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Nord Ehemaliger Banker zeigt seine Bilder im Nordstadtklinikum
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Ehemaliger Banker zeigt seine Bilder im Nordstadtklinikum
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06:15 17.11.2012
„Ich habe gelernt, genauer hinzuschauen“: Für Heinz-Jürgen Eichenberg ist alles, was er sieht, ein mögliches Motiv. Quelle: Etienne Lehnen
Nordstadt

Die Plastiktüte hat er nie vergessen. Die 300 Gramm schweren Papierbögen, die darin lagen. Die Pinsel aus Maderhaar, die Farbtuben der Firma Schmincke und den weichen Faber-Castell-Bleistift. Es sollte 20 Jahre dauern bis er Papier, Farbe und Bleistifte aus der Plastiktüte herausholte und begann, damit zu arbeiteten.

Heinz-Jürgen Eichenberg hat eine klassische Karriere als Banker hinter sich. Er war jung, als er seine erste Filiale der Deutschen Bank in Essen übernahm - gerade 28 Jahre alt. Schnell folgten Beförderungen und berufliche Stationen in Berlin, Frankfurt und Darmstadt. In Hannover schließlich war er Leiter des Privatkundengeschäfts der Dresdener Bank. Immer ging es ein Stückchen weiter, nahm er eine Stufe mehr auf der Karriereleiter. Bis zu seinem 60. Geburtstag. Da habe die Bank ihn einfach aussortiert, wie Heinz-Jürgen Eichenberg sagt.

„Ich bin den Einsparungen als erstes zum Opfer gefallen, weil ich zum alten Eisen gehörte.“ Eichenberg räumte seinen Schreibtisch und ging in Rente, obwohl er sich dafür eigentlich noch gar nicht bereit fühlte. Ein Schlag für jemanden, der sich vor allem dem beruflichen Erfolg verschrieben hatte. Und dann erinnerte sich der Banker an die Tüte, die er zwei Jahrzehnte lang nicht angerührt hatte. Da fühlte er sich ein wenig besser. Zehn Jahre ist das mittlerweile her.

In Darmstadt, Anfang der achtziger Jahre, hatte er sich die Malutensilien besorgt. Damals hatte er sich bei einem Zeichenkurs angemeldet. Er besuchte ihn allerdings nur ein einziges Mal. Denn er musste einsehen, dass er das Hobby nicht mit seinem Beruf vereinbaren konnte. Ihm fehlte die Zeit. Zu seiner Frau sagte er damals: „Das mache ich, wenn ich pensioniert bin.“ Heinz-Jürgen Eichenberg hat sein Wort gehalten.

Heute geht der 71-Jährige durch die Cafeteria des Nordstadtklinikums. An den Wänden hängen Aquarelle. Rosafarbene Pfingstrosen, gelbe Narzissen und lilafarbenen Flieder zeigen sie. Auch Landschaftsbilder sind dabei. Das Rittergut Großgoltern, die Kanäle in Venedig. Der ehemalige Banker erzählt den Gästen der Cafeteria von Strichführungen, von Pinselstärken und von der Wahl der Farbe. Einen Künstler will Heinz-Jürgen Eichenberg sich nicht nennen. Er habe nur ein Hobby gefunden, das ihm viel Spaß bereite. „Ich habe gelernt, genauer hinzuschauen“, sagt er.

Die Kunst bildete im Leben von Heinz-Jürgen Eichenberg schon immer das Gegengewicht zu einer Welt aus Zahlen. Als er mit 28 Jahren Filialleiter wurde, hatte er eine unkonventionelle Idee. In den Räumen einer Filiale der Deutschen Bank in Essen wollte er Bilder ausstellen. „Das haben wir noch nie gemacht“, kanzelte sein damaliger Chef ihn ab. Die Ausstellung kam dann aber doch. Denn der Chef des Chefs war Kunstkenner, im Freundeskreis des Folkwangmuseums aktiv und ein großer Beuys-Liebhaber.

Die Mitarbeiter-Zeitung titelte „Deutsche Bank stellt erstmals in Kassenräumen aus“. Kunstausstellungen wurden zum Steckenpferd von Heinz-Jürgen Eichenberg. Immer wieder zeigte er in den Räumen der Banken, in denen er gerade arbeitete, die Arbeiten von Künstlern aus. Häufig fand er sie in der Kundenkartei der Bank, so auch Eberhard Schlotter - den Maler und Grafiker, der zeitweise auch in Deutschland und Spanien lebt. Und er bildete sich weiter, schaute sich die Werke im Museum of Modern Art in New York an, im Guggenheim-Museum in Bilbao, in der Alten und Neuen Pinakothek in München. „Wände sind weiß genug. Die Kunden sollen darüber sprechen, was sich in den Räumen abspielt“, war seine Devise.

Heute hofft er, dass die Gäste der Cafeteria auch über seine Bilder sprechen oder sich zumindest an den Farben und Formen der Motive erfreuen. Den Ehrgeiz hat Eichenberg sich im Übrigen bewahrt. Seine Strichführung will er verändern. Sie soll etwas abstrakter werden.

Die Bilder von Heinz-Jürgen Eichenberg sind noch bis Ende des Jahres in der Cafeteria des Nordstadtkrankenhauses, Haltenhoffstraße 41, zu sehen. Sie können auch käuflich erworben werden.

Stefanie Nickel

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