Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nord Hausärzte am Herrenhäuser Markt feiern Jubiläum
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Hausärzte am Herrenhäuser Markt feiern Jubiläum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 25.04.2019
Die Hausarztpraxis blickt auf 25 Jahre zurück: Annelie Herkner (v. l.), Gisela Weske, Marie Münkel, Dr. Anna Fuhrmeister, Dr. Bernd-Ulrich Jäger, Michael Ripke, Dr. Christine Kannowade, Lara Meißner, Louise Westphal und Melanie Knorrn.
Anzeige
Herrenhausen

Silberne Luftballons und Lametta hängen vor der grünen Wand. Hinter dem hölzernen Schreibtisch stehen rot-orangene Blumen. „Die haben mir meine Mitarbeiter heute hingestellt“, erklärt Michael Ripke und wirkt stolz. Heute feiert die gemeinschaftliche Hausarztpraxis von Ripke, Bernd Jäger, Christine Kannowade und Anna Fuhrmeister 25-jähriges Jubiläum.

„Fliegender Wilhelm“ gründete die Praxis

Die vier Ärzte und ihr Team aus sieben Mitarbeitern sowie einer Azubine erinnern sich gern an die Vergangenheit ihrer Praxis. Denn: Diese blickt auf eine weitaus längere Historie als ein Viertel Jahrhundert zurück. 1954 eröffnete Gründer Wilhelm Bode seine Arztpraxis in Herrenhausen. Der Doktor brachte es schnell zu einiger Bekanntheit: Die Herrenhäuser nannten ihn „fliegender Wilhelm“, weil er nachts ständig auf seinem Mofa durch den Stadtteil fuhr, um Anwohnern den gebrochenen Arm zu verbinden oder bei Geburten zu helfen. 1974 gab dieser die Praxis an das Doktorenpaar Schneider ab, die es 1994 wiederum an Michael Ripke und Bernd Jäger verkauften.

Anzeige

Eine eigene Praxis zu kaufen, war damals mutig. „Wir mussten regelrecht um jeden Patienten kämpfen“, erzählt Ripke. Es habe unzählige Praxen gegeben. Umso stolzer waren die Ärzte über die erste große Errungenschaft: Nach drei Monaten kauften sie ihren ersten Computer, der die zeitaufwändige Dokumentation von Patientenbeschwerden erleichterte. Damals kamen die meisten Patienten mit Rücken- oder Knieproblemen in die Praxis.

Immer weniger Hausarztpraxen

Die Beschwerden der Patienten haben sich heute geändert. „Menschen kommen viel öfter als früher mit psychischen Problemen zu uns. Sie bekommen beim Psychotherapeuten einfach keinen Termin“, sagt Ripke. Auch dass eine Hausarztpraxis so lange fortbesteht, ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr. „Viele Ärzte drängen eher in den fachärztlichen Bereich“, erklärt Ripke. Kaum verwunderlich, findet der Arzt: Fachärzte hätten bessere Arbeitszeiten, müssten keine Hausbesuche abstatten und erhielten höhere Honorare. Hausarztpraxen würden daher aussterben.

Für den Beruf als Hausarzt habe er sich trotzdem bewusst entschieden. „Der Facharztbereich ist mir etwas zu techniklastig“, erzählt Ripke. Für ihn zähle im Beruf viel mehr das Persönliche: „Als Hausarzt weiß ich, wo meine Patienten wohnen, kenne meistens die Familien und weiß, wer welchen Job hat.“ Er hofft, dass die Praxis noch viele Jahre fortbesteht.

Von Jacqueline Hadasch

Nord Herrenhausen-Stöcken - Bezirksrat ernennt neues Mitglied
07.04.2019