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Nord Grabstein auf jüdischem Friedhof erstrahlt in neuem Glanz
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Hannover-Nordstadt: Grabstein auf jüdischem Friedhof erstrahlt in neuem Glanz

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20:30 05.09.2019
Ort der Erinnerung: Peter Schulze am Grabmal der Familie Meyer. Quelle: Simon Benne
Nordstadt

Senator Siegmund Meyer (1861–1927) zählte zu den Honoratioren der Stadt; seine letzte Ruhestätte fand er auf dem jüdischen Friedhof An der Strangriede. „Seine Familie gehörte zum hannoverschen Bürgertum“, sagt Peter Schulze, der sich seit Jahrzehnten mit Hannovers jüdischer Geschichte beschäftigt. Der renommierte Historiker hat über Jahre hinweg bei Führungen über den Friedhof von Besuchern einen Obolus erbeten. Mit den gesammelten Spenden hat er jetzt dafür gesorgt, dass die verblassten Inschriften auf dem Familiengrab der Meyers für insgesamt 5000 Euro wieder neu herausgeputzt wurden.

Meyer gehörte der Baukommission an

Er hält so die Erinnerung an eine bemerkenswerte Familie wach. Der Landrabbinersohn Siegmund Meyer saß im Bürgervorsteherkollegium, dem Vorläufer des heutigen Rates, und wurde als erstes jüdisches Mitglied von der Stadt in den Provinziallandtag entsandt. „Er muss gute Verbindungen zu Stadtdirektor Heinrich Tramm gehabt haben“, sagt Schulze. Meyer gehörte auch der Baukommission an, die für die Errichtung der Stadthalle zuständig war.

Tragisches Stück deutscher Geschichte

Der repräsentative Grabstein erinnert auch an seine Frau Anna sowie seinen Sohn Franz, der 1917 als Reserveleutnant starb, „gefallen fürs Vaterland“, wie es in der Inschrift heißt. Er hatte in einer bayerischen Einheit gedient. „In Preußen wäre es ihm als Juden praktisch unmöglich gewesen, zum Reserveoffizier aufzusteigen“, sagt Schulze. So erzählt der neu herausgeputzte Stein von einem tragischen Stück deutscher Geschichte.

Am Sonntag, 8. September 2019, um 16.30 Uhr führt Peter Schulze über den jüdischen Friedhof An der Strangriede, An der Strangriede 55.

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Von Simon Benne

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