Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nord Bezirksrat streitet über Gendersternchen
Hannover Aus den Stadtteilen Nord

Herrenhausen-Stöcken: Bezirksrat streitet über Gendersternchen

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 12.06.2019
Mit Sternchen: Die Tagesordnung des Bezirksrats. Quelle: Nina Hoffmann
Herrenhausen

Eigentlich ist die Abstimmung über die Tagesordnung im Bezirksrat meist reine Formsache, doch in der jüngsten Sitzung in Herrenhausen-Stöcken haben gleich zwei Vertreter der CDU-Fraktion gegen die Tagesordnung gestimmt. Der Grund: das Gendersternchen innerhalb der Bezeichnung Einwohner*innenfragestunde. „Fragen Sie gerne einmal Ihre Wähler – die wollen keine Sprache, die weniger und weniger verstanden wird“, kritisierte Norbert Dragon von der CDU-Fraktion. „Bleibt das Wort so stehen, lehne ich die Tagesordnung ab. Ich schlage stattdessen den Begriff Fragestunde vor.“

Unterstützung fand der Bezirksratsherr bei dem Fraktionsvorsitzenden der CDU, Wolfgang Neubauer. „Die Geschäftsordnung des Rates der Landeshauptstadt Hannover benennt die Fragestunde in Paragraf 36 mit Einwohnerfragestunde“, sagte Neubauer. „Wenn wir hier eine Tagesordnung aufstellen, können wir einwandfrei übernehmen, was in dem Paragrafen steht.“

Unverständnis bei SPD

Mit Unverständnis über die Kritik an der Tagesordnung reagierte dagegen die SPD-Fraktion. „Die Geschäftsordnung des Rates sagt lediglich, worum es sich bei der Fragestunde handelt“, sagte etwa Torsten Tegtmeier, Fraktionsvorsitzender der SPD. „Sie legt nicht fest, dass wir diesen Tagesordnungspunkt so benennen müssen. Mir ist aber auch klar, dass Sie mit diesem Anliegen wohl einfach eine bestimmte Klientel ansprechen wollen.“

Auch die Grünen befürworteten die Verwendung des Sternchens. „Ich möchte Ihnen eine kleine Hilfe geben“, sagte Hannelore Mücke-Bertram an Dragon gerichtet, der sein Unverständnis über die Aussprache des eingefügten Schriftzeichens äußerte. „Bei dem Sternchen müssen Sie lediglich eine kleine Pause machen. Der Sinn dahinter ist, alle anzusprechen – das ist eigentlich ganz einfach“, sagte Mücke-Bertram. Überzeugt sind weder Dragon noch Neubauer von dieser Erklärung. Stattdessen verwiesen sie auf bereits geführte Abstimmungen. „Wir haben in der Vergangenheit beschlossen, wie der Tagesordnungspunkt heißen soll. Dieses Ergebnis zu ignorieren ist rechtswidrig“, kritisierte Neubauer.

Janischowsky: „Ich stehe dazu“

Im Anschluss an die Diskussion sprach sich zuletzt auch der stellvertretende Bezirksbürgermeister Bernd Janischowsky für das Sternchen aus. „Die Tagesordnung ist vom Bezirksbürgermeister aufgestellt, und die Verwaltung hat dabei unterstützt“, sagte Janischowsky. „Letztlich steht da also mein Name unter der Tagesordnung und ich stehe dazu, dass dieser Punkt so benannt wird.“

Bis auf eine Enthaltung (CDU) und die Ablehnung durch Prof. Dragon und Neubauer stimmten alle Bezirksratsfrauen und -herren für die Tagesordnung.

Empfehlung der Stadt stößt auf viel Kritik

Bereits in der Vergangenheit hat die gendergerechte Sprache in Hannover für hitzige Diskussionen gesorgt. Im Januar dieses Jahres hat die Landeshauptstadt eine verbindliche Empfehlung für eine geschlechtergerechte Verwaltungssprache herausgegeben. Auch die Verwendung des Gendersternchens ist Teil der verbindlichen Empfehlung. Damit stieß die Stadt auf viel Kritik.

Mehr zum Thema:

Kommentar zur geschlechtergerechten Sprache: Der Stern des Anstoßes

Feministische Sprachwissenschaftlerin lehnt Genderstern ab

Gendergerechte Sprache: Ministerpräsident Weil rügt Hannover

Gendergerechte Sprache – So gehen deutsche Städte damit um

Von Nina Hoffmann

Der Bezirksrat Herrenhausen-Stöcken will den Lehrerparkplatz an der IGS am Wochenende für alle öffnen. Doch fördern zusätzliche Parkplätze die Anfahrt mit dem Auto und so den CO2-Ausstoß? Der SPD-Antrag löste eine Debatte aus.

08.06.2019

350 Kinder, die meisten von der Käthe-Kollwitz-Schule, haben Spenden für das Tierheim Langenhagen gesammelt. Im Freizeitheim Vahrenwald wurden sie dafür geehrt.

05.06.2019

Keine Plätze mehr: Die IGS Stöcken lehnt eine Neunjährige ab, obwohl sie nur 500 Meter von der Schule entfernt wohnt. Ihr Vater bittet den Bezirksrat Herrenhausen-Stöcken um Hilfe.

04.06.2019