Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nord Bezirksrat fordert freie Fahrt auf dem Radweg
Hannover Aus den Stadtteilen Nord

Hannover-Hainholz: Bezirksrat fordert freie Fahrt auf dem Radweg

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
14:00 24.05.2019
Kritikpunkt: Der Radweg an der Voltmerstrasse ist nur einseitig befahrbar. Quelle: Samantha Franson
Anzeige
Hainholz

Die schwierige Verkehrslage für Radfahrer in der Voltmerstraße beschäftigt wieder die Politik. Die Stadt lässt auf dem gut ausgebauten Radweg, der früher in beide Richtungen befahrbar war, nur noch das Radfahren in eine Richtung zu. Stadtauswärts dürfen Radler erst hinter der Fichteschule auf den Radweg, stadteinwärts sollen sie komplett die Straße nutzen. Daran haben zahlreiche Proteste aus dem Stadtteil nichts ändern können.

Der Bezirksrat Nord unternimmt nun dennoch einen neuen Anlauf. „Wir wollen keine Gefährdung von Radfahrern riskieren, vor allem, wo entlang der Voltmerstraße im Verlauf des Jahres neue Bebauung entsteht und damit auch mehr Verkehr“, argumentiert SPD-Fraktionschef Robert Nicholls. Dabei geht es um Neubauten wie ein Hochhaus mit Studentenapartments an der Schulenburger Landstraße. Die Voltmerstraße bildet eine wichtige Verbindung zwischen den Stadtteilen Hainholz und Vinnhorst, die auch Radfahrer stark nutzen.

Anzeige

Die Politiker hoffen, dass die neue Sachlage die Verwaltung zu einer Sinnesänderung bewegt. SPD und Grüne fordern in ihrem Antrag eine Aufhebung der Teilsperrung des Radwegs, der Bezirksrat nahm den Antrag einstimmig an. Es ist bereits der dritte Versuch des Bezirksrats, eine erneute Freigabe des Weges in beide Richtungen zu erreichen. Der Radweg ist weiterhin in gutem Zustand und erfüllt mit seiner Breite von 2,20 Metern den Anforderungen für das Befahren in beide Richtungen.

Die Stadtverwaltung hatte Mitte 2016 begonnen, die Situation an der Voltmerstraße zu verändern. In einem nicht angekündigten Verkehrsversuch wollte sie zunächst alle Radfahrer auf die Straße zwingen. Viele Radler fühlen sich dort allerdings unsicher, vor der Fichteschule müssen sie zudem Schwellen zur Verkehrsberuhigung überwinden. Nach starken Protesten schwenkte die Stadt auf eine Kompromisslinie ein. Seitdem ist der Radweg zumindest stadtauswärts befahrbar. Allerdings wurde er eingekürzt. Ein Teilstück des Radwegs direkt vor der Fichteschule wurde zurückgebaut.

Anlass für die ganzen Veränderungen war nach Auskunft der Stadt ursprünglich ein Unfall. Manche stadteinwärts fahrende Radler schwenkten an der Stelle, wo der Radweg endete, nicht auf die Fahrbahn, sondern fuhren auf dem Bürgersteig weiter. In Höhe des Familienzentrums soll so ein Radfahrer ein Kind angefahren haben. In der offiziellen Begründung hieß es vor zwei Jahren, „nach heutigen Erkenntnissen“ sei es grundsätzlich nicht gefährlich, wenn Radfahrer sich auf der Fahrbahn im fließenden Verkehr bewegen.

Von Bärbel Hilbig

Anzeige