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Nord Fachwerkhaus muss Neubau weichen
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Fachwerkhaus muss Neubau weichen
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09:30 20.10.2011
Von Kristian Teetz
Der baufällige Zustand des Hauses im Hinterhof des Engelbosteler Damms 17 ist nicht zu übersehen. Das Dach ist bereits abgetragen. Quelle: Teetz
Nordstadt

Das Fachwerkhaus hat schon bessere Tage gesehen: Die Holzbalken waren noch nicht marode, Fensterscheiben schützten den Bewohner vor Wind und Wetter und der Efeu hatte sich noch nicht an den Außenwänden emporgearbeitet. Heute steht nur noch eine Ruine im Hinterhof des Grundstücks am Engelbosteler Damms 17. Und auch deren Tage sind gezählt. Die Stadt kündigte in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Nord an, das denkmalgeschützte Fachwerkhaus abtragen zu lassen.

Auf dem Areal soll ein neues vier- bis fünfgeschossiges Gebäude entstehen. Dem Vernehmen nach ist dort ein Wohn- und Geschäftshaus geplant. „Wie wird das Fachwerkhaus in das Neubaukonzept eingebunden?“, wollten die Grünen in einer Anfrage an die Verwaltung wissen. Die Stadt habe überlegt, die Hinterhofbebauung beizubehalten, antwortete Stadtplanerin Edda Rabe. Doch „das massive Schadensbild und bauliche Anforderungen bei Aufnahme neuer Nutzungen“ hätten dies verhindert. „Das Fachwerkhaus ist daher in dem Neubaukonzept nicht integriert“, sagte Rabe.

Der Abbruch des Gebäudes war bereits Ende Juli denkmalrechtlich genehmigt worden. Das Niedersächsische Denkmalschutzgesetz erlaubt einen Abriss unter anderem dann, wenn die Sanierung oder der Erhalt des Gebäudes für den Eigentümer wirtschaftlich unzumutbar ist. Dies sei in dem Genehmigungsverfahren belegt worden und „bei Inaugenscheinnahme des Gebäudes auch offensichtlich“. Es bestünde zwar die Möglichkeit, das Haus zu sanieren, doch das wäre zu teuer. „Unabhängig davon würden beim besten Willen allenfalls Bruchstücke der geschützten Originalsubstanz erhalten bleiben, was die weitere Denkmaleigenschaft in Frage stellt“, sagte Rabe.

Wie teuer den Eigentümer eine Sanierung gekommen wäre, konnte die Stadt in der Bezirksratssitzung nicht beziffern. Edda Rabe nannte den Sanierungsaufwand aber „sehr hoch“. Die bestehenden Schäden und baulichen Mängel seien als gravierend zu bezeichnen. „Der starke Efeubewuchs an Fassaden und Dach hat zu schweren Durchwachsungen“ geführt. Daraus seien weitere Schäden entstanden. Über Dach und Schornstein konnte ungehemmt Niederschlagswasser bis in das Kellergeschoss eindringen und sich in allen Ebenen ausbreiten.“ Die Feuchtigkeit in nahezu allen Bauteilen habe zu Befall durch Holzwürmer und Hausschwamm geführt.

Über das Haus, das nun aus dem hannoverschen Stadtbild verschwindet, ist wenig bekannt. Weder die Stadt noch die Landesdenkmalbehörde oder das Historische Museum haben Informationen über das Gebäude. Der Stadtbauhistoriker Sid Auffarth kennt zumindest das ungefähre Baudatum: „Das Haus wurde 1888 oder 1889 gebaut. In einem Stadtplan von 1889 ist es verzeichnet.“

Die Außenfassade der Anna-Siemsen-Schule in der Nordstadt wurde energetisch saniert. Neue Fenster sorgen für eine gute Isolierung des denkmalgeschützten Gebäudes, ein Zufall verhalf der Schule außerdem zu einem neuen Außenanstrich.

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