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Nord Lange Haftstrafen für Supermarkt-Räuber gefordert
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Lange Haftstrafen für Supermarkt-Räuber gefordert
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22:15 11.05.2011
Von Sonja Fröhlich
Die beiden jungen Männer, die einen Supermarkt in Vahrenwald überfallen und einen Mitarbeiter fast getötet hatten, erwartet eine langjährige Haftstrafe. Quelle: Rainer Dröse

Die beiden jungen Männer, die einen Supermarkt in Vahrenwald überfallen und einen Mitarbeiter fast getötet hatten, erwartet eine langjährige Haftstrafe. Staatsanwältin Ilse Washington forderte gestern vor dem Landgericht Hannover, den 19-jährigen Haupttäter Dominik K. und seinen ein Jahr jüngeren Komplizen Nils v.W. zu acht und sieben Jahren Gefängnis verurteilen. Washington blieb bei ihrer Anklage wegen versuchten Mordes aus Habgier: „Beide wollten den Plan, zu Geld zu kommen, mit allen Mitteln in die Tat umsetzen.“ Deshalb hätten sie den Tod des Mitarbeiters in Kauf genommen.

Zuvor hatten die beiden Heranwachsenden die Tat gestanden. Nach ihren Schilderungen waren sie am Abend des 6. Januar mit einem Messer bewaffnet in den Penny-Markt gekommen, um diesen auszurauben. „Weil ich kein Geld hatte, weil wir Hunger hatten – ich weiß auch nicht“, meinte der arbeitslose K. Sie hätten allerdings nicht damit gerechnet, dass sich der stellvertretende Marktleiter wehrt. Als dieser ihnen den Tresorschlüssel nicht geben wollte, habe er zugestochen – „aus Wut, weil es nicht geklappt hat“, begründete der 19-Jährige. Mindestens zehnmal stach er zu. Die Stiche trafen den 28-Jährigen in den Rücken, unterhalb des Halses und ins Gesicht. Als er am Boden lag, traten ihm die Täter noch ins Gesicht. „Weil er da immer noch geschrien hat“, wie Dominik K. sagte. Anschließend hätten sie gedacht „jetzt ist er tot“, dann zogen sie ihm den Schlüssel aus der Hosentasche und nahmen das Geld aus dem Tresor – etwa 1800 Euro. Die Räuber flüchteten in K.s Wohnung in Vahrenwald, zogen sich um und verteilten die Beute. Der 19-Jährige ging am gleichen Abend noch in einen anderen Supermarkt und kaufte für 200 Euro ein. Die Staatsanwältin, eine erfahrene Strafrechtlerin, sagte, die Angeklagten legten eine „auffällige Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal des Opfers“ an den Tag.

Der 28-Jährige, der sich nach eigenen Angaben tot gestellt hatte, wurde lebensgefährlich verletzt und wäre fast verblutet. „Ohne ärztliche Hilfe hätte er den Abend nicht überlebt“, stellte ein Rechtsmediziner fest. Das Opfer wurde notoperiert und verbrachte 32 Tage im Krankenhaus. Noch immer leidet der 28-Jährige unter den körperlichen und seelischen Folgen – womöglich wird er nie wieder ganz gesund. „Ohne Hilfe bin ich nicht lebensfähig“, sagte der schwer traumatisierte Mann, der sich im Gerichtssaal kaum auf den Beinen halten konnte. Als die Täter geflüchtet waren, hatte er um sein Leben gekämpft und unter größter Mühe seinen Vater angerufen. „Ich muss jetzt was machen oder ich sterbe“, habe er sich gesagt. Sein Anwalt, der das Opfer in der Nebenklage vertritt, forderte, die Täter zu annähernd zehn Jahren Gefängnis zu verurteilen – zehn Jahre sind das Maximum im Jugendstrafrecht.

K.s Verteidiger Manfred Döbel dagegen plädierte auf eine Verurteilung wegen versuchten Totschlags und forderte eine wesentlich kürzere Haftstrafe. Sein Mandant habe nicht vorgehabt, den Mitarbeiter zu töten, er habe in Panik gehandelt. Der psychiatrische Gutachter hält die Täter für voll schuldfähig. K., der einen Hauptschulabschluss hat und bei zwei Pflegefamilien groß geworden war, bescheinigte er eine erhöhte Gewaltbereitschaft. Sein beleibter Mittäter war bereits mehrfach in psychiatrischer Behandlung und lebte in Wohngruppen. Immer wieder flog er dort raus, weil er seine Betreuer schlug. Schon 2009 war er an einem Raub beteiligt: Gemeinsam mit zwei Komplizen hatte er einen Pizza-Bring-Dienst kommen lassen. Als der Fahrer eintraf, schlugen sie ihn mit einer Dachlatte nieder und flüchteten mit dem Essen.

Das Urteil soll am 19. Mai verkündet werden.

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