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Nord Investor wertet Herrenhäuser Markt auf
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Investor wertet Herrenhäuser Markt auf
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09:15 20.10.2011
Von Kristian Teetz
Herrenhausen

Die Wohnungsgenossenschaft WGH-Herrenhausen eG will am Herrenhäuser Markt ein neues Zentrum für den Stadtteil bauen. Die WGH investiert nach Angaben ihres Geschäftsführenden Vorstands Michael Jedamski rund 15 Millionen Euro in das Projekt. Baubeginn soll im kommenden Frühjahr sein. Dafür wird der alte Gebäudekomplex am Markt zwischen Bunker und Meldaustraße ab Frühjahr 2012 zurückgebaut. Die erste Hürde hat das Bauvorhaben nun genommen. Der Bezirksrat Herrenhausen-Stöcken stimmte in seiner jüngsten Sitzung dem Entwurf des Bebauungsplans und dessen öffentlicher Auslegung sowie dem Durchführungsvertrag bei einer Gegenstimme zu. Anschließend votierte auch der Rat der Stadt für das Vorhaben.

Das Gebäude wurde von dem hannoverschen Architektenbüro „Kellner, Schleich, Wunderling“ (ksw) entworfen – wie schon der Neubau der WGH direkt neben dem Bunker, der 2008 errichtet wurde. Die Fläche, auf der das neue Haus stehen wird, ist rund 5000 Quadratmeter groß. In den drei Gebäuderiegeln, die jeweils vier Geschosse haben, werden Geschäfte, 24 Wohnungen sowie zehn Büros, Praxen und Kanzleien zu finden sein.

Für betreutes Wohnen werden zehn barrierefreie Einheiten in der Größe zwischen 54 bis 93 Quadratmetern geschaffen. Dazu kommen 14 Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen, die zwischen 47 und 130 Quadratmeter groß sind und in erster Linie für junge Familien gedacht sind. Die Flächen der zehn Büros beziehungsweise Praxen liegen zwischen 57 und 302 Quadratmetern. Eine Tiefgarage, in der auch Lager- und Abstellflächen geplant sind, soll mit allen Geschossen über Aufzüge verbunden werden. „Der Mix aus großzügig geschnittenen Wohnungen mit gehobener Ausstattung, Büroflächen mit moderner Infrastruktur, ruhigen Arkadenhöfen, Conciergeservice, Dienstleistungen rund um das ,Betreute Wohnen’ sowie medizinischer Versorgung und Einkaufsmöglichkeiten direkt im Haus macht das innerstädtische Wohnen und Arbeiten besonders angenehm“, wirbt eine Informationsbroschüre der Genossenschaft.

Bereits jetzt sind Ladenflächen vermietet. „Einige Konzessionäre stehen schon fest“, sagte der WGH-Projektmanager Constantin Heinze im Bezirksrat. Die großen Ankermieter für das Erdgeschoss sind die Unternehmen Edeka und Rossmann. „Wir werden einen Vollsortimenter dort eröffnen“, kündigte Andreas Laubig von Edeka Minden-Hannover gegenüber dem Stadt-Anzeiger an. Da der Rewe-Markt mittlerweile geschlossen hat, habe sich das Unternehmen dazu entschlossen, dort übergangsweise bis zum Abriss des alten Gebäudekomplexes einen NP-Markt zu eröffnen. Der Discounter NP gehört ebenfalls zur Edeka-Gruppe. „Wir wollen die Versorgung des Stadtteils gewährleisten“, sagte Laubig. „Der NP-Markt wird bis zum Baubeginn geöffnet bleiben“, ergänzte WGH-Chef Jedamski. Während der rund eineinhalbjährigen Bauzeit gebe es natürlich keine Gelegenheit für den Discounter zu öffnen. „Allerdings steht der Rest des Herrenhäuser Marktes die ganze Zeit über zur Verfügung. Der Wochenmarkt zum Beispiel kann stattfinden“, betonte Jedamski.

Die Zielgruppen für die Wohnungen stehen für Jedamski fest. In die Einheiten für betreutes Wohnen sollen Senioren einziehen. Um eine intensive Betreuung zu gewährleisten, wird eine Sozialstation des Deutschen Roten Kreuzes in das Gebäude ziehen. Die weiteren Wohnungen sollen helfen, den Mangel an familiengerechten Wohnungen im Stadtgebiet zu verringern. „Wir sprechen bewusst Familien mit Kindern an. Es fehlen familiengerechte Wohnungen, die den Ansprüchen der heutigen Zeit entsprechen“, sagt Jedamski. Es sei nicht möglich, den alten Bestand der WGH so herzurichten, dass er heutigen Standards entspricht – daher habe man sich für einen Neubau entschieden. Stadtplaner Andreas Zunft betonte: „Das ist ein sehr komplexes Projekt – unter anderem spielen der Lärmschutz, energetische Standards sowie Grünflächen und Umweltaspekte eine wichtige Rolle.“

Zwischen den drei Riegeln befinden sich Grünflächen, die tagsüber für die Öffentlichkeit offen stehen sollen. „Wir wollen dort kein Fort Knox schaffen“, betonte Constantin Heinze im Bezirksrat. Ab 22 Uhr werde die Anlage aber geschlossen. Über Nacht könne sich niemand dort aufhalten.

