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Nord Kaum Zimmer in Studentenvierteln
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Kaum Zimmer in Studentenvierteln
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13:25 30.08.2012
Am Weidendamm entsteht bis Herbst 2013 ein Wohnheim. Quelle: Schwarzenberger
Nordstadt / Linden

In den traditionellen Studentenvierteln wird es für Studierende immer schwieriger, eine Wohnung in zentraler Lage zu finden. In der Nordstadt, Linden-Nord und Linden-Mitte seien große Wohnungen für Neugründungen von studentischen Wohngemeinschaften genauso Mangelware wie kleine Einzimmerwohnungen, heißt es vonseiten der AStA und des Studentenwerks. „Die Studenten werden immer häufiger in die Randgebiete der Stadt gedrängt“, sagt AStA-Sprecherin Julia Amthor. Nach ihren Angaben hat sich die Zahl derer, die sich beim AStA über mangelnden Wohnraum beklagen, im vergangenen Jahr stark erhöht. Der Ausschuss der Studenten plant daher zu Beginn des Wintersemesters eine „Kampagne für mehr innenstadtnahen Wohnraum“.

Der AStA will Informationsveranstaltungen für Erstsemester anbieten, in denen über das mangelnde Angebot an Wohnungen aufgeklärt werden soll. „Studenten dürfen nicht abgeschlagen vom sozialen Leben in den Stadtteilzentren sein“, sagt Amthor. „Ohne Studenten würden Linden und die Nordstadt viel von ihrem eigentlichen Charme und Flair verlieren.“ Immer mehr Studierende zögen nach Hainholz, Limmer oder Vahrenheide, obwohl sie lieber in der Nordstadt oder Linden wohnen würden.

Die Gesellschaft für Bauen und Wohnen Hannover (GBH) bestätigt eine „größere Anzahl von Anfragen von Studenten für Linden und die Nordstadt, als wir befriedigen können“, sagt GBH-Sprecher Frank Ermlich. „Wir haben dort derzeit kaum Leerstand.“ Ob der Anteil der Studenten in den beiden Stadtteilen zurückgeht, sei schwer zu beziffern, sagt Magdalena Kaiser vom städtischen Fachbereich Stadtentwicklung. Ein Indiz könnte sein, dass in Linden-Nord und -Mitte der Anteil der 18- bis 29-Jährigen kontinuierlich zurückgeht, in Linden-Süd aber steigt. Das könnte darauf hindeuten, dass Studenten nach Linden-Süd ausweichen.

Straßenzüge, die einst für Studenten-Wohnungen berühmt waren, seien mittlerweile in Eigentum umfunktioniert worden, sagt Eberhard Hoffmann, Geschäftsführer des Studentenwerks - beispielsweise in der Callinstraße in der Nordstadt. „Außerdem leben im Stadtgebiet in mehr als 50 Prozent aller Haushalte Singles, was den Markt an kleinen Wohnungen weiter verknappt.“

Stadtweit gibt es in den 15 Studentenwohnheimen zurzeit nur rund 700 freie Plätze für 2000 Bewerber. „Da ist es logisch, dass der Markt in den begehrten Stadtteilen besonders eng ist.“ Ein wenig Entlastung verspricht sich Hoffmann von der Wiedereröffnung des Studentenwohnheims in der Hufelandstraße in Linden-Nord. Zwei Jahre lang wurden hier 80 Zimmer aufwendig saniert, nun wird wieder vermietet: „Das hilft ein bisschen.“

Auf die Verknappung des Wohnraums für Studenten haben längst auch private Investoren reagiert. Die Peiner Firma „Quartier am Kläperberg“ investiert insgesamt 15 Millionen Euro in das Wohnheim am Weidendamm in der Nordstadt. Bis zum Semesterstart im Herbst 2013 sollen ein fünf- und ein dreigeschossiger Trakt entstehen; ein siebengeschossiges Haus am Weidendamm wird ein knappes Jahr später fertig sein. Insgesamt 300 Studierende können hier wohnen. „In der Nordstadt gibt es einen akuten Mangel an studentischem Wohnraum“, sagt Firmensprecher Hendrik Kappe. „Darauf reagieren wir.“

Das Unternehmen, das Kappe und seine Partner gegründet haben, will die 20 Quadratmeter großen Apartments selbst vermieten. Das Studentenwerk ist an dem Projekt nicht beteiligt. Kalkuliert wird mit einer monatlichen Warmmiete zwischen 320 und 365 Euro pro Apartment. Wer ein Zimmer in einem der 15 vom Studentenwerk betriebenen Heime bezieht, zahlt meist weniger: Die Warmmiete variiert zwischen 157 und 337 Euro - im Schnitt werden 195 Euro für einen Wohnheimplatz berechnet.

„Die Mieten am Weidendamm sind für viele Studenten zu hoch“, findet AStA-Sprecherin Amthor. Teil der AStA-Kampagne wird es dann auch sein, über alternative Wohnprojekte aufzuklären. So könne das Wohnprojekt „Baukasten“ - das ehemalige Schwesternwohnheim wird seit 1985 für gemeinschaftliches Wohnen genutzt - Vorbildcharakter haben, sagt Amthor. Auch in der denkmalgeschützten Albert-Schweitzer-Schule in Linden-Nord soll künftig gewohnt werden. Die Gruppe „Stadtteilleben - Gemeinschaftliches Wohnen in Linden“ will dort erschwinglichen Wohnraum schaffen. „Von solchen Projekten brauchen wir noch mehr“, sagt Amthor.

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