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Nord Stadtbezirksrat diskutiert Schwarze Heide West
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Stadtbezirksrat diskutiert Schwarze Heide West
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00:16 19.02.2019
Stehen hier bald Häuser? Hier soll das Baugebiet Schwarze Heide West entstehen. Quelle: Sebastian Stein
Herrenhausen-Stöcken

Der Stadtbezirksrat Herrenhausen-Stöcken hat erneut über eine Erweiterung des Siedlungsgebietes Schwarzen Heide diskutiert. Bereits Anfang 2017 hatte die SPD-Ratsfraktion in Absprache mit den gelb-grünen Koalitionspartnern einen Antrag zur Ausweisung eines 50 Hektar großen Wohngebiets westlich der Stelinger Straße vorbereitet. In der letzten Bezirksratssitzung vom 06. Februar wurde nun für die Einleitung einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme und entsprechende Voruntersuchungen gestimmt.

Demnach soll zunächst geprüft werden, ob das Instrument einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme für das geplante Siedlungsgebiet Schwarze-Heide-West geeignet ist. Eine solche Maßnahme bedeutet, dass die Stadt ein Vorkaufsrecht erhält und sie gleichzeitig Enteignungen der insgesamt fünf Besitzer durchführen kann. Außerdem kann das Land zu dem Preis erworben werden, der auch ohne die Entwicklungsmaßnahme zustande gekommen wäre. „Die städtebauliche Entwicklungsmaßnahme ist ein sehr scharfes Instrument“, betont Petra Fischer, die zuständige Stadtplanerin des Stadtbezirks. „Deshalb ist wichtig, durch eine rechtliche Prüfung die Eignung dieses Verfahrens festzustellen.“

Die Idee, zwischen den beiden Autobahnen ein weiteres Siedlungsgebiet entstehen zu lassen, stößt im Bezirksrat nicht nur auf Zuspruch. „Viele Bürger sind mit der Weiterentwicklung der Schwarzen Heide nicht einverstanden, das sollten wir als Politiker berücksichtigen“, wendet etwa Herbert Mesenbrink von der ASH ein. „Gerade die Verkehrssituation verlangt dort ein neues Konzept.“

Auch die Grünen-Fraktion betrachtet den Antrag der Stadt kritisch. „Von den Bürgerinnen und Bürgern der Schwarzen Heide gibt es immer wieder Beschwerden wegen des Autolärms“, sagt Grünen Fraktionsvorsitzende Hannelore Mücke-Bertram. „Außerdem gibt es andere Flächen mit einer deutlich besseren Infrastruktur – etwa an der Fuhsestraße.“ Dem widerspricht allerdings Fraktionsvorsitzender der SPD Torsten Tegtmeier: „Anderweitige Flächen wie die an der Fuhsestraße werden der Stadt in den nächsten Jahren nicht zugänglich sein“, sagt Tegtmeier. „Ich wünsche mir für unseren Stadtbezirk, dass wir kreativ werden und auch neue Flächen in den Blick nehmen. Gerade jetzt, wo das Wohnraumangebot immer weniger wird.“ Schwierigkeiten junger Familien bezahlbaren Wohnraum zu finden, betont auch die Stadt. Einen jährlichen Wohnungsneubedarf von rund 1000 Wohneinheiten bis 2030 hat etwa eine Haushaltsprognose von 2015 ermittelt.

Bis das neue Bauland zur Verfügung steht, dürfte es allerdings noch dauern. „Die Voruntersuchungen benötigen etwa ein Jahr“, sagt Stadtplanerin Fischer. „Um die zehn Jahre sind wohl realistisch, bis die Fläche genutzt werden kann.“

Aus der Abstimmung am Ende gingen 10 Stimmen für den Antrag hervor. Dagegen stimmten drei Mitglieder. Ein Mitglied enthielt sich.

Von Nina Hoffmann

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