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Nord Eigentümer verteidigen ihr Straßenpflaster
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Eigentümer verteidigen ihr Straßenpflaster
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10:14 18.04.2015
Anwohner der Butanstraße stellen sich gegen die Sanierung: Dieter Wildführ, Rainer Thiemig, Konstantinos Vasiliou und Rita Wuttke. Quelle: Mario Moers
Hannover

Eine holprige Pflasterstraße bremst schnelle Autofahrer und lässt Abwasser gut abfließen: Den Wohnungseigentümern in der Butanstraße in Ledeburg gefällt ihr Pflaster deshalb, obwohl es etwas rumpelig ist. Die Straßenexperten in der Stadtverwaltung dagegen sehen dringenden Sanierungsbedarf. Deshalb haben sie die Butanstraße und den benachbarten Jürgenweg in das Sonderprogramm zur Straßensanierung aufgenommen. In Stöcken sollen außerdem die Hogrefestraße und ein Radweg am Gemeindeholz eine neue Fahrbahndecke bekommen. In der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Herrenhausen-Stöcken wurden die Pläne vorgestellt. Besonders die Anwohner der Butanstraße wehren sich entschieden gegen die Sanierung.

Weil der kleine Saal des Freizeitheims nicht ausreichte, mussten einige Besucher mit einem Platz auf dem Flur vorliebnehmen. Diese Enge und eine hastig aufgestellte, brummende Mikrofonanlage sorgten gleich zu Beginn für angespannte Stimmung. „Wusste man etwa nicht, dass es voll wird?“, bemängelte ein Besucher. Auch Jens Pohl, städtischer Bereichsleiter für Straßenerhaltung, hatte angesichts zahlreicher Zwischenrufe keine leichte Aufgabe, die Sanierungspläne zu erklären. „Die Auswahlkriterien, die uns hier präsentiert werden, sind eine Frechheit. Solche Schäden kann man in jeder Straße finden“, kritisierte eine aufgebrachte Eigentümerin. Pohl zeigte sich bemüht, anhand von Fotos der kaputten Fahrbahnen und mit Bohrkern-Grafiken die Auswahl der Straßen für das umstrittene Sanierungsprogramm zu erklären. „Die Probleme liegen im Untergrund. Bloß die Decken zu erneuern hat bei diesen Straßen keinen Sinn“, erklärte der Mitarbeiter des Tiefbauamts.

Butanstraße: In der Butanstraße soll das sichtbar in die Jahre gekommene Kopfsteinpflaster durch Asphalt ersetzt werden. Außerdem ist vorgesehen, die abgesackten Gehwege zu erneuern. Weil die Straße als Anliegerstraße eingestuft ist, müssen die Eigentümer gemäß der Straßenausbaubeitragssatzung damit rechnen, 75 Prozent der Grundsanierung aus eigener Tasche zu zahlen. Insgesamt veranschlagt die Stadt dafür 200.000 Euro. „Ich sehe keinen einzigen Grund, die Butanstraße zu erneuern“, kritisierte Anwohner Rainer Thiemig. „Seit 20 Jahren hat sich dort kein Stein bewegt“, unterstützte ihn ein Nachbar. Pohl warfen sie vor, die Belege für den Sanierungsbedarf verfälscht zu haben. „In unserer Straße wurde kein Bohrkern entnommen“, war sich Thiemig sicher. Tatsächlich befindet sich vor der von Pohl genannten Hausnummer ein Bohrloch - allerdings im Jürgenweg.

Einige Bezirksratspolitiker stellten die Sinnhaftigkeit des Unterfangens ebenfalls infrage. „Aus meiner Sicht hat die Straße keine Sanierung nötig“, erklärte Bezirksbürgermeisterin Marion Diener. SPD-Bezirksratsfrau Heidi Stolzenwald kündigte an, dass ihre Fraktion der Sanierung vermutlich eine Absage erteilen wird. „Wir haben den Plan bereits vor 20 Jahren abgelehnt.“ CDU-Fraktionschef Wolfgang Neubauer erklärte, dass die Zustimmung der Anwohner für den Bezirksrat ein zentrales Entscheidungskriterium sein müsse. Der Bezirksrat entscheidet voraussichtlich in den kommenden zwei Monaten über die Sanierung der vier Straßen.

Jürgenweg: Im Jürgenweg lehnen die meisten Eigentümer eine Grunderneuerung nicht grundsätzlich ab. Sie sind allerdings nicht bereit, sich zu 75 Prozent an den Kosten zu beteiligen. „Die Straße wird ganz klar von Durchgangsverkehr genutzt“, bemängelte ein Anwohner. Die Nachbarn fordern daher eine Änderung des Status in eine Innerorts- oder Durchgangsstraße. Je nach Einstufung müssten sie dann lediglich 40 oder 25 Prozent zu den Kosten beisteuern. Die werden von der Stadt auf 220 000 Euro geschätzt. Auch hier machte Pohl deutlich, dass die Fahrbahn von Grund auf neu aufgebaut werden muss. „Mit Instandhaltungsmaßnahmen kriegen sie die Verformungen nicht weg.“

Hogrefestraße/Gemeindeholzstraße: Gegen die Sanierung der Hogrefestraße und des Radwegs an der Gemeindeholzstraße hatte niemand Einwände. Weil die Hogrefestraße im Sanierungsgebiet liegt, greift die Straßenausbaubeitragssatzung dort nicht. Der Radweg ist ebenfalls von der Beitragspflicht ausgenommen. Es entstehen in beiden Fällen keine Kosten für die Anlieger. Die Straßenexperten rechnen damit, dass für die Hogrefestraße 1,36 Millionen Euro und für den Radweg 300 000 Euro fällig werden.

Ein Anwohner der Hogrefestraße regte an, die Straße in einem Bauabschnitt fertigzustellen, um den Nachbarn lange, laute Bauarbeiten zu ersparen. Der SPD-Bezirksratsherr Karlheinz Mönckeberg schlug vor, die Freuden­thalstraße gleich mit zu erneuern.

Von Mario Moers

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