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Nord Entscheidung über den Bunker erst in drei Jahren
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Entscheidung über den Bunker erst in drei Jahren
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07:30 10.02.2011
Der Bunker bleibt grau: Die Bemalung der Fassade findet an den entscheidenden Stellen keine Freunde. Quelle: Marcel Schwarzenberger
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Er gilt vielen als Schandfleck: Der Bunker ist noch das Haar in der Suppe, wenn es um die aufblühende Zukunft des Herrenhäuser Markts geht. Der neue Hochbahnsteig ist im Bau, und die Wohnungsgenossenschaft Herrenhausen (WGH) will zwölf Millionen Euro in einen Geschäftskomplex investieren. Die bröckelnde Fassade des Bunkers bleibt vorerst der hässliche Bau am schönen neuen Marktplatz. Eine Lösung gibt es nicht, lediglich Ideen. Eine besagt, dass der Bunker wenigstens noch zehn Jahre stehen bleibt – denn das ist der ideale Zeitraum, um den Bau mit Illusionsmalerei zu verschönern. Aber wie realistisch ist diese Idee eigentlich noch?

Der Ideengeber, die Potsdamer Firma Creative Stadt, wirbt seit 2008 für seinen Plan, den Bunker mit großflächiger Malerei zu versehen. Das ist teuer, soll aber von Sponsoren finanziert werden. „Unser Interesse ist ungebrochen“, betonte Geschäftsführer Andreas Wunderlich jetzt auf Nachfrage des Stadt-Anzeigers. Viele Herrenhäuser Bürger finden das gut, der Bezirksrat Herrenhausen-Stöcken auch. Der forderte jüngst, dass die Stadt zur Sicherheit noch einmal eine Bürgerumfrage startet. Die Verwaltung aber lehnte das Ansinnen kürzlich ab – mit dem schon bekannten Argument, dass die Stadt keinen Pfennig dazu geben kann. Denn bevor auch nur ein Pinselstrich auf der Fassade erfolgen kann, muss der alte Bunker hergerichtet werden – Dach, Regenrinne, Wand. All das kostet nach groben Schätzungen eine sechsstellige Summe. „Der Malgrund muss natürlich technisch einwandfrei sein“, räumte Wunderlich ein. Ein Hindernis für das Projekt sei das aber nicht. „Wir könnten für das notwendige Geld sorgen“, sagte er. Sponsoren würden die Kosten für Fassadensanierung und Bemalung übernehmen. Freilich muss all das erst noch eingeworben werden. Dass so etwas klappt, zeigt ein Projekt in Frankfurt am Main. Dort hatte Creative Stadt die U-Bahnstation „Konstablerwache“ umgestaltet – inklusive Herrichtung der Wände. Alles wurde von Sponsoren bezahlt. „Was wir brauchen, ist eine klare Entscheidung“, sagte Wunderlich. Nur wenn Rechtssicherheit herrsche, könnten auch Finanziers geworben werden. Ein Jahr Vorbereitungszeit braucht all das wenigstens. Hinzu kämen noch einmal zehn Jahre, in denen die Malerei auch zu sehen sein sollte. Weniger lohne sich nicht, sagte Wunderlich.

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Indes hat die Stadtverwaltung auch mit dem Zeitplan von Creative Stadt ein Problem. Der Bunker soll mittelfristig verkauft werden. „Eine Bemalung würde einer Vermarktung wegen der langfristigen Bindungen entgegenstehen“, sagte Stadtplanerin Petra Fischer in der jüngsten Bezirksratssitzung. Ohnehin befürwortet die Stadt eine ganz andere Idee. Die WGH plant einen weiteren Vorbau, der die Längsfassade des Bunkers verdecken würde. Doch noch sind die Pläne dafür vage. Jetzt konzentriert sich die Genossenschaft auf ihren Neubaukomplex am Marktplatz. „Die Eröffnung ist für Sommer 2013 geplant“, sagte Geschäftsführer Michael Jedamski. Und erst nach diesem Kraftakt will sich die WGH um Bunker und Vorbau kümmern. „Dazu prüfen wir alle Umsetzungsmöglichkeiten einer Bebauung bis hin zur Frage des Erwerbs des Bunkers“, sagte Jedamski. Eine Fassadenbemalung wäre bis zur endgültigen Entscheidung in gut drei Jahren „nicht zielführend“.

Marcel Schwarzenberger

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