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Nord Fische sterben an Sauerstoffmangel
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Fische sterben an Sauerstoffmangel
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06:15 15.09.2012
Von Christian Link
Die toten Fische bei Stöcken werden von einem spezialisierten Unternehmen entsorgt.
Die toten Fische bei Stöcken werden von einem spezialisierten Unternehmen entsorgt. Quelle: Link
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Stöcken

Bereits einen Tag später zeugten nur noch vereinzelte Kadaver und ein allgegenwärtiger Gestank von dem Massensterben an dem Gewässer - die toten Tiere wurden nach nächtlichen Regenfällen wieder zurück in den Teich geschwemmt.

Stadtverwaltung und Fischereiverein geben jedoch Entwarnung. „Das akute Fischsterben ist seit Ende voriger Woche bekannt“, sagt Stadtsprecher Andreas Möser. Eine Gefahr gehe von den toten Tieren nicht aus. Die Tiere würden in den nächsten Tagen von städtischen Mitarbeitern abgefischt, in Spezialbehälterabgefüllt und dann von einem Tierkörperbeseitigungsunternehmen entsorgt.

Heinz Pyka, Vorsitzender des Fischereivereins Hannover, findet den massenhaften Fischtod ebenfalls nicht außergewöhnlich. „Bei solchen flachen Teichen gibt es immer Probleme“, sagt er. Fischsterben komme es vor allem in den Sommermonaten vor, wenn es lange nicht regnet und Algenblüten dem Wasser Sauerstoff entziehen. „Wir haben Glück gehabt, dass das in diesem Jahr nicht häufiger vorgekommen ist“, meint Pyka.

Für das Sterben zahlloser Fische am Stöckener Teich macht Pyka vor allem den Überbestand an Weißfischen verantwortlich. Weil es in dem Gewässer keine Raubfische gebe, könnten sich Beutefische wie Rotaugen, Rotfedern oder Barsche ungehindert vermehren. „Die Regulierungsmechanismen funktionieren in der Natur manchmal nicht mehr so richtig“, meint der Experte. Für ein Gewässer sei es besser, wenn darin tendenziell weniger als zu viele Fische leben.

Die fehlenden Raubfische könnten nur durch Befischung des Gewässers ausgeglichen werden. An dem Teich in der Leineaue sei bislang jedoch nicht geangelt worden. Für den Fischereiverein Hannover sei der Teich nicht attraktiv genug. „Wir schreien nicht hurra, wenn uns ein Gewässer angeboten wird, in dem es immer wieder Probleme gibt“, sagt der Vereinsvorsitzende.

Außerdem habe sei Verein keinen Bedarf an neuen Fischgründen. „Wir haben bereits viele gute Gewässer“, sagt Pyka. Weil der Aufwand für die Pflege eines Gewässers sehr groß sei, könnten sich die Angler nicht um jeden Teich kümmern. Ein Verein müsse bei der Bewirtschaftung nicht nur für den artgerechten Fischbestand, sondern auch für die Qualität des Gewässers Sorge tragen.

Dennoch will der Fischereiverein der Stadt Hannover helfen, eine dauerhafte Lösung für den Teich in der Leineaue zu finden. „Wir werden gemeinsam mit der Stadt ein Sanierungskonzept erstellen“, sagt Pyka. Im kommenden Frühjahr solle der Teich dazu intensiv untersucht werden.

Ein solches Sanierungskonzept habe sich bereits an anderen Stellen in Hannover als wirksam erwiesen. Beispielhaft sei das regelmäßige Abfischen des Regenrückhaltebeckens am Flughafen Hannover. Dort gebe es seitdem keine Probleme mit dem Sauerstoffgehalt des Gewässers mehr.

Andreas Schinkel 11.09.2012