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Nord Gemeinde entsetzt über Einbruch in St.-Christophorus-Kirche
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Gemeinde entsetzt über Einbruch in St.-Christophorus-Kirche
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00:16 12.01.2013
Von Kristian Teetz
Die Holzstatue des Heiligen Christophorus, Namengeber der Stöckener Kirche, liegt abgebrochen auf dem Boden des Pfarrheims. Quelle: Privat
Stöcken

Nach dem Einbruch in die St.-Christophorus-Kirche in Stöcken fehlt der Polizei weiter jede Spur von den Tätern. Die Ermittlungen liefen noch, sagte eine Sprecherin der Polizei. Konkrete Hinweise seien noch nicht bei den Beamten eingegangen. Bei dem Einbruch in der Nacht zum vergangenen Sonnabend beschädigten oder zerstörten die Täter unter anderem den Tabernakel mitsamt Stele, eine Christophorus-Holzstatue samt Vitrine, die Verbindungstür zwischen Pfarrheim und Kirche sowie ein Fenster und eine Glastür.

Unterdessen zeigt sich die Gemeinde am Stöckener Markt konsterniert: „Wir sind erschüttert und schockiert“, sagt der Sprecher des Gemeindeausschusses von St. Christophorus, Thomas Poloczek. Den Gesamtschaden könne man noch nicht abschätzen. „Aber der ideelle Schaden ist sowieso viel höher als der materielle.“ Denn mit dem Tabernakel haben die Täter gewissermaßen das Herzstück des katholischen Gotteshauses zerstört. Der Tresorschrank dient als Aufbewahrungsort für die geweihten Hostien, die für die Katholiken beim Abendmahl gleichbedeutend mit dem Leib Christi sind. „Die Hostien sind für uns das Allerheiligste. Deswegen ist diese Tat für uns besonders schockierend. Die Täter haben sich am Allerheiligsten vergriffen“, sagt Poloczek.

In der Nacht zum Sonnabend drangen Einbrecher in die St.-Christophorus-Kirche am Stöckener Markt ein und zerstörten den Tabernakel und eine Christophorus-Holzstatue.

Der Tabernakel wurde 1964 gefertigt und ist damit nur ein Jahr jünger als die 1963 eingeweihte St.-Christophorus-Kirche. Ihn schmückte ein Mantel, der den brennenden Dornbusch zeigt. Wie in der katholischen Kirche nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil üblich stand der Tresor auf einer Stele. Diese liegt nun umgestürzt auf dem Marmorfußboden. „Ob darunter der Fußboden in Mitleidenschaft gezogen wurde, müssen wir noch prüfen“, sagt Poloczek. Eine Spezialfirma müsse die schwere Stele zunächst aufrichten.

Besonders betrauert die Gemeinde auch die zerstörte Christophorus-Figur. „Diese ist unersetzbar, weil sie als Einzelstück gefertigt wurde“, sagt Bernd Langer, Pfarrer der Kirchengemeinde St. Maria, zu der St. Christophorus gehört. Die kleine Holzstatue, die den Namensgeber der Kirche zeigt, stand im Pfarrheim in einer Vitrine. Offenkundig vermuteten die Einbrecher hinter der Rückwand dieser Vitrine Beute. „Sie haben das Rohr eines Staubsaugers abmontiert und damit versucht, die Rückwand einzudrücken“, sagt Pfarrer Langer. „Man sieht noch die runden Abdrücke auf der Spanplatte.“ Um an diese Rückwand zu gelangen, vermutet Langer, hätten die Täter versucht, die Holzstatue aus der Vitrine zu nehmen. Diese war allerdings mit zwei Schrauben an dem Schrank befestigt. Als die Einbrecher mit Gewalt daran gingen, den Heiligen Christophorus herauszunehmen, wurde er dabei zerstört.

Zehn Gemeindemitglieder, unter ihnen Thomas Poloczek, haben am Sonnabend mehrere Stunden lang aufgeräumt. Der Gottesdienst am Sonnabendabend konnte schon wieder gefeiert werden. „Pfarrer Langer hat am Ende der Messe auf das Geschehene Bezug genommen“, sagt Poloczek. Nun geht es darum, die weiteren Schäden zu beseitigen. „Die Versicherung nimmt zunächst den Schaden auf“, sagt das Gemeindemitglied. Dann müsse das Glas einer Tür sowie ein gesamtes Fenster ersetzt werden. Die Hostien werden momentan in einem anderen Tresor aufbewahrt, bis die Kirchengemeinde einen neuen Tabernakel angeschafft hat.

Poloczek hofft, dass die kunstvolle Verzierung, der brennende Dornbusch, restauriert werden kann. Einem Gemeindemitglied sei es gelungen, Kontakt zu dem Künstler aufzunehmen, der in den sechziger Jahren die Holzarbeit gefertigt hat. „Er will nach Hannover kommen und sich den Schaden anschauen“, sagt ­Poloczek. Darüber hinaus überlegen die Verantwortlichen, den Sicherheitsstandard zu erhöhen. „Wir erwägen unter anderem, mehr Bewegungsmelder zu installieren“, berichtet Pfarrer Langer. So solle die Hemmschwelle erhöht werden. „Einen Hochsicherheitszaun um das Gotteshaus zu ziehen kann allerdings nicht in unserem Interesse liegen. Das ist schwierig, weil wir uns als offene Kirche verstehen“, sagt Langer. Trotz der Schäden ist laut Thomas Poloczek und Pfarrer Bernd Langer die Arbeit der Kirchengemeinde in keiner Weise beeinträchtigt.

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