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Nord Ist der E-Damm für Radfahrer zu gefährlich?
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Ist der E-Damm für Radfahrer zu gefährlich?
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02:17 08.11.2014
Von Bärbel Hilbig
Radfahrer und Autos müssen sich die Fahrbahn teilen. Quelle: Rainer Surrey
Hannover

Auch wenn er zum Flanieren einlädt: Auf dem Engelbosteler Damm haben sich manche Verkehrsprobleme zum Dauerbrenner entwickelt. „Viele Radfahrer, vor allem Familien mit Kindern und Senioren, meiden die Straße, weil sie sie als Gefahrenzone ansehen“, berichtete Florian Schön (SPD) jetzt im Bezirksrat Nord. Seit dem bereits etliche Jahre zurückliegenden Umbau der Geschäftsstraße gibt es keine Radwege mehr, dafür aber einen großzügigen Bürgersteig. Radfahrer sind auf die Fahrbahn verwiesen, auf der Tempo 30 gilt.

Sicherheitsprobleme bereiten Fahrzeuge - oft für Anlieferverkehr, die in der zweiten Reihe stehen. Sie zwingen Radfahrer, Autos und auch Busse oder Lieferwagen zu warten oder auf die Gegenfahrbahn auszuweichen. „Tatsächlich entstehen dabei hochgefährliche Situationen“, kritisiert Robert Nicholls (SPD). Für Radler sei auch das Linksabbiegen in eine Nebenstraße äußerst riskant. Heiko Efkes, Radverkehrsbeauftragter der Stadt, hat bei einer bereits einige Zeit zurückliegenden Begehung ähnliche Beobachtungen gemacht. „Gefährlich für Radfahrer ist es auch, dass Autofahrer achtlos die Fahrzeugtüren aufschlagen.“ Dennoch beurteilt Efkes die Situation nur als „schwierig, aber vielleicht noch nicht alarmierend“.

Manche Radfahrer weichen der unsicheren Situation auf der Straße jedoch aus und befahren die breiten Fußwege.Konflikte mit Gastronomen, die ihre Bewirtung nach draußen verlagern, bleiben nicht aus. Damit habe niemand gerechnet, als das Verkehrskonzept im Stadtteil-Dialog entwickelt wurde, räumt der Radverkehrsbeauftragte ein. Damals habe man sich vor allem eine Aufwertung der Straße erhofft. Die ist zweifellos eingetreten. Wie sich die Nutzer tatsächlich verhalten, sei jedoch nicht immer vorherzusehen. „Es kommt manchmal bei einem Umbau nicht das heraus, was man sich vorher vorgestellt hat“, bilanziert Efkes.

Einen Verbesserungsvorschlag hatte die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin, Christine Deja (Grüne), parat: Sie plädiert für eine deutliche Markierung auf der Straße, die signalisiert, dass dort Radfahrer unterwegs sind. „Das bescheinigt Radfahrern, dass sie ein Recht haben, die Straße zu nutzen und bestärkt sie darin.“ Efkes nahm das auf, er wird den Bezirksrat bald wieder besuchen.

Auch wenn sie auf dem E-Damm vermisst werden: Der Stadtbezirk Nord verfügt insgesamt über ein 77 Kilometer langes Radwegenetz. Davon sind 28 Kilometer Hauptrouten, der Rest Nebenstrecken. Nach Efkes Einschätzung weisen die Wege überwiegend eine gute Qualität auf. Als die Verwaltung vor rund zehn Jahren das gesamte Radwegenetz der Stadt analysierte, stellte sie im Bezirk Nord keine gravierenden Lücken fest. Dennoch soll es jetzt in absehbarer Zeit an 19 Stellen Verbesserungen geben. Details nannte Efkes allerdings noch nicht. Die Stadt hat sich im Jahr 2010 mit einem „Leitbild Radverkehr“ ambitionierte Ziele gesteckt: Bis zum Jahr 2025 sollen die Bürger ein Viertel ihrer Wege mit dem Fahrrad zurücklegen. Als Anreiz will die Stadt schnellere Wegeverbindungen, kürzere Wartezeiten an Ampeln und bessere Übersicht an Knotenpunkten bieten.

Bezirksratsherr Schön fragte nach, ob dazu auch eine Fahrradstraßenregelung für ein ganzes Viertel gehören könnte. Dort haben Radfahrer Vorrang vor anderen Verkehrsteilnehmern, dürfen nebeneinander die Fahrbahn nutzen und das Tempo vorgeben. Autofahrer müssen sich der Geschwindigkeit anpassen. Efkes machte wenig Hoffnung auf ein Fahrradstraßenviertel. Infrage kämen als Fahrradstraße vor allem viel genutzte Radstrecken. „Wir richten Fahrradstraßen da ein, wo Radverkehr die vorherrschende Verkehrsart ist oder es zu erwarten ist, dass er es bald wird.“

Vier Unfälle mit Radfahrern in diesem Jahr

Die Polizei hat in diesem Jahr bisher vier Unfälle mit verletzten Radfahrern auf dem Engelbosteler Damm zwischen Christuskirche und Kopernikusstraße registriert. Ein Radfahrer wollte nach links in die Scheffelstraße einbiegen und wurde dabei von einem überholenden Auto gestreift. Ein einjähriges Kind fiel dabei aus dem Kindersitz am Fahrrad und wurde schwer verletzt. Drei Unfälle passierten an der Kreuzung mit der Kopernikusstraße, wo sich die Straßensituation ändert: In der Kopernikusstraße und weiter nördlich gibt es keine verbreiterten Fußwege mehr, dafür aber separate Radwege. Bei einem der Unfälle übersah eine Autofahrerin beim Abbiegen einen entgegenkommenden Radfahrer und verletzte ihn leicht. Zu einer anderen Kollision kam es, als eine Radfahrerin auf einer Radfahrerfurt an der Kreuzung ein Auto von rechts überholte, dann nach links abbiegen wollte und dabei das Auto schnitt. Sie wurde leicht verletzt. Im dritten Fall stieß eine Radfahrerin bei hohem Tempo mit einem 15-Jährigen zusammen, der ebenfalls mit dem Rad unterwegs war. Der Junge wollte bei Grün links abbiegen. Beide verletzten sich leicht.

Die Anwohner der Eggewiese haben Unterschriften zur Verkehrsberuhigung ihrer Straße gesammelt. Unter den Politikern im Bezirksrat Nord sind die Meinungen aber geteilt, ob dann auch weitere Straßen im Viertel einbezogen werden müssten.

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