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Nord Flüchtlinge in Turnhallen einquartiert
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Flüchtlinge in Turnhallen einquartiert
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09:54 04.12.2014
Von Bärbel Hilbig
In eine Sporthalle der IGS Büssingweg ziehen Flüchtlinge. Quelle: Michael Thomas
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Hannover-Ost

Vahrenwald. Wöchentlich treffen neue Flüchtlinge in Hannover ein - so viele, dass die Stadtverwaltung einige zum ersten Mal nun auch kurzfristig in den Sporthallen einer Schule unterbringen will. Für Schüler und Lehrer an der Integrierten Gesamtschule Büssingweg kam diese Nachricht vergangene Woche überraschend. „Wir sind natürlich nicht begeistert über den Aufwand, den uns das jetzt bereitet. Aber wir sehen die Notwendigkeit. Unsere Schule steht in der Verantwortung gegenüber der Gesellschaft“, sagt Schulleiter Eberhard Dolezal. Am heutigen Donnerstag sollen die ersten Flüchtlinge einquartiert werden.

Mittwoch vergangener Woche erfuhr Dolezal von dem Vorhaben, Mitte dieser Woche sollten die Flüchtlinge bereits in der Schule eintreffen. Das Schulzentrum verfügt über vier Turnhallen, die beiden kleineren sollten baulich komplett abgetrennt werden und als provisorische Wohn- und Schlafräume dienen. Dolezal hat sofort alle Klassenlehrer über die zu erwartenden Gäste informiert, damit sie mit ihren Schülern über die neue Situation sprechen. „Die Schüler sollten wissen, dass da Menschen zu uns kommen, die Schlimmes hinter sich haben. Wir wollen die Flüchtlinge willkommen heißen.“ In ihren Klassen überlegen die Jungen und Mädchen nun, was sie dafür machen wollen. Eine Gruppe hat spontan vorgeschlagen, angesichts der fallenden Temperaturen warme Winterkleidung zu sammeln.

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Die Lehrer haben sofort begonnen, den Sportunterricht umzuplanen. Das Schulzentrum ist zwar mit drei Turnhallen und einem Gymnastikraum bisher gut ausgestattet, weil die Sportstätten einst für zwei Schulen gebaut wurde. An einem Tag in der Woche müssen die Schüler nun auch in eine Halle in der Voltmerstraße ausweichen. Dennoch wird für einige Klassen Sport in den nächsten Wochen ausfallen und durch ein anderes Fach ersetzt werden. Schulleiter Eberhard Dolezal geht bisher davon aus, dass die Gäste in der Turnhalle vielleicht bis Weihnachten bleiben. Dann dürfte das Oststadtkrankenhaus bezugsfertig sein. „Als Privatmensch sehe ich es allerdings kritisch, dass dort 300 Menschen zusammen untergebracht werden sollen“, sagt Dolezal.

Am Büssingweg lernen bis jetzt noch Schüler aus drei Schulen. Die Karl-Jatho-Schule und die Geschwister-Scholl-Realschule schließen kommendes Jahr. Die neu gegründete IGS Büssingweg löst beide Schulen ab. Unter den 650 Schülern stammen etliche selbst aus Einwandererfamilien. Die Situation, in der die Flüchtlinge sich jetzt befinden, ist zumindest einzelnen Jungen und Mädchen vertraut. An der IGS gibt es eine Sprachlernklasse für Kinder und Jugendliche, die noch nicht lange in Deutschland leben. Manche kommen aus dem europäischen Ausland, andere aus Krisengebieten.

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