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Nord Keiner will Graffiti am „Chemieschloss“
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Keiner will Graffiti am „Chemieschloss“
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06:37 25.10.2014
Von Bärbel Hilbig
Die historische Mauer am Institut für Chemie in der Callinstraße ist zunehmend von Graffiti überzogen. Quelle: Tobias Kleinschmidt
Hannover

Liebevoll und mit viel Detailkenntnis ist das Institut für Chemie vor wenigen Jahren saniert worden. Das denkmalgeschützte Bauwerk in der Callinstraße war schon bei seiner Eröffnung anno 1909 zu Recht als „Schloss der Chemie“ gefeiert worden. Doch als es nach mehrjähriger Sanierung Anfang 2011 wieder erstrahlte, währte die Freude nicht lang. Zunächst vereinzelt, dann zunehmend besitzergreifend überziehen Sprayer vor allem die begrenzende Mauer um das Chemiker-Gebäude der Leibniz-Uni mit Graffiti und den Tags, ihren Namenskürzeln.

Eine Gruppe von Nachbarn will das nicht länger mit ansehen. Sie möchte eine Patenschaft für das Chemie-Schlösschen übernehmen und es regelmäßig von Schmierereien und Plakaten befreien. „Wir haben hier eine Preziose bekommen, das Juwel der Nordstadt“, schwärmt Mitinitiator Jürgen Rehmer. 14 Mitstreiter, fast alle Anwohner der Callin- und der Glünderstraße, haben den Plan bei ihren regelmäßigen Treffen im Klein-Kröpcke ausgeheckt. Die Chemie vis-à-vis auf der anderen Straßenseite, die für stolze 18,7 Millionen Euro saniert worden ist, hatten sie dabei fest im Blick. Neben Rehmer, von Beruf Industrieberater, sind auch Peter Gundlack, Pfarrer der Lutherkirche, und eine Innenausbaufirma mit von der Partie.

„Es kann nicht sein, dass das staatliche Baumanagement ein wirklich schönes Gebäude zum Plakatieren und Sprayen freigibt“, sagt Rehmer. Das kunstvolle schmiedeeiserne Tor in der Mauer ist mit Werbung beklebt, der moderne Anbau der Chemie bereits großflächig bemalt. Inzwischen sei sogar bereits der empfindliche Naturstein im Fenstersims des historischen Bauwerks besprüht worden.

Stoppen lasse sich das nur, wenn Farbkritzeleien am Bauwerk jedes Mal zügig entfernt werden, darin ist sich Rehmer mit Fachleuten einig. „Wenn heute gesprüht wird, muss es morgen entfernt sein.“ Die Nachbarschaftsinitiative will dafür Arbeits- und Materialkosten übernehmen sowie eine fachgerechte Ausführung zusichern.

Angeboten hatte die Gruppe ihre Hilfe der Leibniz-Uni bereits Anfang Mai. Mehr als eine Zwischennachricht kam von dort nicht. Rehmer fühlte sich daher ausgebremst. Doch nach der langen universitären Sommerpause kommt jetzt Bewegung in die Sache. Diese Woche wollten sich Fachleute aus Uni-Bauverwaltung und staatlichem Baumanagement vor Ort treffen, wie der Stadt-Anzeiger auf Nachfrage erfuhr. Danach soll mit der Anwohnerinitiative besprochen werden, wie sie tätig werden kann.

„Das Thema ist nicht einfach. Es musste erst einmal die Rechtslage geklärt werden“, sagt Unisprecherin Mechtild von Münchhausen. Ralph Haas vom Baudezernat der Uni betont, die Nachbarn sollten nicht gebremst werden. „Sie sind absolut willkommen. Wir finden es toll, wenn sie sich engagieren.“ Mit dem staatlichen Baumanagement soll nun abgestimmt werden, was für die Säuberung des Chemie-Instituts technisch notwendig ist und was die Anwohner leisten könnten.

Die Leibniz-Uni selbst kommt gegen die Graffiti nicht an. Sie schiebt einen Sanierungsstau von zig Millionen vor sich her - und verfügt über 169 Gebäude, viele davon in der Nordstadt. Undichte Dächer gingen im Zweifel vor, so heißt es. „Wir wollen natürlich die Gebäude freihalten, die besonders prägnant und von baulicher Qualität sind“, betont Haas. Dazu zählt das repräsentative Welfenschloss, das als Uni-Hauptgebäude dient. Das schmucke Chemie-Schlösschen müsste aber zweifellos auch dazugehören.

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