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Nord Schwarze Heide West: Anwohner fordern Diskussionsrunde
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Schwarze Heide West: Anwohner fordern Diskussionsrunde
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18:00 31.03.2019
Der unbebaute Teil der Schwarzen Heide dient vielen zur Naherholung. Quelle: Villegas
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Herrenhausen-Stöcken

Sie sind von den Politikern enttäuscht: Anwohner der Schwarzen Heide haben in der jüngsten Bezirksratssitzung ihrem Ärger über die Entscheidung des Bezirksrats Herrenhausen-Stöcken für die Prüfung des Ausbaus ihres Quartiers kundgetan. Demnach soll beurteilt werden, ob eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme geeignet ist, um das 50 Hektar große Baugebiet westlich der Stelinger Straße vorzubereiten.

Mit Hunden spazieren gehen oder mit dem Fahrrad an den Feldern entlangfahren: Das Baugebiet soll dort entstehen, wo sich viele Anwohner der Schwarzen Heide nach der Arbeit und an ihren Wochenenden erholen. „Ich kann nicht verstehen, wie Sie dem zustimmen konnten“, sagt Uwe Schmidt, Vorsitzender der Siedlergemeinschaft Schwarze Heide, zu Beginn der Einwohnerfragestunde. „Ich bin enttäuscht.“ Unterstützung findet Schmidt bei mehreren Anwohnern, die ihre Unzufriedenheit über die Entscheidung mitteilen wollen. „Vor acht Jahren wurde uns gesagt, die Schwarze Heide sei voll erschlossen“, kritisiert ein Anwohner der Stelinger Straße. „Jetzt wird von einem Ausbau geredet und niemand macht eine Bürgerbefragung. Ich verstehe es nicht.“ Auch dass die fünf Besitzer der landwirtschaftlichen Flächen durch eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme enteignet werden könnten, sorgt für Ärger. „Mit den Flächen würden die Bauern auch ihre Existenz verlieren“, sagt Schmidt.

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Die Kombination aus naturbelassenen Gebieten und guter Anbindung an die Stadt hat ursprünglich viele Anwohner der Schwarzen Heide gelockt. Durch ein Baugebiet sehen die Anwohner ihre Nähe zur Natur in Gefahr. Verständnis zeigt vor allem die Grünen-Fraktion.„Ich schließe mich an, auch für mich ist die Zustimmung unverständlich“, sagt Hannelore Mücke-Bertram von den Grünen und bemängelt die Unvollständigkeit der bereits beschlossenen Drucksache für die Untersuchungen. In einer Anfrage an die Verwaltung hat sich die Fraktionsvorsitzende nach den Kosten der vorbereitenden Untersuchungen erkundigt. „Am Ende gibt man dafür so viel aus, dass man verpflichtet ist, diese Unterfangen auch zu Ende zu führen“, gibt Mücke-Bertram zu bedenken. Die Antwort der Verwaltung: 30 000 Euro soll die vorbereitende Untersuchung die Stadt kosten. Untersuchungen bezüglich des Natur- und Umweltschutzes sind noch nicht mit inbegriffen.

„Es handelt sich lediglich um eine Vorstufe der Vorstufe“, bemüht sich Torsten Tegtmeier, Fraktionsvorsitzender der SPD, zu beschwichtigen. Unterstützt wird er von Stadtplanerin Petra Fischer. „Der Rat hat die Verwaltung beauftragt, die Planungen voranzutreiben. Nichts anderes haben wir getan“, erklärt Fischer. Anklang finden die Worte bei den Anwohnern nicht.

„Meine Vorschlag ist, dass wir uns alle noch einmal zu einer Diskussionsrunde treffen, damit auch wir Bewohner der Schwarzen Heide uns dazu äußern können“, wirft Schmidt ein und trifft mit seiner Idee bei dem stellvertretenden Bezirksbürgermeister Bernd Janischowsky auf Zustimmung. „Kommen Sie zu uns, dann werden Sie sehen, dass die meisten dagegen sind“, kündigt Schmidt an.

Von Nina Hoffmann

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