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Nord Katholisches Zentrum baut um
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Katholisches Zentrum baut um
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09:15 18.08.2011
Von Kristian Teetz
Der Umbau und die Sanierung des Katholischen Zentrums in der Nordstadt werden voraussichtlich eineinhalb bis zwei Jahre dauern. Quelle: Teetz
Nordstadt

Das Katholische Internationale Zentrum Hannover (KIZH) in der Nordstadt sortiert sich neu. Die Gebäude rund um die Kirche St. Maria zwischen dem Weidendamm, der Paulstraße und der Marschnerstraße werden für 1,7 Millionen Euro saniert und umgebaut. Das Zentrum beherbergt neben der deutschen Gemeinde die katholischen Missionen Italiens, Kroatiens und der spanischsprachigen Länder. Auch die tamilische und die litauische Gemeinde treffen sich dort regelmäßig. Das Zentrum ist bundesweit die einzige Einrichtung dieser Art.

„Wir haben viele Jahre auf diesen Moment gewartet“, sagt die Pastoralreferentin der italienischen Mission Ewa Karolczak. Die Finanzierung des Umbaus war lange Zeit ungeklärt, nun aber haben der Vermögungsverwaltungsrat des Bistums und das Domkapitel grünes Licht gegeben.

Das Ensemble mit seinen drei Häusern wird in drei Bauabschnitten umgebaut und saniert. Zunächst wird das Pfarrhaus leergeräumt. Dort sollen in Zukunft die Büros aller vier Gemeinden und Missionen untergebracht werden. Außerdem befindet sich dort die Wohnung des deutschen Pfarrers. Diese Arbeiten haben bereits begonnen. Innerhalb des zweiten Bauabschnitts wird die Kindertagesstätte aus dem mittleren Haus in das Gebäude am Weidendamm ziehen. Dort waren bislang die italienische und die spanischsprachige Mission untergebracht. Das mittlere Gebäude, das durch den Umzug der Kita frei wird, teilen sich in Zukunft alle Mitglieder des KIZH. Es wird für alle Gemeinden zum Gemeindehaus, in dem Veranstaltungen stattfinden können.

Das KIZH wurde 2006 gegründet, weil die katholische Kirche damals ihren Etat kürzen musste und deshalb ihre verschiedenen internationalen Zentren an einem Ort bündelte. „Im Bistum musste überall gespart werden“, erinnerte sich der Diözesanbeauftragte Pfarrer Alfons Berger. „Um Ressourcen zu bündeln und die hohen Personalkosten zu senken, entstand die Idee eines Zentrums, in dem viele muttersprachliche Gemeinden untergebracht werden sollten.“

„Durch den Umbau soll das Miteinander der verschiedenen Gemeinden gestärkt werden“, sagt der KIZH-Koordinator Markus Breuckmann. Ewa Karolczak ergänzt: „Wir finden uns in Zukunft alle unter einem Dach. So können wir nach innen und außen zeigen, dass wir ein Zentrum sind.“ Die genaue Bauzeit ist schwer abzuschätzen. Karolczak rechnet mit eineinhalb bis zwei Jahren.

Das Zentrum musste sich in der Vergangenheit nach Aussage von Ewa Karolczak immer wieder Kritik anhören. Muttersprachliche Gemeinden, so lautet der Vorwurf, verhinderten die Integration, weil die Gläubigen dort nicht Deutsch sprechen und an ihren alten Traditionen haften. Die gebürtige Polin hält aber die Rückbesinnung auf die eigenen Wurzeln wichtig, auch und gerade im Hinblick auf das Einleben in einem neuen Land. „Für mich bedeutet dies eine Stabilisierung der Identität.“ Sie rät jedem Skeptiker sich vorzustellen, für lange Zeit ins Ausland zu gehen. „Jeder würde doch die eigenen Traditionen bewahren.“

Auch beim Personal ändert sich im Internationalen Katholischen Zentrum etwas: Die deutsche Gemeinde erwartet ihren neuen Pfarrer. Der Nachfolger von Joachim Piontek wird im November in sein neues Amt eingeführt.

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