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Nord Milli Görüs kauft alten Agfa-Standort
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Milli Görüs kauft alten Agfa-Standort
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19:11 04.01.2015
Milli Görüs gehört zu den ältesten und größten muslimischen Gemeinden Hannovers. Quelle: dpa
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Hannover

Am Weidendamm 28 c soll in Fußwegentfernung zur Moschee der Gemeinde der Verwaltungssitz für den Regionalverband entstehen, der zahlreiche niedersächsische Gemeinden betreut. Auch ein Schulungszentrum ist geplant. Die derzeitigen Mieter, unter anderem eine Tanzschule und eine Spedition, sollen zunächst bleiben.

Milli Görüs gehört zu den ältesten und größten muslimischen Gemeinden Hannovers. 1973 gegründet, betreiben die Muslime seit 1982 eine Moschee am Weidendamm 9-11, die durch ihr Minarett auffällt, das künstlerisch-fragil aus dünnen Stahlstreben auf das Dach gesetzt ist. Zum Freitagsgebet kommen vielfach mehr als 1000 Gläubige.

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Im Innenhof der Moschee befindet sich ein Schulungszentrum, das nach Angaben von Regionlverbandschef Davut Toklu aber mit Kursen für Kinder und Jugendliche längst ausgelastet ist, sodass weitere Schulungsräume nötig sind. „Islam-Schulungen sind im Moment besonders wichtig für ein gutes Verständnis des Islams, damit unsere Jugendlichen nicht in extremistische Gruppen abdriften“, sagt Toklu. Der Bildungsstandard der Jugendlichen, die in der Gemeinde betreut würden, sei weit höher als der Durchschnitt: „Bei uns machen 70 bis 80 Prozent Abitur.“

„Wir sind friedliche Muslime

Milli Görüs gilt als Glaubensgemeinschaft, die relativ zentral von der türkischen Regierung gesteuert wird. Sie wurde jahrelang vom Verfassungsschutz beobachtet und als „bedenklich“ eingestuft, allerdings gab es nie öffentlich Vorwürfe. „Wir sind friedliche Muslime, die seit langem in dieser Gesellschaft leben und sich als Teil von ihr fühlen“, betont Toklu. Unter anderem nimmt die Gemeinde jährlich am Tag der offenen Moschee teil und zeigt sich bei der Gelegenheit Interessierten.

Der Immobilienkauf am Weidendamm sei derzeit in der Abwicklung. Beim Freitagsgebet am zweiten Weihnachtsfeiertag hatte die Gemeinde um Spenden für den Erwerb gebeten - ein auch in christlichen Gemeinden normaler Vorgang, der bei Muslimen allerdings eine zusätzliche Bedeutung hat. „Wir versuchen, Geschäfte so weit wie möglich unverzinst abzuwickeln“, sagt Toklu. Auch verfügten die Gemeinden nicht über staatlich organisierte Kirchensteuereinnahmen wie die christlichen Kirchen. Ziel sei, angemietete Räume aufgeben zu können, in denen die Regionalverwaltung derzeit untergebracht ist. Diese betreut Gemeinden zwischen Hannover und Goslar, Stadthagen und Braunschweig.

Schulungszentrum in der Stadtmitte: Ein weiteres Islam-Schulungszentrum mit Reisebüro entsteht in einem Hinterhof an der Otto-Brenner-Straße. Es wird vom Landesverband der Ditib-Gemeinden betrieben.

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