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Nord Ideen gegen Leerstand in der Esplanade
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Ideen gegen Leerstand in der Esplanade
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17:35 13.08.2014
Modern, aber für manchen Kaufmann einfach zu ruhig: die Calenberger Esplanade. Für etliche Geschäfte werden neue Mieter gesucht.
Modern, aber für manchen Kaufmann einfach zu ruhig: die Calenberger Esplanade. Für etliche Geschäfte werden neue Mieter gesucht. Quelle: Schwarzenberger
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Calenberger Neustadt

Sie kamen und verschwanden aus der Calenberger Esplanade: ein Fleischer, ein türkischer Imbiss, ein Solarium, das Restaurant „Spago“ und andere Handels- und Gatronomiekonzepte. Zu wenig Publikum, zu wenig Ideen seitens der Betreiber - diese Kritik war in den vergangenen Jahren oft zu hören. Dabei sollte die 1999 eröffnete Calenberger Esplanade mit ihren Wohnungen, Praxen, Büros und vor allem mit ihrer Ladenzeile im Erdgeschoss eine wichtige Funktion als Nahversorgungszentrum erfüllen. Doch zurzeit stehen wieder acht Geschäfte leer, manche Ladenlokale sahen sogar noch nie einen Mieter. Andererseits herrscht im Moment wieder so etwas wie Aufbruchsstimmung in dem Zentrum.

Bei den Verwalterfirmen - federführend ist die Strabag - sei eine neue Lust auf Modernisierung zu spüren. Das sagen Mieter wie Joanna Konopinska. Die Anwältin ist stellvertretende Vorsitzende des Vereins „Wirtschaftsleben Calenberger Neustadt“ und wohnt in der Esplanade. Hauseingänge und Fassadenteile würden renoviert. Es gebe keinen Leerstand bei den Wohnungen und Büros, betont Konopinska. „Für Ärzte, Praxen und Angebote wie Physiotherapie ist die Lage gut.“ Ein Jobcenter sorgt für ein bisschen Laufkundschaft.

Der „Wirtschaftsleben“-Vorsitzende Wolfgang Tickwe, der in der Esplanade eine Kanzlei betreibt, meint, Verwaltung und Mieterschaft redeten wieder mehr miteinander als noch vor zwei Jahren. Die Immobiliengesellschaft Nileg hatte den Komplex wenige Jahre nach der Eröffnung an die Firma Cinderella Property verkauft, ein Tochterunternehmen des US-Konzerns General Electric (GE). Zu dessen Unternehmensbereich GE Capital Real Estate gehört Cinderella.

Doch Renovierungsarbeiten allein lösen das zentrale Problem nicht. Der Branchenmix stimme nicht, sagt Tickwe. Im März zog Martin Ochse als bislang letzter Kaufmann aus. Er, der 1999 zu den ersten Mietern gehörte, will bis Herbst sein neues Optikergeschäft an der Calenberger Straße neu aufbauen. Auf einen neuen Langzeitvertrag in der Esplanade habe er sich nicht einlassen wollen. Zu unsicher erschien ihm die Zukunft des Komplexes. Ob die Betreiber mit ihren jüngst angefangenen Modernisierungen einen Neuanfang anstreben, bleibt vorerst unklar. Auf Anfrage des Stadt-Anzeigers gab GE keine Stellungnahme ab.

Auf Anfrage des Stadt-Anzeigers besah sich der Gewerbefachmann Hans-Hermann Buhr von der Industrie- und Handelskammer (IHK) die Esplanade. Ihm fiel auf dem Weg dorthin keinerlei Bewerbung des Zentrums etwa auf Werbebannern oder durch Hinweisschilder auf. Auch das Parkhaus nannte er eher unauffällig. Die Stellplätze an der Calenberger Esplanade verwirrten die Besucher, befand Buhr. „Es sind Stellplätze ausgezeichnet, zugleich stehen aber da Halteverbotsschilder.“ Da müsse die Stadt einiges nachbessern.

Für die Betreiber sah Buhr Nachholbedarf: mehr Fachgeschäfte, Dienstleister wie Schlüsseldienst, Geldautomat oder Reinigung, und mehr Gastronomie. Denn derzeit gibt es nur ein Bistro. All das fehle, ebenso wie regelmäßige Veranstaltungen oder eine eigene Internetseite. „Die Gestaltung der Passage wirkt etwas lieblos“, sagte Buhr. Er verweist auf zugeklebte und verschlossen wirkende Schaufenster. Aber auch auf das Fehlen von Blumenkübeln und anderen verschönernden Maßnahmen.

Es gibt aber auch neues Leben in der Esplanade. Norbert Lehmann, der 2013 sein Spielzeuggeschäft „idee+spiel“ in der City aufgab, hat dort ein Zuhause für sein Geschäft gefunden. Zu einem kleinen Ladengeschäft gehören Räume für Spieleabende für Erwachsene. „Die Mieten sind bezahlbar, die Lage sehr gut“, sagt der Geschäftsinhaber. Auch Lehmann bemängelt indes die Parksituation und die fehlende Laufkundschaft. „Davon gibt es so wenig. Das habe ich so noch nicht erlebt.“

Die Esplanade habe aber das Zeug zum Eventzentrum, sagte Lehmann. Erlebnisgastronomie, eine Diskothek oder auch Kultur - dafür sei die Esplanade ein guter Standort.

Der Verein „Wirtschaftsleben“ will Ideen wie diese in seine Arbeit einfließen lassen. Ein neues Einzelhandelskonzept für den Bereich zwischen Neustädter Markt und Calenberger Esplanade soll aufgelegt werden. Davon sollen Kaufleute und Gastronomen an der gesamten Calenberger Straße etwas haben, an deren Ende auch die Esplanade liegt. Die ist damit ein wichtiger Teil in den Plänen vom „Wirtschaftsleben“.

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