Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nord Stöckener Schüler retten Kröten
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Stöckener Schüler retten Kröten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 19.03.2019
Auf Rettungsmission: Elvis Udeh (links) und Volkan Yigit tragen die Kröten zum Stadtfriedhof Stöcken. Quelle: Fotos: Nina Hoffmann (2)
Stöcken

Etwa dreißig Schüler tummeln sich um den niedrigen Krötenzaun und werfen Blicke in die Fangeimer. Groß ist die Ausbeute im Gegensatz zu den letzten Tagen nicht: Nur fünf Kröten warten in den Eimern auf ihre Freilassung. Bereits seit Anfang des Monats haben sich Schüler der IGS Stöcken und der Wilhelm-Schade-Schule das Ziel gesetzt, die kleinen Amphibien während ihrer Wanderung zu beschützen.

„Jedes Jahr werden etliche Tiere im Frühjahr überfahren“, erzählt Gerd Wach vom Bund für Umwelt und Naturschutz. „An der Eichsfelder Straße sind uns die vielen toten Kröten im letzten Jahr besonders aufgefallen.“ Sobald die Temperaturen steigen und es nachts nicht kälter als fünf Grad Celsius ist, erwachen Frösche und Kröten aus ihrer Winterstarre. Dann beginnt ihre gefährliche Wanderung zu den Teichen, in denen sie geboren wurden. Dort wollen sie ihre Eier ablegen. Um die Kröten in diesem Jahr besser vor den Autos zu schützen, hat Wach die beiden Schulen um Hilfe gebeten und ist dabei gerade bei den Schülern auf Begeisterung gestoßen.

„Weil auf die Kröten niemand aufpasst, tun wir das jetzt“, erklärt der zwölfjährige Volkan Yigit entschlossen. In seinen behandschuhten Händen hält der Sechstklässler der IGS Stöcken behutsam eine Kröte, die er auf den Namen Rüdiger getauft hat. „Anfangs wollten nur wenige Schüler die Kröten in den Händen halten“, erzählt Marion Müller, Lehrerin der IGS Stöcken. „Die Angst hat sich aber schnell gelegt.“

Auf dem Stöckener Friedhof werden die Kröten wieder ausgesetzt. Quelle: Hoffmann

Damit Rüdiger und die restlichen Kröten die Eichsfelder Straße sicher überqueren, werden sie an dem Krötenzaun, der parallel zur Gemeindeholzstraße am Waldstück verläuft, eingefangen. Statt Sport, Deutsch oder Gesellschaftskunde verbringen die Schüler aus den fünften, sechsten und siebten Jahrgangsstufen ihre Morgenstunden damit, die Kröten in Eimern zum 2,5 Hektar großen Teich auf dem Stadtfriedhof Stöcken zu tragen. Dort werden sie wieder ausgesetzt.

„Wir hatten bereits Tage, da haben wir gemeinsam knapp 20 Kröten gefunden“, erzählt Steffen Henze, Lehrer der Förderschule. „Da war die Freude bei den Schülern natürlich besonders groß.“ Müller und Henze sind sich einig, dass neben den Kröten auch die Kinder und Jugendlichen von der Aktion profitieren. „Die Schüler entwickeln so auf jeden Fall einen aktiveren und sensiblen Umgang mit der Natur und verlieren die Berührungsängste zu den Tieren“, sagt Müller, die selbst Naturwissenschaften unterrichtet. Dem stimmt auch Wach zu: „Selbst bei den ersten Ausflügen zum Zaun haben sich die Kinder über nur eine Kröte im Eimer gefreut.“ Denn egal, ob zwanzig oder fünf Kröten: Für die Schüler ist jedes gerettete Tierleben den morgendlichen Ausflug wert.

Von Nina Hoffmann

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mit Bauchtanzvorstellungen von internationalen Künstlern, über 25 Fachvorträgen, 40 Workshops und 54 Ausstellern lockte die Tanzmesse und der 1001 Nacht Erlebnisbasar „World of Orient“ über 2.500 Besucher in das Freizeitheim Vahrenwald. Sie ist laut Aussage der Veranstalterin Europas größte Orientmesse.

18.03.2019

Bezirksratspolitiker empört: Die Fachverwaltung ist nach Einladung des Bezirksrates nicht zu der Anhörung „Aufstellung von digitalen Werbeträgern“ gekommen. Die Begründung sei, dass der Stadtbezirksrat Bothfeld-Vahrenheide nicht zuständig sei und stellvertretend ein schriftliches Statement reiche.

15.03.2019

Das erste ZWAR-Netzwerks Hannovers gründet sich in Herrenhausen-Stöcken und setzt sich gegen Einsamkeit während der Rente ein. Am 7. März findet das erste Treffen statt.

10.03.2019