsse er die Mängel aber selbst beseitigen: „Ich bin bereit, Geld in die Hand zu nehmen, aber nicht für die Bausubstanz.“ Er als Mieter wolle kein Geld in eine Grundsanierung stecken, die nach seiner Aussage mindestens 250 000 Euro kosten würde. Zu Modernisierungen wäre er aber bereit. Diese seien unumgänglich. „Wenn man nichts dauerhaft gegen die Feuchtigkeit unternimmt, kommt sie immer wieder“, sagt Schnobl. Die Belüftung des Ladens müsse nach seiner Einschätzung ebenfalls verbessert werden, im Sommer heize sich das Geschäft zu sehr auf. Er habe daher bereits eine Klimaanlage einbauen müssen. Der Fußboden sei ebenfalls erneuerungsbedürftig: „Den haben wir bisher nur notdürftig ausbessern lassen.“ Außerdem öffne sich die Ladentür nicht automatisch, sondern nur per Hand.

Der Grundstücksverwalter reagierte mit Unverständnis auf die Vorwürfe: „Die Bausubstanz ist in Ordnung. Und alles, was innerhalb der Räume passiert, ist Sache des Mieters.“ Die Geschäftsräume würden bereits seit fast 35 Jahren von verschiedenen Lebensmittelhändlern genutzt. Sie seien dafür auch weiterhin geeignet.

Über den Nachmieter herrscht noch Unklarheit. Angestellte des Edeka-Marktes wollen beobachtet haben, dass das Schaufenster am E-Damm von Mitarbeitern der Biomarkt-Kette Denn’s ausgemessen wurde. Die Biomarkt-Mitarbeiter hätten sich auf Nachfrage auch zu erkennen gegeben. Denn’s will dazu aber keine Stellung nehmen. „Wir werden in diesem Monat unseren vierten Markt in Hannover in der Tiergartenstraße eröffnen. Darüber hinaus kann ich zu weiteren Standorten keine Aussagen machen“, sagt die Sprecherin des Unternehmens Antje Müller.

Der Eigentümer der betreffenden Geschäftsräume, eine hannoversche Immobiliengesellschaft, hat sich nach eigener Aussage noch nicht auf einen Nachmieter festgelegt. „Es gibt mehrere Interessenten, es ist noch nichts entschieden“, sagt ein Sprecher der Gesellschaft. Dass sich Interessenten die Ladenräume im Vorfeld genau ansehen, sei üblich.

Dass der Edeka-Markt schließt, ist besonders für die Mitarbeiter ärgerlich. Derzeit beschäftigt Schnobl noch sechs Mitarbeiter, allen wurde bereits gekündigt. „Wir versuchen, die Mitarbeiter in andere Märkte zu vermitteln“, sagt Schnobl. Er selbst wolle sich ein neues Betätigungsfeld suchen.

Einige der Verkäuferinnen arbeiten unter verschiedenen Arbeitgebern schon seit fast achtzehn Jahren im Lebensmittelmarkt am E-Damm. Ein Angebot für eine Weiterbeschäftigung in Vollzeit liege ihnen bisher nicht vor. „Ich habe viele Angebote als 400-Euro-Kraft, aber davon kann ich nicht leben“, sagt eine ausgebildete Verkäuferin. Der Arbeitsmarkt für Verkaufspersonal setze vor allem auf Minijobs. Sie habe daher schon eine Umschulung zur Altenpflegerin erwogen.

Christian Link

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