Im Bezirksrat herrschte große Zustimmung zu dem Projekt. Allerdings äußerten mehrere Politiker die Befürchtung, die Vielfalt der Geschäfte am Herrenhäuser Markt könnte verloren gehen. „Für uns ist eine große Vielfalt sehr wichtig“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Neubauer. Stadtplaner Andreas Zunft betonte, die Verwaltung könne lediglich für den Rahmen des Projekts sorgen und in einer Beschlussdrucksache keine konkreten Geschäfte an dem Standort vorschreiben. „Es gibt schließlich Läden, die pleite gehen, und anschließend kommt jemand anders dort hinein. Das kann man ja nicht auf ewig festlegen.“

Konkret heißt es in der Verwaltungsvorlage: „Im vorliegenden Fall soll ein großflächiger Lebensmittelvollsortimenter (Verkaufsfläche: 1650 Quadratmeter) mit Konzessionären für Fleischereiwaren, Backwaren, Zeitungs- und Tabakwaren entstehen. Zusätzlich ist ein Drogerie-Fachmarkt mit 680 Quadratmetern Verkaufsfläche vorgesehen.“ Welche Geschäfte Edeka mit seinem Shop-in-Shop-Prinzip in seinen Vorkassenraum nehme, liege in der Zuständigkeit des Unternehmens, betonte Michael Jedamski. Die großen Ankermieter seien aber der wichtigste Mosaikstein. „Durch die großen Unternehmen werden sich in der Folge kleine ansiedeln. Ohne Zugpferde wird es keine Vielfalt geben.“

Darüber hinaus kündigte Constantin Heinze an, dass „bezogen auf die hochwertige Bausubstanz die Gewerbemieten marktgerecht und mit Augenmaß gestaltet werden“. Auf die Frage, ob die Gefahr bestehe, dass jetzige Geschäftsinhaber ihre Läden verlassen müssen, antwortete Heinze: „Durch den erforderlichen Rückbau ist dies zwangsläufig die Folge – wir haben aber in jedem Einzelfall eine wirtschaftlich akzeptable Lösung individuell vereinbart.“ Die Angebotsvielfalt bleibe zudem in jedem Fall erhalten.

Die Vorsitzende des Interessenkreises Herrenhäuser Geschäftsleute (IHG), Christine Röttger, äußerte Verständnis für eine Erhöhung der Mieten. „Ein Neubau verursacht nun einmal höhere Kosten. Die müssen gedeckt werden.“ Geschäftsleuten, die aufgrund steigender Mieten oder aus anderen Gründen ihr Geschäft am Herrenhäuser Markt nicht weiterführen können, bietet sie die Hilfe ihrer Interessenvereinigung an. „Wir werden dann schauen, was an der Herrenhäuser Straße frei ist. Wir haben Möglichkeiten, das auszuloten.“ Sie sieht in dem Neubau der WGH eine Aufwertung des Stadtteils. „Wir stehen dem Neubau sehr wohlwollend gegenüber. Um ein angenehmes Miteinander unter dem Motto ,Ich lebe gern in Herrenhausen’ auch für die Zukunft zu gestalten, ist der Baukomplex und das Engagement der WGH positiv zu werten“, sagte die Inhaberin des Autoservices gegenüber dem Herrenhäuser Markt. Eine Aufwertung der Wohnungen und des Stadtteils allgemein zöge eine gutbürgerliche Mieterschaft nach sich. Für Röttger ist das ein gutes Zeichen: „Man fühlt sich dann wohler.“ Auch die Ausrichtung auf junge Familien lobt sie ausdrücklich.

Auch Röttger wünscht sich eine möglichst große Vielfalt der Geschäfte am Herrenhäuser Markt. „Wir brauchen einen Blumenladen, ein Tabakgeschäft, eine Lotterie und ein Schreibwarengeschäft.“ Sie kündigte an, mit dem Unternehmen Edeka Gespräche darüber zu führen.

Das neue 15-Millionen-Euro-Gebäude am Herrenhäuser Markt soll im Herbst 2013 fertig sein. Ab Ende des laufenden Jahres wird nach Angaben von WGH-Geschäftsführer Jedamski ein kleiner Informationskubus auf Höhe der Meldau-Apotheke das Bauprojekt begleiten. Dieser kleine Bau wird mit einem WGH-Mitarbeiter besetzt sein. Darüber hinaus werden Tafeln über das Gebäude informieren.

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